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Umwelt

Hagelschlag und Sturm: Millionenschäden in ganz Deutschland

von , am
20.07.2015

Die Unwetter zwischen 5. und 8. Juli trafen Bayern besonders schwer. Die Schadenshöhe steigt täglich weiter an. Hier finden Sie einen Überblick über die aktuelle Situation.

Wie die Vereinigte Hagel meldet, verwüsteten die Unwetter Anfang Juli erneut große Flächen im Bundesgebiet. Die bislang festgestellten Schadensquoten reichen von wenigen Prozent bis hin zu Totalschäden. Neben Hagel- wurden vielfach auch Sturmschäden festgestellt.
 
Besonders hart traf es Anfang Juli die Bezirksdirektionen Nürnberg. Binnen weniger Stunden erfolgten hier 1.700 Schadensmeldungen wegen Hagelschlag oder Sturm.
 
Versicherungsinformationen zufolge entspricht dies knapp 7.000 geschädigten Feldstücken mit einer Gesamtfläche von über 18.000 Hektar und fast der Hälfte der gemeldeten Fläche des Jahres.

Große Verwüstung beinahe aller Ackerkulturen

Die schwerste Gewitterfront bildete sich in der Nacht vom 7. auf den 8. Juli. Sie zog von Baden-Württemberg bis nach Tschechien. Die Unwetter verwüsteten von Südwesten her kommend in einem 80 km breiten und rund 200 km langen Streifen beinahe alle angebauten Ackerkulturen wie Getreide, Mais, Zuckerrüben, Raps oder Kartoffeln, wie die Vereinigte Hagel meldet.
 
Wegen des durch die Greeningvorschriften vermehrten Anbaus von Hülsenfrüchten wurden ebenso Ackerbohnen, Erbsen und zum Teil Sojabohnen zerstört.

Schwaben/Oberbayern: Hier waren die Schäden am höchsten

Die höchsten Schäden in Bayern sind in Schwaben sowie Oberbayern bis hin nach Niederbayern und in die Oberpfalz zu verzeichnen.
  • Oberbayern: Eichstätt, Schrobenhausen, Pfaffenhofen
  • Niederbayern: Kelheim
  • Oberpfalz: Regensburg
  • Schwaben: Aichach-Friedberg, Donau-Ries, Dillingen, Augsburg

Franken: Teilweise schwere Schäden durch Unwetter

Allein aus Kelheim und Regensburg kamen jeweils rund 200 Schadensmeldungen. Die Gewitter zogen über dieses Gebiet schließlich nach Tschechien ab. Neben jener "klassischen" Zugbahn kam es in der letzten Woche aber auch zu Unwettern mit teilweise schweren Schäden in Unter- und Oberfranken. Betroffen waren hier vor allem:
  • Schweinfurt
  • Haßberge
  • Bad Kissingen
  • Rhön-Grabfeld
  • Landkreis Wunsiedel
Allein für die Bezirksdirektionen Nürnberg rechnet die Vereinigte Hagel bislang mit einer Entschädigungssumme von mindestens acht Millionen Euro.

Deutschland: Auch andere Bundesländer betroffen

Auch in den anderen Bundesländern wüteten Anfang Juli heftige Unwetter. Besonders schwer traf es folgende Regionen:
  • Gießen
  • Alzey
  • Münster
  • Berlin

50 Millionen Euro Entschädigung

Insgesamt beträgt die Entschädigung, die in Deutschland bis heute berechnet wurde, knapp 50 Millionen Euro, so die Vereinigte Hagel.
 
Für die Versicherungsexperten ist nun der Witterungsverlauf der nächsten Wochen entscheidend. Da die meisten Kulturen unmittelbar vor der Reife stehen, sind sie aktuell am stärksten gefährdet.
 
So würde zum Beispiel beim Raps schon ein leichter Hagelschauer ausreichen, um die Schoten aufzubrechen und die Saat komplett zu vernichten.
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