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Wirtschaft

Harnstoff: Preise legen im Herbst zu

Dr. Olaf Zinke, agrarmanager
am
18.11.2013

Harnstoff ist im November an den internationalen Spotmärkten teurer geworden. Auch in Europa sind die Preise gestiegen. Für Dezember ist jedoch kein weiterer Preisanstieg zu erwarten.

Die Preise für Harnstoff haben sich an den internationalen Spotmärkten im November etwas von ihren vorigen Tiefständen erholt. Grund für den Preisanstieg sind offenbar die höheren Exportzölle Chinas in Verbindung mit mehreren größeren Einkäufen Indiens.
 
Händler berichten, dass indische Einkäufer bis zu 30 US-Dollar je Tonne (USD/t) mehr für Harnstoff gezahlt haben. Daraufhin haben sich die Spotmarktpreise im November zwischen 310 und 315 USD/t eingependelt, nachdem die Preise im Oktober zeitweise bis auf 285 Euro abgesackt waren.
 
Allerdings gab es weiterhin sehr preisgünstige Angebote aus dem Iran, die unter denen Chinas lagen. Hinzu kommt, dass der Preisanstieg auch wieder Anbieter auf den Markt bringen dürfte, die zuletzt wegen der gefallenen Preise die Produktion deutlich gedrosselt hatten. Das gilt nicht zuletzt für Herstellern am Schwarzen Meer.

Auch in Europa etwas höhere Harnstoffpreise

Aus den USA wird im Rahmen der Herbstbestellung bei Winterweizen über steigende Preise an den Importhäfen berichtet. Im US-Großhandel lagen die Preise im November jedoch in etwa auf dem Niveau vom Oktober und damit 25 Prozent (%) niedriger als ein Jahr zuvor.
 
Auch aus aus Europa wurde über etwas höhere Preisforderungen von Herstellern und Handel berichtet. Angesichts der insgesamt weiterhin guten Versorgungslage scheint jedoch ein deutlicher Preisanstieg nicht sehr wahrscheinlich.
 
An den deutschen Ostseehäfen kostete granulierter Harnstoff Mitte November etwa 310 Euro und damit zehn bis 15 Euro mehr als im Oktober.

Preis für KAS stabil

Für den Dezember erwartet man an den Terminmärkten für Harnstoff derzeit jedenfalls keinen weiteren Preisanstieg und auch für den Januar sind die Preise derzeit relativ stabil oder sogar leicht schwächer.
 
Die Preise für KAS lagen an den deutschen Importhäfen hingegen stabil bei 230 Euro je Tonne (Euro/t). Die Preise für AHL/UAN-Dünger bewegten sich an den Ostseehäfen Mitte November bei rund 190 Euro/t und hatten damit gegenüber dem Oktober sogar zehn bis 20 Euro/t nachgegeben. Gleichzeitig waren die AHL-Preise rund 60 Euro oder knapp 25 % niedriger als im Herbst 2012.
Den ausführlichen Text finden Sie in unserem Marktkompass ...

Marktreport: Preistrends bei Mineraldünger

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