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Umwelt

Haus, Maus und Reh: So sehen die Verbissspuren aus

von , am
23.07.2015

Maus, Hase oder Rehwild? Von wem stammen die Verbissspuren? Anhand der Bissoberfläche, der Jahreszeit und auch der Baumart, lässt sich der Täter bei genauem Hinsehen entlarven.

Verbiss kann zu bedeutsamen Schäden an der Waldverjüngung führen und meist ist es das Schalenwild. Das zeigt auch ein an der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) durchgeführtes Forschungsprojekt. Aus Erkenntnissen der Verjün- gungsaufnahmen sowie der Untersuchung der gewonnenen Verbissproben lassen sich folgende Diagnosemerkmale ableiten:

Merkmale Schalenwild


  • Verbiss bevorzugt an Edellaubbäumen und Tanne
  • Aussagen zur ebenfalls als verbissgefährdet eingestuften Eiche können aufgrund der geringen Individuenzahlen nicht getroffen werden
  • Verbiss überwiegend während der Wintermonate (Winterverbiss)
  • Sommerverbiss vor allem an Ahorn
  • Verbisshöhe: am häufigsten zwischen 20 und 90 cm (Rehwild; ohne Schnee)
  • gelegentliche (Rehwild) bis häufige (Rotwild)
  • Quetschung des Triebes
  • überwiegend raue bis gefranste (vor allem beim Rotwild auch stark gefranste)
  • Oberfläche (durch „Abrupfen“ des Triebes)
  • überwiegend flacher Verbisswinkel (0 bis 30°)
  • Merkmale Hase

  • Verbiss bevorzugt an Laubbäumen (insbesondere Buche)
  • Verbiss überwiegend während der Wintermonate (Winterverbiss)
  • Verbiss vor allem in Waldrandbereichen
  • Verbisshöhe: in der Regel zwischen 20 und 50 cm (ohne Schnee)
  • Häufig Verbiss an mehreren Trieben einer Pflanze
  • Keine Quetschung des Triebes
  • Überwiegend glatte bis raue Verbissoberfläche (durch „Abschneiden“ des Triebs)
  • Verbisswinkel in den meisten Fällen zwischen 30 und 60°
  • Merkmale Maus

  • Verbiss bevorzugt an Laubbäumen (insbesondere Ahorn, Buche)
  • Verbiss vor allem an Jungpflanzen bis 20 cm Höhe (ohne Schnee)
  • in der Regel partieller oder vollständiger Fraß der (Gipfel-)knospe; häufig auch Fraß ganzer Keimlinge
  • Verbissoberfläche glatt bis rau
  • dort, wo Triebverbiss durch Mäuse vorkommt, sind meist auch andere Hinweise zu finden, die auf das Vorkommen von Mäusen schließen lassen (z. B. Mauselöcher, Gänge, Fraßschäden an der Rinde)
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