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Dorf und Familie

Güllegrube als Werbefläche, Melkroboter, Pseudogetreide

Externer Autor
am
16.08.2013

Braucht man für Werbung am Güllebehälter eine Genehmigung? Warum werden Melkroboter wieder rausgeworfen oder ausgetauscht? Alternativen für Trockenstandorte. Die Themen der Woche auf landlive.

Melkroboter wieder rausgeschmissen 
 
deichkind schreibt: "Immer wieder kommt es vor, dass Betriebe, die sich einen neuen Melkroboter angeschafft haben, diesen nach kurzer Zeit wieder herausbauen lassen.
Interessieren würden mich die Gründe dafür. Warum der Roboter wieder rausgeschmissen bzw. durch eine andere Marke ersetzt wurde."
Kone
meint: "Wenn Geräte der selben Marke bei anderen Betrieben reibungslos funktionieren, kanns nur am Betrieb oder im Einzelfall am unfähigen Servicepersonal liegen...."
Steffiweg
antwortet: "Also ich denke auch, dass es nicht am Roboter liegen kann. Zumal ein "kluger" investitionsfreudiger Landwirt sich mehrere Betriebe im Vorfeld ansieht. Wir hatten die Wahl zwischen roten und blauen Betrieben. Und da fiel dann die Entscheidung, Gott sei Dank, nicht schwer. Wir werden auch oft gefragt, warum wir den jetzigen eigentlich genommen haben, wenn doch der Konkurrent im Nachbardorf nen Techniker hat. Aber wir kaufen uns doch nicht ein schweinsteures Gerät, damit es NICHT funktioniert und wir den Service gleich hier haben. Und nach den 6 Wochen in denen er jetzt läuft kann ichs mir auch kaum vorstellen, dass jemand NICHT mit diesem System klar kommt, weils wirklich idiotensicher is.."
Rosallie
bringt es auf den Punkt: "Ein Roboter fordert einen ganz neuen Tagesrythmus, der BL wird auf ganz andere Art und Weisse gefordert. Robi??? Niemals mehr ohne. Aber das kommt natürlich ganz auf die Einstellung und die Bereitschaft des Einzelnen an. Das wichtigste an diesem System ist nicht der Service Monteur oder der Service Vertrag, sondern einfach nur ob der BL bereit ist, so eine Technik zu nutzen bzw. sich an die Technik heranzuwagen."

Güllegrube als Werbefläche

Steffiweg fragt: "Da wir momentan am Bauen sind und nächsten Monat eine zweite Güllegrube gebaut wird, bin ich am überlegen diese "schöner" zu machen, da bei uns eine Bundesstraße vorbeiführt und die Grube sehr gut sichtbar für Autofahrer ist. Erst dacht ich an ein schönes Graffiti oder so. Aber dann kam mir der Gedanke, ob ich nicht theoretisch jemanden darauf werben lassen darf. Evtl. ja unsre Molkerei. Weiß das jemand, ob ich das so einfach darf?"
gruenkraut schreibt: "Geht nicht ohne Genehmigung - innerorts Gemeinde, außerorts Landratsamt. Allerdings, wenn du zum Beispiel Genosse bei eurem Milchwerk bist , darfst du ein kleines Werbeplakat aufhängen, so 1 / 0,5 mtr, kann sich auch inzwischen geändert haben."
nurich meint: "Ich sehe den Zusammenhang nicht, warum man auf einer Güllegrube nur für Sch... werben können soll. Ich meine auch schon Gaststättenwerbung, Werbung für eine Tankstelle oder auch Werbung für Hofladen auf Güllegruben gesehen zu haben. Nicht der Hintergrund ist entscheidend, sondern wie ansprechend die Werbung ist. Wenn du an einer vielbefahrenen Bundesstraße liegst, bietet es sich doch generell als Werbefläche an, egal für was, hier zählt mehr die Anzahl der vorbeikommenden Autofahrer. Ich würde die vermietbare Werbefläche einfach mal anouncieren"
Auch Cobra sieht es so: "Ich finde schon, dass sich das als Werbefläche anbietet und man dies nutzen sollte. Die meisten Autofahrer wissen doch eh nicht, was der Betonbunker da ist. Und die, die es wissen, werden sich deshalb nicht ins Hemd machen, weil sie einigermaßen vertraut mit der Landwirtschaft sind."

