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Statistik

Gülleunfälle: Ausgetretene Stoffmenge hat sich in 2016 halbiert

Gülle flutet Ortschaft
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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
20.09.2017

Die Gesamtzahl der 'Gülleunfälle' ist 2016 leicht gestiegen. Die ausgetretene Stoffmenge hat sich allerdings halbiert.

Im Jahr 2016 wurden 2.721 Unfälle mit wassergefährdenden Stoffen registriert, 121 mehr als 2015. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, traten dabei fast 7,5 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe unkontrolliert in die Umwelt aus. Das waren 8,0 Millionen Liter oder knapp 52 Prozent (%) weniger als im Vorjahr.

Im Jahr 2015 waren vier große Unfälle registriert worden, bei denen zusammen allein 8,4 Millionen Liter wassergefährdende Stoffe freigesetzt wurden. Dabei hatte es sich insbesondere um Jauche, Gülle und Silagesickersaft sowie vergleichbare in der Landwirtschaft anfallende Stoffe (JGS) gehandelt.

Die Unfälle im Jahr 2016 ereigneten sich laut Destatis beim Transport sowie in Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen (LAU-Anlagen) oder zum Herstellen, Behandeln und Verwenden (HBV-Anlagen) und bei der innerbetrieblichen Beförderung von wassergefährdenden Stoffen.

Hälfte der Schadstoffe kann nicht wiedergewonnen werden

  • Von den insgesamt freigesetzten Schadstoffen konnten rund 3,7 Millionen Liter (49 %) nicht wiedergewonnen werden.
  • Rund 3,8 Millionen Liter wurden zum Beispiel durch Umpumpen oder Umladen in andere Behälter zum Schutz der Umwelt zurückgewonnen.
  • Bei der nicht wiedergewonnenen Menge handelte es sich zu 71 % (rund 2,6 Millionen Liter) um JGS, die nach der seit August 2017 geltenden Verordnung zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwsV) als „allgemein wassergefährdend“ eingestuft werden. Bei entsprechend großen freigesetzten Mengen oder besonderen örtlichen Verhältnissen können sie zu einer Gefahr für Gewässer und Boden werden. 
     
  • 856 Unfälle gab es in Anlagen beim Umgang mit wassergefährdenden Stoffen. Hier traten 6,7 Millionen Liter aus.
  • Fast die Hälfte der Menge (3,2 Millionen Liter) wurde bei Unfällen in Biogasanlagen freigesetzt. Knapp 56 % dieser betroffenen Anlagen unterliegen keiner wiederkehrenden Prüfpflicht. Die Hauptursache der Unfälle ist auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen.

Gülleunfälle beim Transport

  • Beim Transport wassergefährdender Stoffe kam es zu 1.865 Unfällen. 95 % dieser Unfälle (1.770) ereigneten sich mit Straßenfahrzeugen.
  • Insgesamt wurden beim Transport rund 723.000 Liter wassergefährdende Stoffe freigesetzt, darunter knapp 175.000 Liter JGS.
  • Fast die Hälfte aller ausgetretenen Schadstoffe (352 000 Liter) konnte wiedergewonnen werden und stand einer anschließenden Nutzung zur Verfügung oder wurde einer geordneten Entsorgung zugeführt.
Mit Material von Destatis

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