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Vermarktung

Das hat der Landwirt von Convenience-Produkten

Landwirtin hält Weckglas mit Fertigprodukt in der Hand
am Mittwoch, 30.12.2020 - 05:00 (1 Kommentar)

Fertigprodukte kann der Verbraucher schnell und einfach zubereiten. Für Landwirte können sie eine gute Einkommensquelle sein.

Viele Deutsche essen mehrmals pro Woche Fertiggerichte. Gleichzeitig legen sie beim Lebensmittelein­kauf Wert auf die Herkunft aus einer bestimmten Region.

Convenienceprodukte vom Bauern­hof verbinden die beiden Aspekte und können somit eine Einkom­mensquelle für Landwirte sein. Wir geben im Artikel einen Überblick über folgende Aspekte: 

  • Was macht Convenience-Produkte aus?
  • Welche Arten von Convenience-Produkten gibt es? 
  • Welche Käufer greifen zu Convenience-Produkten? 
  • Was zeichnet Convenience-Produkte vom Bauernhof aus? 

Was sind Convenience-Produkte?

Convenience bedeutet übersetzt: "Bequemlichkeit". Prinzipiell ist der Arbeitsaufwand bei Convenience-Produkten gering, um eine verzehrfertige Mahlzeit vor sich zu haben. Der Konsument muss sich das Essen zum Beispiel nur noch aufwärmen oder eventuell eine Beilage wie Nudeln dazu zubereiten. Dem Kochverhalten der Deutschen kommt das entgegen.

Denn anders als in den meisten landwirtschaftlichen Haushalten steht die deutsche Bevölkerung unterdurchschnittlich lang in der Küche. Eine Umfrage des Marktforschungsunternehmens GfK ergab, dass in Deutschland 5,4 Stunden pro Woche gekocht wird. Und das, obwohl Selbst kochen jung hältNur in drei anderen Ländern stehen die Bürger noch weniger hinterm Herd.

In welche Stufen teilen sich Convenience-Produkte ein?

Convenience-Produkte lassen sich nach ihrer Fertigungsstufe beziehungsweise dem Grad der sofortigen Verzehrfertigkeit einteilen: 

  • Stufe 0 - Grundstufe: Der Hersteller hat keinen Arbeitsschritt der Vor- und Zubereitung erledigt. Das Produkt ist zu 0 Prozent verzehrfertig und der Kunde muss alles selbst tun.
    Beispiel:
    ungeputztes Gemüse. 
  • Stufe 1 - küchenfertig: Das Produkt ist zu 15 Prozent verzehrfertig. Der Kunde muss das Produkt vor dem Garen vorbereiten,  beispielsweise würzen oder portionieren.
    Beispiele: geputztes Gemüse, Kartoffeln im Glas, zerlegtes Fleisch. 
  • Stufe 2 - garfertig: Das Lebensmittel kann der Kunde ohne weitere Vorbereitung garen, es ist zu 30 Prozent verzehrfertig. Beispiele: fertige Suppen (flüssig), paniertes oder gewürztes Fleisch, Teigwaren, Tiefkühlgemüse. 
  • Stufe 3 - mischfertig oder aufbereitfertig: Der Kunde muss das Produkt noch mit weiteren Lebensmitteln mischen oder würzen. Es ist zu 50 Prozent verzehrfertig.
    Beispiele:
    Suppenpulver, Fertigmüsli. 
  • Stufe 4 - regenerierfertig: Das Lebensmittel ist zu 85 Prozent verzehrfertig und muss nur noch aufgewärmt werden.
    Beispiele:
    fertige, vorgegarte Frikadellen, Tiefkühl-Fertiggerichte wie Pizza. 
  • Stufe 5 - verzehrfertig oder tischfertig: Der Kunde kann das Produkt sofort verzehren.
    Beispiele:
    Fertigsalat mit Dressing, Obstkonserven. 

Wer kauft Convenience-Produkte?

Tiefkühlpizza mit Gemüse auf einem weißen Untergrund

Für Senioren, die die einzelnen Zutaten für Gerichte oft nicht mehr tragen können, sind Convenience-Produkte eine gute Alternative. Zudem sind die Verpackungseinheiten im Supermarkt wie ein Sack Kartoffeln häufig zu groß. Doch nicht nur für ältere Menschen sind Convenience-Produkte interessant.

Die Familienstrukturen ändern sich: Wenn beide Eltern berufstätig sind und sich die Tagesabläufe sich nur schwer aufeinander abstimmen lassen, wird nicht mehr zusammen gekocht und gegessen. Da wird zu küchenfertigen Produkten gegriffen, die man nur noch aufwärmen muss. Darüber hinaus sind viele Elternteile alleinerziehend und ihnen fehlt schlichtweg die Zeit zum Kochen. 

Ein weiterer Aspekt ist, dass in vielen Haushalten nur eine Person lebt. Die wenigsten stellen sich stundenlang an den Herd, um nur für eine Person zu kochen – wenn sie das Kochen überhaupt noch beherrschen. Das gilt nicht nur für ältere Personen, sondern auch für Jüngere. Sie kochen nicht für sich allein, wollen aber hochwertige Mahlzeiten auf dem Tisch. 

Welche Vorteile haben Convenience-Produkte vom Bauernhof?

Convenience-Produkte vom Bauernhof vereinen die verschiedensten Verbraucherwünsche. Die Mahlzeiten sind nicht nur schnell und einfach zubereitet, sondern der Verbraucher bekommt etwas regionale Qualität auf den Tisch und weiß genau, was im Glas ist. Rinderrouladen aus dem Weckglas, die im Autoklav konserviert werden, sind beispielsweise 1,5 Jahre ungekühlt haltbar – ganz ohne künstliche Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker oder zusätzliche Aromen. Convenience-Produkte aus dem Supermarkt können da nicht mithalten.

Das Haltbarkeitsdatum kommt dem Einkaufsverhalten der Verbraucher entgegen, denn im Gegensatz zu früher gehen die Leute nur noch einmal pro Woche einkaufen. Die Lebensmittel, die im Einkaufskorb landen, müssen somit haltbar sein. 

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