Getreide oder Pseudogetreide für sommertrockene Standorte

Darky möchte Rat zur folgenden Problematik: "Da wir in den letzten Jahren immer wieder nur notreifes Getreide hatten wegen der Sommertrockenheit, wollte ich mal in die Runde fragen, wie ihr darauf reagiert? Ich tendiere zum Sorten- oder Artenwechsel...."
DWEWT
schlägt vor: "Wie wäre es mit Quinoa (Inkareis), Amaranth (Inkaweizen) oder Buchweizen? Oder etwas weniger exotisch: Einkorn (T. monococcum), Emmer (T. dicoccum), Rauhweizen (T. turgidum), Gommer (T. polonicum) oder und damit wären wir wieder in der Jetzt-Zeit, Hartweizen (T:durum). All diese Kulturen setzen eine detaillierte Produktionskenntnis voraus. Daran dürfte es scheitern, zumal Informationen nur noch aus historischer Literatur zu entnehmen sind."
Darky antwortet darauf: "Buchweizen wäre was... nur kommt der aus China so billig, dass man da nicht mithalten kann... leider ... Einkorn und Co sind absolute Nieschenkulturen, davon verträgt der deutsche Markt nen Lkw voll u dann is Schicht, das ist mein Problem."
Darauf wiederum DWEWT: "Nimm es mir nicht übel, aber was bleibt Dir bei Deinem Boden anderes, als die Nische in der Nische zu suchen?"
tgj_2012
gibt noch den Tipp: "Das Problem kenne ich auch. Was für steinige und flachgründige Böden ja gut sein soll ist die Linse. Allerdings ist das auch wieder die Nische der Nische. Beispiel hier : [www.alb-leisa.de]"

Ausbildung als Landwirt oder eher Fachkraft Agrarservice?

MeisterSchneepflug steht vor der Entscheidung: "Ich werde nächstes Jahr die Realschule verlassen und da mir die Arbeit auf dem Hof so sehr gefällt - wohne selbst nicht auf einem, hab aber zahlreiche Nachbarn, bei denen ich helfe - habe ich vor, eine landwirtschaftliche Ausbildung zu machen. Nur bin ich mir nicht ganz so sicher, ob ich eine Ausbildung als Landwirt oder Fachkraft Agrarservice machen soll. Ich persönlich habe nicht vor ein Leben lang auf einem Hof als Angestellter zu arbeiten sondern würde mich am liebsten selbstständig machen. Das wäre in beiden Fällen möglich, denn ... mein Onkel besitzt ein LU und hat mir bereits angeboten, nach meiner Ausbildung bei ihm einzusteigen, möglicherweise kann man das dann mal übernehmen, ist nämlich ein eher kleineres Unternehmen und die Angestellten sind bald im Rentenalter. ... Es gibt ein paar Höfe hier in meiner näheren Umgebung, die definitiv nicht mehr in der Blüte ihrer Jahre stehen, möglicherweise lässt sich da was arangieren einen Hof zu übernehmen oder mitzubewirtschaften. Allerdings würde ich mich persönlich eher auf Pflanzenanbau spezialisieren wollen, rentiert sich das überhaupt? Ich persönlich würde schon gerne einen eigenen Hof bewirtschaften, denn als LU bin ich schon sehr an andere gebunden, was ich als LW nicht (so stark) wäre, stellt sich nur die Frage ob sich das überhaupt lohnt wenn man sich eher auf Pflanzenanbau spezialisiert. Viele der hier ansässigen Bauern kenne ich ganz gut und mit manchen bin ich auch ganz gut befreundet, insofern könnte man dort definitv mit Starterhilfe rechnen."
nurich
antwortet: "Du hast große Ziele, aber für mich klingt es danach, das du es dir etwas leicht vorstellst, als Landwirt oder LU selbständig zu werden. Hier sehe ich, nach deiner Beschreibung jedoch die besseren Vorraussetzungen im LU, wenn du bei deinem Onkel einsteigen bzw. dessen Hof später einmal übernehmen kannst. Allerdings solltest du dich hier nicht auf das Alter der angestellten konzentrieren, sondern darauf, wie das Unternehmen am Markt platziert ist. Hast du treue Kunden? Wie umkämpft ist der Markt? Wie groß ist die Nachfrage, bzw. wohin wird sie sich entwickeln? usw. In der Landwirtschaft findest du sicher überall Betriebe, die nicht mehr in ihrer Blüte stehen, ich möchte fast behaupten, die Mehrzahl der Betriebe hat diese überschritten. Aber so einen Hof zu übernehmen, und daraus eine Existenz aufzubauen, benötigt sehr viel Kapital. Und die Flächen werden sicher nicht nur von dir, sondern auch von anderen Berufskollegen nachgefragt. Ob sich ein Ackerbaubetrieb lohnt, dass hängt von vielen Faktoren ab, aber in den meisten Fällen sehe ich es für aussichtslos, einen ldw Betrieb aus dem Nichts aufzubauen (egal ob Pflanzenbau oder Tierhaltung)."
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