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Ratgeber

Hantavirus-Alarm: So schützen Sie sich vor einer Infektion

Rötelmaus
am
05.06.2019

In diesem Jahr haben sich in Niedersachsen bereits fünfmal so viele Menschen wie in den ersten fünf Monaten des Vorjahrs mit dem Hantavirus angesteckt. So vermeiden Sie eine Infektion.

In Niedersachsen hat sich die Zahl der von Mäusen übertragenen Hantavirus-Erkrankungen in diesem Jahr im Vergleich zu den ersten fünf Monaten im Jahr 2018 verfünffacht. Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt in Hannover teilte am vergangenen Montag (03.06.19) mit, dass in diesem Jahr in Niedersachsen bereits 45 Erkrankungen mit dem Hantavirus gemeldet wurden, 29 davon mussten im Krankenhaus behandelt werden. Im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum nur 9 Fälle. Die meisten Infektionen seien bisher in der Stadt und dem Landkreis Osnabrück gemeldet worden. Hier infizierten sich insgesamt 34 Personen. Vier weitere Fälle wurden im Emsland bekannt. Beide Regionen sind regelmäßig am stärksten von der Virus-Erkrankung betroffen.

Wie werden das Hantavirus übertragen?

Die Viren werden von infizierten Nagetieren über Speichel, Urin und Kot aus­ge­schieden und können darin mehrere Tage, auch in getrocknetem Zustand, infek­tiös bleiben. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch die Inhalation virushaltiger Aerosole (z.B. aufgewirbelter Staub), durch den Kontakt der ver­letzten Haut mit kontaminierten Materialien (z.B. Staub, Böden) oder durch Bisse. In Deutschland werden die Viren hauptsächlich durch die Rötelmaus, Brand- beziehungsweise Gelbhalsmaus verbreitet.

Welche Symptome treten beim Hantavirus auf?

Die Symptome einer Infektion mit dem Hantavirus ähneln einer Grippe mit Fieber sowie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. In seltenen Fällen kann es zu Nierenschäden kommen. Wenn akute Krankheitssymptome auftreten, ist ein Arzt aufzusuchen. Ansteckungen sind meldepflichtig.

So können Sie Infektionen vermeiden

Insbesondere Landwirte sind gefährdet sich mit Hantaviren zu infizieren. Beim Reinigen von Lagern und Stallungen kann infizierter Staub aufgewirbelt werden. Deshalb ist eine geeignete Schutzkleidung bei Reinigungsarbeiten angeraten:

  • Korbbrille, Feinstaubmaske, Einweg- Overall sowie -handschuhe aus Nitril mit langem Schaft sowie geschlossene Schuhe, zu tragen.
  • Den Schmutz vorher mit Wasser zu besprühen.
  • Verwenden Sie keinen Staubsauger, da dieser Viren über die Abluft verteilt.
  • Benetzen Sie Mäusekadaver und Exkremente mit Desinfektionsmitteln.
  • Anschließend entsorgen Sie diese in einer Plastiktüte über den Hausmüll.
  • Reinigen und desinfizieren Sie gründlich Ihre Hände nach der Arbeit.
  • Nach der Aufräumungsarbeit sollten Sie die Wohnung mit verschmutzter Kleidung von draußen nicht betreten.
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