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Umwelt

Hieronymus - Schutzpatron der Lehrer, Theologen und Gelehrten

von , am
30.09.2009

Leipzig - "Wenn Marienfäden um Hieronymus durch die Lüfte schweben, die Spinnen einen goldenen Oktober uns weben", heißt es im Volksmund. Wie im Kalender ausgewiesen, wird am letzten Septembertag des heiligen Hieronymus gedacht.

Hieronymus, der um 347 in Stridon in Dalmatien das Licht der Welt erblickte und um 419/420 in Betlehem starb, wird in der Kunst als alter, an einem Pult lesender oder schreibender Mann mit Kardinalshut, Kreuz, Löwen und Totenschädel dargestellt.

Im Hinblick auf den Schutzpatron Dalmatiens, der Lehrer, Schüler und Studenten sowie der Theologen und Gelehrten lehrt ein Reim: "Lässt Hieronymus Marienseide (Spinnweben) durch die Lüfte schweben, wirst du einen goldenen Oktober erleben". Sehr hübsch klingt auch: "Hängt Hieronymus Marienfäden in’s Geäst der Bäume, verspricht er goldene Oktoberträume".

Sonniger September: Auch Oktober wohltemperiert

Tatsächlich stellt sich nach einem warmen und sonnigen Ende des Monats September mit der hohen Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent ein überdurchschnittlich temperierter Oktober ein. Während dabei sich im Norden Deutschlands viele Wolken im Verlauf des Oktobers am Firmament tummeln werden, lacht Frau Sonne im Alpenraum dagegen sehr häufig vom Himmel.

Hieronymus: Ein temperamentvoller Charakter

Eine Legende berichtet über Hieronymus, der zu den charismatischsten und bedeutendsten Kirchenpersönlichkeiten gezählt wird, dass er einem Löwen half, indem er einen schmerzenden Dorn aus dessen Pranke zog. Vor Dankbarkeit soll dieser Löwe zahm geworden sein und Hieronymus bis zu dessen Lebensende treu begleitet haben. Hieronymus war ein Mann ausgesprochen temperamentvollen Charakters, der seine Theologie und deren Auslegung sehr ernst nahm, aber andere Auffassungen oft als persönliche Beleidigung interpretierte. Im Zusammenhang damit pflegte er häufig zu sagen: "Parce mihi, Domine, quia Dalmata sum", was soviel bedeutet wie "Sei mir gnädig, Herr, weil ich Dalmatiner bin".

Weitere Wetterspruchweisheiten, die sich auf Hieronymus beziehen, der auch als Beschützer der Dolmetscher verehrt wird, betonen: "Auch wenn Hieronymus für Wochen mit schönem Wetter winkt, die Haselmaus um Martin in Winterschlaf versinkt", "Lädt Altweibersommerwetter um Hieronymus zum Pilzesammeln in den Wald, wird warm der Oktober und der Winter sehr kalt" und "Lässt Hieronymus im Altweibersommer viel Pilze aus dem Waldboden schießen, kannst du einen sonnenwarmen Oktober und am Kamin einen kalten Winter genießen". (Dr. Jurik Müller, Deutscher Wetterdienst) 

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