Login
Dorf und Familie

Gülle am Feiertag, hohe Zellzahlen, Kalk streuen

Externer Autor
am
23.08.2013

Darf man am Feiertag Gülle Fahren? Was tun bei hoher Zellzahl in der Herde? Und muss man auf jedem Acker Kalk streuen? Die Themen der Woche auf landlive.

Kalkung ja oder nein
 
sir79 stellt sich schon längere Zeit folgende Frage: "Benötigt unser Ackerboden Kalk oder nicht, und wenn ja welchen? Unsere Ackerflächen liegen alle im Juragebiet und sind Verwitterungsböden. Überwiegend sind es eher schwere Lehmböden. Die Ackerzahlen bewegen sich zwischen 35 - 45 BP. Die pH-Werte liegen zwischen 6,4 - 6,9. Ich hab heuer wieder kohlensauren Kalk ausgebracht, weil es in der Düngeempfehlung drin stand. Nur meine ganzen Nachbarn machen das nicht. Und ich bin mir nicht sicher, ob wir auf unserem Standort wirklich Kalk brauchen. Auf meinem Bodenuntersuchungsergebins steht auch was von "freiem Kalk". Sollte man freien Kalk im Boden haben? Wie ist dazu eure Meinung?"
Notill antwortet: "Ich bin grad mal 12 km von dir weg, und ich kalke auch. Was kümmern dich deine Nachbarn? Ausschlaggebend ist, was dem Boden fehlt! Auch die übrige Düngung kann dem Boden Kalk entziehen, z.B. durch AHL oder Harnstoff. Wir haben zwar viel Kalk im Boden, aber bei Korngrößen von über 5 cm ist er wohl nicht wirksam...."
altilla ergänzt: "Freier Kalk im Boden ist normalerweise nicht nötig, außer vielleicht bei wirklich ganz schweren Tonböden. Abgesehen davon, wegen deiner Kalksteine wirst du evtl. sogar freien Kalk finden, der dir aber so nichts bringt. Meine Überlegung: bei den schwereren Lehmböden sollte der pH-Wert nahe bei 7 liegen: d. h. wenn es ein toniger Lehm ist und er nur pH 6,4 hat, würde ich kalken. Bei sandigen Lehm mit pH 6,9 nicht. Außer du baust wirklich kalkbedürftige Leguminosen an."

Güllefahrverbot am Feiertag

Zwidawurzn fragt: "Mich würde mal interessieren, ob man feiertags Gülle ausbringen darf oder nicht. Wenn nicht, wo steht das?"
Llanes
meint: "Ich glaub, stehen tut das nirgends, machen braucht man das trotzdem nicht."
JW
nimmt den Gesetzestext zur Hilfe: "Das steht doch klar im Feiertagsgesetz,  Art. 2 Schutz der Sonn- und Feiertage (1) An den Sonntagen und den gesetzlichen Feiertagen sind öffentlich bemerkbare Arbeiten, die geeignet sind, die Feiertagsruhe zu beeinträchtigen, verboten, soweit auf Grund Gesetzes nichts anderes bestimmt ist. Dazu gehört auch Gülle fahren. Ausnahme gibt es: Für unaufschiebbare Arbeiten, die zur Befriedigung häuslicher oder landwirtschaftlicher Bedürfnisse, zur Abwendung eines Schadens an Gesundheit oder Eigentum, im Interesse öffentlicher Einrichtungen oder zur Verhütung oder Beseitigung eines Notstands erforderlich sind,... Ob da Gülle Fahren dazugehört… müsste man vieleicht für die Bauern des Landes noch richtig bis ins Detail ausdeutschen."
nurich sieht es aus einer anderen Perspektive: "Sorry, aber wenn ich mir Gedanken machen muß, ob ich an Feiertagen Gülleausbringen darf, dann sollte ich vielleicht mal meine Betriebsorganisation überdenken."
Genauso sieht es Josef8: "Wenn dir 6 Tage in der Woche dazu nicht reichen und dir das Image deines Berufstandes nicht mehr wert ist, bist echt ein armer Hund ... übrigens bei uns regeln das Problem inzwischen schon die Städte ... sie verbieten in der Satzung, dass sogar samstags keine Gülle mehr gefahren werden darf ... so gehts, wenn einige das Miteinander nicht verstehen wollen."

