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Umweltverschmutzung

Hat BUND-Mitarbeiter Vögel mit Branntkalk vergiftet?

Lange galt es als normal, Branntkalk in Teichen anzuwenden. Seit einigen Jahren wurde der Einsatz insbesondere in geschützten Biotopen und zum Schutz von Tieren und Pflanzen eingeschränkt.
am Freitag, 16.09.2022 - 09:45 (1 Kommentar)

Beim Ablassen eines Biotopteichs hat ein Umweltschützer Vögel mit Branntkalk vergiftet. Die Umweltschutzorganisation BUND bedauert die Geschehnisse. Bislang ist noch unklar, ob der Vorfall strafrechtlich verfolgt wird.

Letzte Woche hat ein Umweltschützer des Bunds für Umwelt und Naturschutz (BUND) aus Versehen im Naturschutzgebiet Welter Bach mehrere Tiere vergiftet und ein Vogelsterben verursacht. Der Unfall ereignete sich auf einem Privatgelände, das der BUND selbst bewirtschaftet, wie das Umweltamt des Kreises Coesfeld und der Naturschutzverein mitteilten.

Branntkalk sollte pH-Wert im Teich regulieren

Anscheinend hat der Mann einen Teich abgelassen, um dort Branntkalk auszubringen. Er habe das Wasser abgelassen, um die Fische zu beseitigen, die den Naturschützern zu dominant geworden wären und den Teich leer gefressen hätten, wie AZ-Online berichtet. Andere Lebewesen wie Libellen, Frösche oder Erdkröten seien nicht mehr am Gewässer gewesen.

Branntkalk auszubringen sei in der Teichwirtschaft nicht unüblich, um den pH-Wert auf 6 bis 8 zu heben. Außerdem werde dabei vorkommendes Eisen gebunden und Nährstoffe für Fische seien wieder verfügbar.

Wichtig für Teichwirtschaft oder Umweltgift?

Branntkalk hat eine stark ätzende Wirkung. Professionell eingesetzt, kann das Mittel zur Desinfektion und Parasitenabtötung verwendet werden. Immer häufiger wird deshalb in der Teichwirtschaft geraten, ganz auf den Einsatz von Branntkalk zu verzichten. In einigen Naturschutzgebieten, wie z. B. in den Rietberger Fischteichen, ist der Einsatz sogar verboten.

Gegenüber AZ-Online erklärt der Umweltschützer: „Und dann ist etwas passiert, womit ich nicht gerechnet habe. Die Enten schwimmen durch den Schlamm und gehen mit dem Schnabel auf Futtersuche.“ Dabei hätten diese den Kalk möglicherweise aufgenommen. Zehn Enten und zwei Nilgänse seien verendet.

Behörden prüfen Zusammenhang von Vogelsterben und Kalkung

Derzeit steht noch nicht abschließend fest, ob der Tod der Brutvögel mit dem Branntkalk zusammenhängt. Das muss das Kreisumweltamt noch prüfen. Unklar ist auch, ob der Vorfall unter Strafe steht.

Fest steht, dass zehn Enten und zwei Gänse tot sind, wie BUND AZ-Online gegenüber erklärt. Ob der BUND gegen das eigene Mitglied Strafanzeige wegen Umweltverschmutzung erstatten wird, bleibt abzuwarten.

Mit Material von AZ-Online

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