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Politik EU

Heidl und Reisecker: Forderungen zur GAP

von , am
26.07.2012

Linz - In einem Pressegespräch haben Bayern und Oberösterreich gemeinsame Forderungen zur GAP-Reform präsentiert. Kritik übten sie an der geplanten Flächenstilllegung und der Agrarbürokratie.

Der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Walter Heidl, und der Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Franz Reisecker, bei ihrem Gespräch in Linz. © LK Oberösterreich
Ihre gemeinsamen agrarpolitischen Forderungen wollen die Bauernvertreter von Bayern und Oberösterreich in der EU künftig noch stärker zum Ausdruck bringen. Dies betonten der Präsident des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Walter Heidl, und der Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, Franz Reisecker, bei ihrem Gespräch in Linz. Hauptanlass für das Treffen waren die Verhandlungen über die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) und über den EU-Haushalt der Periode 2014 bis 2020, die im kommenden Herbst in ein entscheidendes Stadium treten.

Betriebsstrukturen ähnlich

Innerhalb der 27 EU-Staaten seien die Forderungen zur GAP-Reform sehr unterschiedlich. In Bayern und Oberösterreich würden dagegen die gemeinsamen Vorstellungen zur Agrarzukunft bei Weitem überwiegen, erklärte Reisecker. Als Beispiele nannte er "die sehr ähnliche bäuerliche Betriebsstruktur in beiden Ländern und die große Bedeutung der Tierproduktion, für deren Wettbewerbsfähigkeit aber auch die entsprechende Finanzierung gesichert werden muss". Zentrale Bedeutung komme der weiteren Ausgestaltung der Direktzahlungen, einer ausreichenden Investitionsförderung, dem Erhalt der Bergbauernförderung und den in beiden Ländern sehr bewährten Umweltprogrammen zu, bestätigt auch BBV-Präsident Heidl das gemeinsame Ziel für die Bauern.

Ökologisierung der Landwirtschaft befürwortet

Ausgehend von den auch in der Öffentlichkeit anerkannten Umweltprogrammen in Oberösterreich und Bayern treten beide Präsidenten für die Fortsetzung der Ökologisierung der Landwirtschaft auf freiwilliger Basis ein. "Der von der EU-Kommission bis jetzt vorgelegte Greening-Vorschlag entspricht aber noch keineswegs den praktischen Anforderungen beziehungsweise der erwartbaren Effizienz, die Umwelt- und Landschaftspflegeleistungen bringen sollen", zeigten sich Heidl und Reisecker einig. Die bisherigen Vorschläge würden vor allem die kleinen und mittleren Betriebe belasten und die bisherigen Erfolge der freiwilligen Umweltprogramme sogar nachhaltig aushöhlen.

Nein zur Flächenstilllegung

Mit der nunmehr vorgeschlagenen Anhebung der Untergrenze für die Fruchtfolgeauflage von drei auf zehn Hektar und geplanten Anpassungen beim einzelbetrieblichen Grünland-Umbruchsverbot bewege sich die Diskussion aber in die richtige Richtung, erklärte Reisecker. Ganz entschieden wehren sich beide Bauernpräsidenten gegen den EU-Vorschlag einer Öko-Brache von sieben Prozent der Acker- und Dauerkulturfläche. "Das ist für Bauern insbesondere vor dem Hintergrund der weltweiten Forderung, mehr Lebensmittel zu produzieren, ganz unverständlich", stellten sie fest. In Österreich und Bayern müssten demnach jeweils etwa 100.000 Hektar stillgelegt werden. In diesem Zusammenhang forderten die beiden Bauernvertreter, den anhaltenden, durch Baumaßnahmen verursachten Verlust von Agrarflächen wenigstens einzudämmen.

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