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Umwelt

Hitzeschäden: Vollsperrung, Bombenexplosion und Stromprobleme

von , am
11.08.2015

Deutschland stöhnt vor Hitze. Abgesehen vom Schwitzen beeinflusst die Hitze den Alltag auf ihre Weise. Im Norden Berlins ist eine Straße geradezu explodiert, genau wie zwei richtige Bomben in Darsing und Sachen-Anhalt.

Deutschland steht erneut eine heiße Woche bevor. Schwüle Luft breitet sich von Süden aus. Der Donnerstag wird der heißeste Tag der Woche, sagte Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst am Montag voraus. Die Temperaturen sollen dann im Norden bis 31 Grad, im Süden und Osten bis 37 auf Grad steigen. Am Freitag werde es eine merkliche Abkühlung geben, sagte Meteorologe Lars Kirchhübel vom Deutschen Wetterdienst gegenüber der Deutschen Presseagentur. Solche extremen Hitzetage wie sie zur Zeit in Deutschland herrschen, wird es in Zukunft sogar häufiger geben. Hinzu kommt eine steigende Anzahl extrem trockener Sommertage. Das ist das Ergebnis einer europaweit einzigartigen Studie, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Auftrag gegeben hat.

Die Städte stinken

Wer in einer Großstadt wohnt, wird eine Folge der Hitze schnell spüren oder riechen. Denn die Städte fangen an zu stinken. Nicht nach Abgasen wie sonst, sondern nach Müll und  Abwasserkanälen. Wie der Tagesspiegel auf seiner Internetseite schreibt, scheinen sich die Berliner von den Gerüchen nicht stören zu lassen. Bisher melden die Wasserbetriebe seit Jahresbeginn gerade mal 50 Beschwerden.

Schiffe fahren nicht mehr

Auch die Binnenschifffahrt ist von der Hitze betroffen. Auf der Donau geht nichts mehr. Das berichtet die Mittelbayerische im Internet. "Der Fachbereichsleiter des Schifffahrtsamts Regensburg, Jürgen Schillinger, bestätigte am Montag auf MZ-Nachfrage, dass vor allem der 69 Kilometer lange Streckenabschnitt der frei fließenden Donau zwischen Straubing und Vilshofen betroffen ist und ein geregelter Schifffahrtsverkehr deshalb schon seit längerem problematisch sei", heißt es in dem Artikel. 
 
Die Elbe schwankt von einem Extrem ins andere: Vor zwei Jahren sorgte die Jahrhundertflut noch für Überschwemmungen, nun führt der Fluss an manchen Stellen so wenig Wasser wie noch nie zuvor gemessen. Die Schifffahrt kommt im mittleren und oberen Bereich der Elbe weitgehend zum Erliegen, statt dessen werden vor Jahrhunderten gelegte "Hungersteine" plötzlich frei. Frachtschiffe oder auch Ausflugsschiffe haben ihren Betrieb eingestellt. Die Weiße Flotte Magdeburg ist zum Beispiel mit einem von drei Schiffen auf den Mittellandkanal ausgewichen. Trotzdem würden nun im August 80 Prozent weniger Fahrgäste als die üblichen mehr als 10.000 erwartet, sagt Koordinator Ralf Kurth.

Vollsperrung auf Straßen

Auch die deutschen Straßen sind nicht für diese Hitze gemacht. Wie der RBB berichtet ist die A114 im Norden Berlins erneut wegen Hitzeschäden gesperrt. Drei Nächte lang geht dort laut RBB nichts mehr. " Zuvor waren bei Kontrollen Hitzeschäden am Belag festgestellt worden, die nach Ansichten von Experten umgehend behoben werden müssen. Die Sperrung Richtung Norden gilt für die gesamte Autobahn. Der Verkehr wird über die Pasewalker Straße umgeleitet", schreibt der RBB.

Bomben explodieren

Gefährlich wurde es am Wochenende in Darsing. Dort hatte sich eine Brandbombe wahrscheinlich selbst entzündet, schreibt die Augsburger Allgemeine. Auch in Sachsen-Anhalt fand ein Mann einen Munitionskörper auf seinem Feld. Auch dieser ging in Flammen auf. Auch hier der Grund: Hitze.

Der Strom wird knapp

Die Hitzewelle in Polen hat angesichts niedriger Wasserstände mittlerweile auch Folgen für Kraftwerke und Unternehmen. Die Stromeinspeisung wurde am Montag nach Angaben der Betreiberfirma PSE für Firmenkunden gedrosselt. Für Privatverbraucher werde es aber keine Änderungen geben, sagte Regierungschefin Ewa Kopacz nach einer Sitzung des Krisenzentrums in Warschau. Etwa 1600 Unternehmen des Landes erhalten voraussichtlich in den nächsten zehn bis elf Tagen weniger Strom. Auch bei normaler Belieferung sollten Privathaushalte aber nach Möglichkeit Energie sparen, forderte Kopacz. "Es gibt keinen Grund zur Panik. Aber wenn alle versuchen, ein bisschen Strom zu sparen, hilft das bei der Bewältigung der schwierigen Lage."
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