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Wirtschaft

Harnstoff : Preise ziehen kräftig an

Dr. Olaf Zinke, agrarmanager
am
18.01.2014

Harnstoff ist im Januar - ebenso wie andere Stickstoffdünger - an den globalen Handelsplätzen deutlich teurer geworden. Auch in Deutschland sind die Preise gestiegen.

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Die meisten Beobachter hat die Preisrallye bei Harnstoff offenbar mehr überrascht als die im Januar deutlich veränderten Versorgungbilanzen bei Getreide durch das USDA und die anschließenden Preisveränderungen bei Mais und Weizen.
 
Außerdem hatte China als der zuletzt wohl aggressivste Anbieter seine Exportzölle für die Ausfuhr von Harnstoff auf nur noch 15 % gesenkt. Aber Bis Mitte Januar war am Weltmarkt noch nichts von zusätzlicher chinesischer Ware zu spüren. Vielmehr ist erst einmal das Gegenteil ist der Fall.

Politische und ökonomische Probleme

Viele Hersteller am Schwarzen Meer hatten mit dem scharfen Preisrückgang in der zweiten Jahreshälfte 2013 ihre Produktion deutlich gedrosselt. Hinzu kommen jetzt politische und ökonomische Probleme bei den Herstellern in Nordafrika und Ägypten. Im Ergebnis liegt das Angebot aus diesen Ländern zum Jahresbeginn deutlich unter den Erwartungen.
 
Der Europäische Importbedarf wird zu großen Teilen aus Ägypten gedeckt. Die Lieferprobleme der Ägypter haben die Preise auch hierzulande an den Importhäfen kräftig anziehen lassen.
 
Noch ist nicht zu erkennen, wie sich die Senkung der chinesischen Exportzölle mittelfristig auf die Marktversorgung und die Weltmarktpreise auswirkt. Analysten berichten, dass an den chinesischen Exporthäfen eigentlich ausreichend Harnstoff für den Export vorhanden ist. Sollten die Chinesen also mit diesen Mengen zeitnah auf den Weltmarkt drängen, könnte das die Preise rasch wieder unter Druck setzen. Erst einmal sieht es jedoch nicht danach aus.

Deutsche Preise kräftig gestiegen

An den deutschen Ostseehäfen kostete der dort umgeschlagene granulierte Harnstoff Mitte Januar im Schnitt 330 Euro je Tonne (Euro/t) und damit zehn Euro mehr als im Dezember. Im Vorjahresvergleich sind die Preise knapp 15 Prozent (%)niedriger.
 
Die Großhandelspreise für KAS-Dünger lagen im Januar an den deutschen Importhäfen bei rund 260 Euro/t und waren damit 20 Euro höher als im Dezember. Im Vergleich zum Vorjahr war das Preisniveau bei KAS etwa zehn Prozent  niedriger. Die Preise für flüssigen AHL-Dünger bewegten sich an den Ostseehäfen Mitte Januar relativ stabil zwischen 205 und 210 Euro/t. Gleichzeitig waren die AHL-Preise etwa 15 % niedriger als Anfang 2014. 
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