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Wirtschaft

Harnstoff: China senkt Exportzölle drastisch

Dr. Olaf Zinke, agrarmanager
am
13.01.2014

Die Harnstoffpreise könnten demnächst sinken. Der Grund dafür ist, dass China seine Exportzölle von 77 auf nur noch 15 Prozent heruntergeschraubt hat. Das erhöht den Angebotsdruck am Markt.

China hat seine Zollsätze für den Export von Mineraldünger drastisch gesenkt. Gültig sind die neuen geänderten Zollsätze seit dem 1. Januar 2014.
 
Die Folge könnte ein deutlich zunehmender Angebotsdruck durch chinesische Exporteure am internationalen Markt für Harnstoffdünger sowie bei P-Dünger sein. Außerdem könnten die Preise in diesen Marktsegmenten erneut unter Druck geraten.

Fast ein Drittel der Produktion für den Export

China hat in den letzten Jahren seine Harnstoffproduktion sehr kräftig ausgebaut. Die Folge waren deutlich wachsende Exporte sowie ein zunehmender Einfluss auf die Weltmarktpreise. Analysten gehen derzeit davon aus, dass die chinesische Harnstoffproduktion den Bedarf im Inland um fast ein Drittel übersteigt. Diese Menge soll natürlich am Weltmarkt abgesetzt werden.

Marktverhältnisse haben sich geändert

Bislang galten für den chinesischen Harnstoffexport zwei Perioden mit unterschiedlich hohen Zollsätzen.
 
Vom 1. Juli bis 31. Oktober zahlten die chinesischen Exporteure sehr niedrige Zölle von zwei Prozent. In diesem Zeitraum ist der Bedarf am chinesischen Markt am geringsten und die chinesischen Exportaktivitäten sind naturgemäß am stärksten. Für diesen Zeitraum gilt künftig ein festgesetzter Exportzoll, der bei einem angenommen Exportpreis von 390 US-Dollar je Tonne ebenfalls knapp zwei Prozent beträgt. Übersteigen die Exportpreise einen zentral festgelegten Benchmark-Preis, waren in der Vergangenheit auch höhere Zollsätze möglich. 
 
In den Zeiträumen vom 1. Januar bis zum 30. Juni sowie vom 1. November bis 31. Dezember galten bislang sehr hohe Zollsätze von 77 %. Diese hohen Zölle haben die chinesischen Harnstoffausfuhren deutlich gedrosselt und sollten die ausreichende Versorgung des heimischen Marktes gewährleisten. Dies ist nun anscheinend nicht mehr in bisherigem Umfang nötig.
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