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Interview

Haushaltshilfe auf dem Hof: Tabu oder notwendige Entlastung?

Putzhilfe
am Freitag, 15.10.2021 - 08:00

Hof, Haushalt und Familie – Bäuerinnen stemmen ein hohes Arbeitspensum. Landwirtin Juliane Vees setzt schon seit Jahren auf eine Haushalts- und Pflegehilfe. Wie sieht es bei Ihnen aus, stimmen Sie mit ab.

Bäuerinnen haben oft eine hohe Arbeitsbelastung. Wie könnten die Frauen entlastet werden?

Juliane Vees

Die Ergebnisse der Bäuerinnen-Studie zeigen sehr deutlich, dass die Arbeitsbelastung der Frauen enorm hoch ist. Manche geben an, bis zu 70 Stunden in die Woche am Hof zu arbeiten. Deshalb ist es wichtig, dass Frauen überlegen, wo sie entlastet werden können. Gerade im Bereich Haushalt lässt sich gut abgeben, wie ich finde. Zum Beispiel eine Putzhilfe oder auch einen Wäscheservice halte ich für sehr wertvoll. Die Studienergebnisse haben auch gezeigt, dass viele Frauen eine hohe Belastung im Pflegebereich haben. Auch hier halte ich es für wichtig, dass man sich Unterstützung holt. Was auch nicht zu unterschätzen ist, ist die Gartenarbeit.

Warum tun sich Bäuerinnen schwer damit, sich eine Haushaltshilfe zu holen?

Es ist in der Landwirtschaft leider noch recht unüblich, dass man sich Entlastung von außen holt. Wer sich Hilfe im Haushalt leistet, sagt das oft nur hinter vorgehaltener Hand. Man gibt das nicht gern zu. Das ist traurig. Mit diesem Thema müssen wir offener umgehen. Die Einstellung auf den Höfen ist meist, wir schaffen das als Familie schon allein. Das kommt noch von früher, wo es üblich war, dass Verwandte, auch Kinder stärker im Haushalt und Betrieb eingespannt waren. Das ist heute nicht mehr so. Viele haben auch ein komisches Gefühl, wenn Fremde im eigenen Haus putzen. Das ist für viele landwirtschaftlichen Familien ungewohnt. Betriebe, die schon Angestellte im Betrieb haben, denen fällt es teilweise leichter, jemanden auch für den Haushalt zu beschäftigen.

Ihr habt schon länger Unterstützung in Haushalt. Wo entlasten euch externe Dienstleister?

Begonnen haben wir mit einem Wäscheservice, einem Dienstleister, der die Arbeitskleidung aller Mitarbeiter nicht nur stellt, sondern auch regelmäßig wäscht. Den Tipp habe ich von einer Berufskollegin bekommen. Mein Mann fand die Idee gleich gut. Mich hat das wirklich sehr entlastet, denn gerade im Biogasbereich ist die Vergüllung oft stark. Regelmäßig saubere Arbeitskleidung für mehrere Mitarbeiter bereit zu stellen ist ein ziemlicher Aufwand.

Als meine Schwiegereltern älter wurden, musste ich dann auch noch zusätzlich deren Haushalt übernehmen. Dann haben wir auch noch Seminarräume, die geputzt werden müssen. Das habe ich irgendwann nicht mehr geschafft und wir haben eine Reinigungskraft angestellt. Sie putzt auch bei mir im Haus, wenn viel los ist. Und als die Schwiegereltern pflegebedürftig wurden, haben wir schließlich zwei ungarische Pflegehelferinnen angestellt. Das ist für mich eine Riesenentlastung.

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