Steigern Genossenschaften Erzeugerpreise?

Die agrar_heute_redaktion stellt die Frage: "In Ländern, in denen landwirtschaftliche Genossenschaften über relevante Marktanteile verfügen, sind die durchschnittlichen Erzeugerpreise höher als in Staaten, in denen Genossenschaften keine Rolle spielen. Laut einer aktuellen EU-Studie haben Agrar-Vereinigungen einen positiven Einfluss auf die Rolle der Produzenten in der Wertschöpfungskette. Was meint ihr?"
agriculture
meint: "Selbstverständlich steigern Gemeinschaften den Erfolg getreu dem Spruch "Gemeinsam sind wir stärker""
nurich
schreibt: "Vom Grundgedanken sollte es ja eigentlich so sein, das die Genossenschaften ihren Mitgliedern einen höheren Anteil an der Wertschöpfung bringen. Die Frage ist jedoch, wie das funktionieren soll. Sie stehen genauso im Wettbewerb wie jedes privatwirtschaftliche Unternehmen. Daneben sind heute bei weitem nicht mehr alle Mitglieder auch Lieferanten, die von höheren Marktpreisen profitieren. Allerdings stellt sich auch die Frage, wo wären die Marktpreise ohne die Genossenschaften? Hier beleben sie, zumindest durch die Konkurenzsituation, den Markt."
Spacefarmer antwortet: "Um die Preise in der gewünschten Richtung zu beeinflussen, braucht die Genossenschaft das, was man "Marktmacht" nennt. Ich denke, diese ist selten wirklich gegeben. Vielmehr ist es so, dass sie einen Marktzugang für kleinere und mittlere Erzeuger darstellen, indem sie die Ware (ich bin jetzt gedanklich bei Getreide) zu einheitlichen Partien in marktfähiger Größe zusammenfassen und überregional anbieten. Für diese Erzeuger ist der Preis dann höher als ohne Genossenschaft."
Alle Meinungen:         https://agrarheute.landlive.de/boards/thread/54979/page/1/

Hoher Zellgehalt bei Milchkühen

Auch Agrarmanager sucht Hilfe: "Ich habe im Moment 40 melkende Kühe, davon sind etwa 10 Kühe mit einem Zellgehalt über 300.000, 4 kühe haben ca. 1.000.000 und mehr. Ich setze bewusst keinen antibiotischen Trockensteller ein. Ich würde gerne homöopathisch behandeln, weiß aber nich, wie ich fortfahren soll. Kann mir jemand helfen!"
Viehdokter
schreibt: "Du solltest zuerst nach der Ursache für den erhöhten Zellgehalt suchen  => Milchproben untersuchen lassen => Melkanlage überprüfen lassen. Ohne gut funktionierende Melkanlage ist es egal, ob du homöopathisch oder konventionell behandelst, das klappt beides nicht !"
Mim gibt den Tipp: "Ich denk, du brauchst da jemanden aus der Fachberatung vor Ort, der mit dir durch den Stall geht, Futter, Silo, Wasser und Melktechnik systematisch checkt und keine Homöopathie-Tipps via Internet. Und Tiere, die krank sind oder Infektionen haben, brauchen Hilfe. "Antibiotika-Allergie des Menschen" hin oder her! Hast du keinen Milchviehberatungsdienst vor der Haustür? "
Freigeist antwortet: "Wichtigste Sofortmaßnahme ist, dass du die Übertragung bzw. Ansteckung stoppst. Falls du das nicht schon tust, unbedingt Melkhandschuhe (Nitril) verwenden und die Melkzeuge zwischendesinfizieren (mit Peressigsäure - wir nehmen Wofasteril) - unbedingt lesen [www.lkv-mv.de]. Wir machen das mit der Sprühflasche, eintauchen im Eimer ist nicht zu empfehlen, weil unhandlich und die Desi-Lösung wird schnell schmutzig. Das kannst du sofort machen und kostet wenig Geld (im Vergleich zu den Kosten die eine Mastitis verursacht). Ansonsten schließe ich mich den Vorschreibern an. Erregertyp herausfinden und Behandlung mit Eutergesundheitsdienst besprechen."
Auch interessant