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Umwelt

Hochwasser: Millionenschäden für Sachsens Landwirte

© Gerd Altmann/pixelio
von , am
06.06.2013

Die ersten Schäden wurden begutachtet. Allein in Sachsen rechnet Landwirtschaftsminister Frank Kupfer mit Schäden in Millionenhöhe.

Starkregen hat vielerorts zu Überschwemmungen geführt. © Mühlhausen/landpixel
Gemeinsam mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat sich Sachsens Landwirtschaftsminister Frank Kupfer gestern im Landkreis Leipzig über die Schäden bei landwirtschaftlichen Betrieben in Sachsen informiert. "Wir haben zwar noch keine vollständige Übersicht über die eingetretenen Schäden. Schon heute ist aber klar, dass Sachsens Landwirte Schäden hinnehmen mussten, die mit denen des Augusthochwassers 2002 vergleichbar sind", so der Minister.
 
 
Damals rund 40.000 Hektar land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet worden, davon mehr als 20.000 Hektar Ackerland, mehr als 6.000 Hektar Grünland und mehr als 3.200 Hektar Wald. Dazu kommen Schäden an Produktionsanlagen, Gebäuden, Wegen und Technik. Insgesamt beliefen sich die Schäden auf 79 Millionen Euro.

Große Probleme bei Sommergetreide, Mais und Kartoffeln

Nach ersten Bewertungen des Berufsstandes haben die Landwirte insbesondere bei Sommergetreide, Mais und Kartoffeln große Probleme. Nicht aufgegangene, verschlämmte oder überflutete Bestände werden zu Ertragseinbußen bis hin zu Totalausfällen führen. Die ausbleibenden Feldarbeiten führen zu hohem Krankheitsdruck und Verunkrautung, Sauerstoffmangel im Wurzelbereich durch Überschwemmung der Kulturen zu gehemmter Pflanzenentwicklung. Ebenso hat der Feldgemüseanbau durch das Hochwasser Schaden genommen. Bei der Futterversorgung der Tiere wird es in den von Hochwasser geschädigten Regionen zu erheblichen Problemen kommen. Vielfach konnten die Grünlandflächen schon aufgrund der vorangegangenen Dauerniederschläge nicht für die Heu- und Silagegewinnung genutzt werden.
Sachsen Bauernpäsident Vogel: "Qualitäten sind kein Thema mehr"
 
"Nicht nur dass die Witterung der vergangenen Tage zu einem Stillstand auf den sächsischen Äckern und Wiesen geführt hat, nein, an ein Befahren ist noch lange nicht zu denken, sagt Wolfgang Vogel, Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes. Es kommt aber noch schlimmer. Vielerorts wurden die Felder mit darauf wachsendem Getreide, Raps, Zuckerrüben, Kartoffeln und Viehfutter von den Wassermassen entlang der Weißen Elster, Zwickauer-, Freiberger- und Vereinigter Mulde, der Neiße und weiterer Wasserläufe überflutet und zerstört. Die Bauern stehen vor dramatischen Ernteausfällen und Futterengpässen für ihre Tiere. Qualitäten sind schon lange kein Thema mehr," so Vogel weiter.

Minister Kupfer: 'Wir werden unsere Landwirte nicht im Stich lassen"

Natürlich werden wir unsere Landwirte in dieser Situation nicht im Stich lassen, so der Minister. "Für Betriebe, die durch die aktuelle Situation in Existenznot geraten, können wir Hilfen aus der Förderrichtlinie 'Krisen und Notstände' anbieten. Weitere Hilfen wird es auch in Zusammenarbeit mit dem Bund geben. Die genauen Konditionen werden zwischen Bund und den Ländern abgestimmt, wenn wir über das Ausmaß der Schäden einen genaueren Überblick haben".
Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, hat sich gegenüber Bundesministerin Ilse Aigner nachdrücklich dafür eingesetzt, Hochwasser geschädigten Landwirten gleichwertig Zugang zu dem Sofortprogramm von Bund und Ländern zur Unterstützung Hochwasser geschädigter Privathaushalte und Unternehmen zu gewähren. "Wer schnell hilft, hilft doppelt" so Präsident Rukwied. Jetzt komme es vor allem darauf an, Deiche zu sichern, einzelbetriebliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen und eingetretene Schäden an der ländlichen Infrastruktur zu beseitigen.
 
Das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt (BLW) hat Tipps veröffentlicht, was Sie als Landwirt jetzt tun sollten. Zu den Tipps kommen Sie hier ...

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