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EU-Kreislaufwirtschaft

Handel mit organischen Düngemitteln soll erleichtert werden

AgE/agrarheute
am
21.03.2016

Die Europäische Kommission hat einen ersten Verordnungsvorschlag im Sinne der angestrebten Kreislaufwirtschaft für organische und abfallbasierte Düngemittel vorgelegt. Dieser dürfte erhebliche Auswirkungen auf den europäischen Markt für Düngemittel haben.

Da der Zugang zu organischen und abfallbasierten Düngemitteln erheblich erleichtert werden soll, hat die Europäische Kommission am vergangenen Donnerstag einen ersten Verordnungsvorschlag vorgelegt. Dieser dürfte laut Agra Europe (AgE) erhebliche Auswirkungen auf den europäischen Markt für Düngemittel haben. Gelten soll die Verordnung ab dem 01. Januar 2018. Der Gesetzesentwurf wird nun im Europaparlament und Ministerrat beraten.

Das wichtigste Ziel der Kommission ist es, "in der EU Anreize für eine großindustrielle Herstellung von Düngemitteln aus nicht eingeführten organischen oder sekundären Rohstoffen nach dem Kreislaufwirtschaftsmodell" zu schaffen. Heute würden erst fünf Prozent der Bioabfälle recycelt.

Derzeit importiert die EU jährlich etwa sechs Millionen Tonnen Phosphate. Bis zu 30 Prozent dieser Menge ließen sich durch Extraktion aus Klärschlamm, biologisch abbaubaren Abfällen, Fleisch- und Knochenmehl oder Gülle ersetzen, so die Kommission.

‚Probleme in Chancen für Landwirte verwandeln’

Der zuständige Vizepräsident der EU-Kommission Jyrki Katainen erklärt: "Unsere Landwirte verwenden Düngemittel, die aus importierten Ressourcen oder aus energieintensiven Verfahren stammen, obwohl unsere Industrie diese Bioabfälle zu wiederverwertbaren Nährstoffen aufwerten könnte. Diese Verordnung wird uns dabei helfen, Probleme in Chancen für Landwirte und Unternehmen zu verwandeln."

Strengere Grenzwerte für Kadmium in Phosphatdüngern

Mit ihrem Vorschlag für die Verordnung will die Kommission auch Verzerrungen im Wettbewerb mit traditionellen, nichtorganischen Düngemitteln abstellen. Für alle Arten von Düngemitteln enthält die geplante Neufassung Anforderungen an ihre Sicherheit, Qualität und Etikettierung. Festgelegt werden einheitliche und strengere Grenzwerte für Kadmium in Phosphatdüngern.

Ausgehend von 60 mg/kg soll die betreffende Obergrenze nach drei Jahren auf 40 mg/kg und nach zwölf Jahren auf 20 mg/kg gesenkt werden.

Gleichstellung aller Düngemittel

Organische und abfallbasierte Düngemitteln sollen Mineraldüngern auch wettbewerbsrechtlich gleichgestellt werden. Der Verordnungsentwurf enthält dazu gemeinsame Regeln für die Umwandlung von Bioabfällen in Rohstoffe, die für die Herstellung von Düngeprodukten verwendet werden können.

Da manche Düngemittel nicht in großer Menge produziert oder grenzüberschreitend gehandelt werden, schlägt die Kommission eine fakultative Harmonisierung vor.

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