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Umwelt

Heiße Diskussion um die Einstufung von Glyphosat

© Mühlhausen/landpixel
von , am
25.03.2015

Nachdem die WHO das Herbizid Glyphosat als 'wahrscheinlich krebserregend für Menschen' eingestuft hat, melden sich Politik und Wirtschaft zu Wort. Fakt ist, das BfR muss die Einstufung erst gründlich prüfen.

Glyphosat gilt nach einer jüngsten Einstufung des IARC als 'wahrscheinlich krebserregend für Menschen'. © Mühlhausen/landpixel
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat das HerbizidGlyphosat als 'wahrscheinlich krebserregend bei Menschen' eingestuft. Damit hat sie der bisherigen Einschätzung des Bundesamts für Risikobewertung (BfR) widersprochen.
 
Die Grünen fordern nun von der Bundesregierung eine gründliche Prüfung der Risiken von Glyphosat. Dass die WHO das Pflanzengift als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft habe, sei alarmierend und müsse Konsequenzen haben, mahnte der Pestizid-Experte der Grünen-Bundestagsfraktion, Harald Ebner, am Montag. Die Bundesregierung dürfe sich daran "nicht länger vorbeimogeln". Sie müsse die Zulassung von Glyphosat "umgehend aussetzen und die Risiken gründlich untersuchen".
 
"Es darf keine Neuzulassung von Glyphosat geben, solange Gesundheitsgefahren nicht umfassend durch neue industrieunabhängige Studien geklärt und ausgeschlossen wurden. Gerade die Folgen der Glyphosatbelastung von Nahrungsmitteln sind immer noch zu wenig untersucht, obwohl Studien das Gift selbst im Urin von Großstädtern nachgewiesen haben", warnt Harald Ebner.

BfR will Einstufung gründlich prüfen

Das BfR nahm dazu am Montag bereits Stellung und sagte, dass die Einstufung auf Basis der vorliegenden Informationen wissenschaftlich schlecht nachvollziehbar und nur mit wenigen Studien belegt sei. Abschließend könne die Entscheidung der IARC allerdings noch nicht beurteilt werden, da eine detailierte Bewertung noch nicht vorliegt. Sobald diese vorliegt, will das BfR diese gründlich prüfen. 
 
 

Arbeitsgruppe Glyphosat lehnt Klassifizierung ab

Die Industrielobbygruppe 'Arbeitsgruppe Glyphosat', die Agrochemiekonzerne wie Monsanto und Syngenta vertritt, wies die Einstufung der IARC umgehend zurück:
"Die Auswertung, die zu diesem Schluss gekommen ist, weise erhebliche methodische Mängel auf und die daraus gezogene Schlussfolgerung stehe im Widerspruch zu sämtlichen regulatorischen Sicherheitsbewertungen von Glyphosat", hieß es in dem Schreiben. Sie forderten damit die IARC auf, ihre Entscheidung zurückzuziehen.  

In diesem Jahr soll die Zulassung von Glyphosat in der EU um weitere zehn Jahre verlängert werden. Dazu muss das BfR noch in diesem Monat einen abschließenden Bericht an die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit schicken.

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