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Wirtschaft

Handelsabkommen mit Zentralamerika unterzeichnet

AgE
am
28.03.2011

Brüssel - Die EU-Kommission hat mit Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua und Panama eine Vereinbarung über den Abschluss eines Assoziationsabkommens unterzeichnet.

Damit öffnet sich der EU-Markt aus landwirtschaftlicher Sicht insbesondere für Zucker und Rindfleisch. Nach Inkrafttreten des Abkommens sollen im ersten Jahr bis zu 162.000 Tonnen zentralamerikanischer Zucker zollfrei in die EU gelangen dürfen. Danach wird das Kontingent jährlich um 4.860 Tonnen angehoben. Für Rindfleisch werden zollfreie Importmöglichkeiten für insgesamt bis zu 10.000 Tonnen geschaffen; hier ist ein jährliches Wachstum um 500 Tonnen vorgesehen.
 
Ferner sollen 20.000 Tonnen Reis - mit einem jährlichen Wachstum von 1.000 Tonnen - und 5.000 Tonnen Maniokstärke pro Jahr ohne Zoll eingeführt werden können. Kleinere Kontingente gelten für Knoblauch, Zuckermais, Pilze und losen Rum. Nach Auskunft der Kommission wurde die jährliche Anhebung der Quoten zeitlich nicht beschränkt.

Bananenzölle sinken weiter

Daneben senkt die EU für die sechs Länder ihre Bananenzölle bis 2020 schrittweise auf 75 Euro je Tonne. Bis einschließlich 2019 sollen diese Präferenzzölle im Falle unerwartet hoher Lieferungen für maximal drei Monate ausgesetzt werden können. In dieser Periode soll der dann gerade aktuelle Meistbegünstigtenzollsatz gelten; da der im Zeitablauf ebenfalls sinkt, sind die Unterschiede allerdings relativ gering.

Begrenzt bleibt der Zugang für Käse, Milchpulver und Schinken

Im Gegenzug konnte die EU erreichen, dass sich die Länder schrittweise für fast alle Agrarexporte der EU öffnen. Für einige sensible Produkte sollen Kontingente gelten. Die zulässigen zollfreien EU-Käseexporte starten zunächst bei 3.000 Tonnen und sollen anschließend jedes Jahr um 150 Tonnen wachsen. Das Milchpulverkontingent beträgt vorerst 1.900 Tonnen, mit einem Plus von 95 Tonnen pro Jahr. Daneben sind kleinere Quoten für Schweinefleisch und Schinken sowie für Molkenpulver vorgesehen.

Geographische Angaben anerkannt

Als Erfolg kann die Kommission die Anerkennung von insgesamt mehr als 200 geographischen Angaben verbuchen. Ausschlaggebend für die Einwilligung der Behörde dürfte jedoch das Angebot der mittelfristig kompletten Marktöffnung für europäische Autos gewesen sein. Bevor das Abkommen in Kraft treten kann, muss es noch von Rat und Europaparlament abgesegnet werden.
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