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Politik national

Heidl: 'Düngeverordnung schießt über's Ziel hinaus'

von , am
11.05.2015

Mit einem offenen Brief weist der bayerische Bauernpräsident Walter Heidl nochmals eindringlich auf die Probleme der geplanten neuen Düngeverordnung hin.

Die Düngeverordnung beinhaltet längere Sperrfristen und verschärfte Vorgaben bei der Ausbringung. © Werkfoto
Auch nach den zahlreichen Gesprächen in der letzten Zeit ist Bayerns Bauernpräsident Walter Heidl der Meinung, dass bei allem Druck zur Novellierung der Düngeverordnung, sowohl fachlich als auch im Hinblick auf neu entstehende Bürokratie und zusätzlichen Kosten, weit über das Ziel hinausgeschossen wird. Das schreibt Heidl in einem offenen Brief an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sowie Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt. Viele der geplanten Verschärfungen seien nicht zu Ende gedacht oder gar kontraproduktiv für den Gewässerschutz. "Unsere Bauern haben schlichtweg kein Verständnis dafür, wenn ihnen Regelungen und Auflagen zugemutet werden, die von der Sache her nicht nachvollziehbar sind, nur zusätzliche Bürokratie verursachen oder womöglich allein von ideologischem Gedankengut der Umweltseite getragen werden", so Heidl.

Massive Probleme auf bayerischen Betrieben

Gerade neue Regeln zur Düngebedarfsermittlung, die geplanten Verschärfungen bei der Phosphat-Düngung, die geforderte Hoftorbilanz, eine mögliche Länderöffnungsklausel, längere Sperrfristen, die Einschränkungen für Festmist und verschärfte Vorgaben bei der Ausbringtechnik würden für massive Probleme auf den bayerischen Betrieben sorgen. "Die Landwirtschaft nimmt den Schutz des Grundwassers und der Oberflächengewässer sehr ernst", unterstreicht Heidl. Ein Beleg dafür ist die Bilanz nach der KULAP-Antragstellung in Bayern: mehr als 15.000 Verträge für Gewässerschutzmaßnahmen wurden unterzeichnet. "Ich bitte Sie nochmals nachdrücklich, für eine praxisgerechte Ausgestaltung der Düngeverordnung zu sorgen", fordert Heidl. "Die praxisgerechte Düngung darf nicht von überzogenen ideologischen Forderungen von Umweltbereich und Wasserwirtschaft abhängig gemacht werden."
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