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Dorf und Familie

Gülle-Katastrophe: Ermittlungen gegen Landwirt

Externer Autor
am
20.04.2015

Mitte März waren bei einem Bauernhof in NRW 1.700 Kubikmeter Gülle ausgelaufen. Nach der Gülleverseuchung der Neyetalsperre gehen die Ermittlungen gegen den Landwirt weiter.

Am 18. März waren im Oberbergischen Kreis in Nordrhein-Westfalen 1.700 Kubikmeter Gülle aus einem Güllebehälter auf einem Bauernhof in Kotten bei Halver ausgelaufen. Von dort aus verteilte sich die Brühe in den Neyebach, ins Erdreich sowie die Neyetalsperre bei Wipperfürth.
 
Eine massive Verseuchung und große Umweltschäden waren die Folge. Nun wird ermittelt, ob es sich um Sabotage, Nachlässigkeit oder Absicht handelte.

EWR stellt Strafanzeige gegen Landwirt

Der Fall beschäftigt weiterhin Behörden, Politik sowie die EWR GmbH, die Energietochter der Stadtwerke Remscheid, als Eigentümerin. Sie hatte nach der Umweltkatastrophe Strafanzeige gegen den Landwirt gestellt, wie RP Online berichtet. Dieser hatte die Behörden selbst alarmiert und angegeben, es würde sich um böswillige Sabotage handeln. Unbekannte hätten die Leitungen seines Güllebehälters geöffnet. Laut Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli wird in alle Richtungen ermittelt.

Straftat-Ermittlungen

"Es handelt sich um eine schwerwiegende Gewässerverunreinigung. Das ist eine Straftat", so Pauli zu RP Online. Die Staatsanwaltschaft Hagen hat inzwischen ebenfalls die Ermittlungen aufgenommen. Es wird aktuell untersucht, ob der Landwirt die Güllemengen absichtlich freigesetzt hat, die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen vernachlässigte oder ob ein Fremder das Leck verursachte.

Folgen noch unbekannt

Wie schwerwiegend die Folgen der Gülleverseuchung für die als Trinkwasserreserve genutzte Neyetalsperre sind, ist noch nicht abzuschätzen. Laut Wupperverband blieb die große Katastrophe bisher aus, da 35.000 der circa 50.000 Kubikmeter großen Gülle-Blase auf dem Gewässergrund vor Sperrmauer in die Kläranlage Hückeswagen geleitet werden konnten.
 
Doch wie viel Sediment sich letzten Endes am Boden abgesetzt hat und welche Folgen dies haben wird, sei völlig offen, berichtet RP Online.

Verheerender Gülleunfall

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