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Gerichsturteil

Hessen soll Landwirt 821.000 Euro zahlen

Pferdekopf
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Amelie Grabmeier, agrarheute
am
30.07.2018

821.000 Euro soll das Land Hessen einem Landwirt zahlen. Grund dafür ist ein antiker Pferdekopf aus der Römerzeit. Das hat das Landgericht Limburg beschlossen.

Für einen Landwirt aus Lahnau, Hessen, könnte es demnächst einen wahren Geldregen geben. Das Land Hessen soll ihm 821.000 Euro für einen antiken Pferdekopf aus der Römerzeit zahlen. Das hat das Landgericht Limburg am vergangenen Freitag entschieden. Die Richter schlossen sich der Einschätzung einer Gutachterin an, die den Wert der antiken Skulptur auf gut 1,6 Millionen Euro schätzte.

2009 hatten Archäologen auf seinem Grundstück den Sensationsfund gemacht. Tief in einem antiken Brunnen entdeckten sie einen lebensgroßen Pferdekopf einer römischen Reiterstatue aus Bronze. Die Skulptur ging in den Besitz des Landes über. Nach der damaligen Rechtslage sollte der Landwirt die Hälfte des Wertes als Entschädigung erhalten. Da er und das Land Hessen sich nicht einigen konnten, zog der Mann vor Gericht.

Landwirt stehen Zinsen zu

Bislang hat das Land Hessen 48.000 Euro an den Landwirt gezahlt. Das Urteil der Limburger Richter ist noch nicht rechtskräftig. Sollte die ganze Summe fällig werden, stehen dem Landwirt laut Urteil zusätzlich Zinsen zu.

Der Pferdekopf ist Teil eines Reiterstandbilds, das wahrscheinlich Kaiser Augustus (63 v. bis 14 n. Christus) darstellte. Der Kopf wurde restauriert und soll einmal im Römerkastell Saalburg in Bad Homburg ausgestellt werden.

Mit Material von dpa

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