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Hochtragende Färse fiel Wölfen zum Opfer

Hochtragende Färse fiel Wölfen zum Opfer
Fabian Steuermann
am
08.09.2016

Mehrere Nutztiere sind bereits in der Region Cuxhaven gerissen worden. Im jüngsten Fall griffen Wölfe eine Jungrinderherde an. Eine Färse starb.

Die Wildbestände in den Revieren rund um das Naturschutzgebiet Armstorf-Langes Moor sind in den vergangenen Jahren sehr stark durch das Cuxhavener Wolfsrudel dezimiert worden. Nun fanden auch Übergriffe auf Nutztiere statt, wie jagderleben.de berichtet:

  • Vor mehreren Wochen ist in Lamstedt bereits ein einjähriges Rind gerissen worden.
  • In den ersten Septembertagen hat es eine hochtragende, zweijährige Färse mit einem Schätzgewicht von etwa 550 Kilogramm erwischt.

Ein oder mehrere Wölfe jagten Jungrinderherde

Ein Landwirt aus Großenhain bewirtschaftet sehr extensiv etwa 15 Hektar Wiesen und Weiden im Naturschutzgebiet. Am ersten Septembersonntag haben ein oder mehrere Wölfe die elfköpfige Jungrinderherde in einer etwa einen Kilometer lange Hetze auseinandergetrieben. Die tiefen Eingriffe der Rinder auf Grünland und Wegen zeugen davon. Dabei ist das hochtragende Rind schließlich in einen Moorgraben geraten und dort getötet worden. Vorher hat das Rind während der Verfolgungsjagd bereits mehrfach auf der Wiese gelegen. Fleischrisse durch Bissverletzungen waren am After, an den Keulen und im Nasenbereich zu sehen. Der Darm hing an einer Seite aus dem Körper heraus. An den Grabenkanten sind vermehrt Wolfsspuren festgestellt und fotografiert worden.

DNA-Proben sollen aufklären

Wolfsberater Olaf Kuball hat das Rind besichtigt und DNA-Proben genommen, die nun weiter untersucht werden, ob tatsächlich ein oder mehrere Wölfe beteiligt waren. Laut Aussage von Olaf Kuball ist es das erste Mal in Deutschland, dass ein ausgewachsenes Rind von Wölfen gerissen worden ist. Die restlichen zehn Rinder sind über drei Kilometer in Richtung Meckelstedt gerannt und dort von Bürgern eingefangen worden. Um Mitternacht benachrichtigte die Polizei den Besitzer.

Am nächsten Abend wurde das tote Rind unter Aufsicht eines Tierarztes vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) aus Oldenburg aus dem Graben gehoben. Nach „intensiver Nachtwache“ des besagten Tierarztes ist das Rind schließlich von einer Tierkörperbeseitigungsfirma nach Oldenburg zur Obduktion gebracht worden.

Auch frisch geborenes Kalb tot aufgefunden

Nahezu zeitgleich ist auf einer nicht weit entfernten Weide in der Nähe von Lamstorf ein frisch geborenes Kalb tot aufgefunden worden, das ebenfalls Bissspuren aufwies. Auch hier wurden DNA-Proben genommen.

Wolfsichtungen: Der Wolf tappt in die Fotofalle

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