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Corona-Krise

Hickhack um die Jagd im Osten

Jäger im Hochstand
am Freitag, 27.03.2020 - 10:50 (Jetzt kommentieren)

Die Ausgangsregeln zur Corona-Prävention sorgen auch bei der Jagd für Probleme. Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern schränken Jäger ein. Und das, obwohl die Afrikanische Schweinepest immer näher rückt.

Die Regeln der Bundesländer über Ausgangs- und Reisebeschränkungen treffen inzwischen auch Jäger und hindern sie an der Jagdausübung.

In Mecklenburg-Vorpommern bleibt zwar die Jagd allein oder mit Personen aus dem eigenen Haushalt erlaubt, Jäger mit Erstwohnsitz außerhalb des Bundeslandes dürfen jedoch nicht mehr zum Jagen einreisen.

Eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums erklärte gegenüber der Redaktion von jagderleben.de, Reisen nach Mecklenburg-Vorpommern seien aus privatem Anlass bis auf wenige Ausnahmen untersagt. Das gelte auch für Jäger. Die Regelung finde auch dann Anwendung, wenn der Jäger eine eigene Unterkunft oder einen zweiten Wohnsitz in dem Bundesland besitzt.

Ministerium erwartet keine Negativfolgen auf den ASP-Schutz

Da diese Regelung bislang nur bis zum 19. April gelte, erwarte das Agrarministerium keine negativen Auswirkungen auf die Schutzmaßnahmen vor der Afrikanischen Schweinepest (ASP), hieß es weiter.

Die Schweineseuche war zuletzt in einem Hausschweinebestand in Westpolen, nur 78 km von der deutschen Grenze entfernt, diagnostiziert worden. Der polnische Wildschweinebestand ist längst infiziert.

Bislang gab es noch keine Fälle hierzulande, doch die Ausdünnung der Wildschweinepopulation gilt als eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen.

Komplettverbot in Brandenburg wieder gekippt

Noch rigoroser gedachte das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz (MLUK) in Brandenburg die Jagd einzuschränken. Minister Axel Vogel (Bündnis90/Die Grünen) verkündete am 23. März Pläne, nach denen die Jagd wegen der Corona-Krise vorerst komplett verboten werden sollte. Dafür erweiterte sein Ministerium die Regelung, dass Straßen und öffentliche Plätze nicht mehr ohne triftigen Grundzu zu betreten seien, auf Wald und Flur. Die Begründung: Jagd sei nicht systemrelevant und eine Abstandsregelung zwischen den beteiligten Personen nicht garantierbar. Unverständlicherweise sollte letzteres auch für die Einzeljagd gelten.

Das grüne Ministerium erhielt daraufhin massiven Protest. Vor allem die näherrückende Afrikanische Schweinepest (infizierte Wildschweine wurden nur wenige Kilometer vor der polnischen Grenze zu Brandenburg aufgefunden) machte Jägern und Landwirten Sorge.

Das MLUK kippte den Vorschlag daraufhin und erklärte die Jagd weiterhin für grundsätzlich erlaubt. Die Jäger seien allerdings gehalten, auch tatsächlich alleine auf die Jagd zu gehen. Für den Fall, dass eine Begleitperson mit auf den Ansitz oder die Pirsch gehe, solle unbedingt der Mindestabstand von 1,5 Meter eingehalten werden.

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