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Lebensgefahr

Höchste Vorsicht geboten: Landwirt stirbt in Güllegrube

Güllegrube
am Freitag, 29.03.2019 - 05:00

Beim Umgang mit Gülle ist höchste Vorsicht geboten. Erst am Mittwoch starb ein Landwirt in Österreich in einer Jauchegrube.

Am Mittwoch ereignete sich in der Steiermark in Österreich ein schrecklicher Unfall. In den frühen Morgenstunden war der 53-Jährige auf seinem landwirtschaftlichen Hof mit Vorbereitungsarbeiten zur Ausfuhr von Gülle beschäftigt, berichtet die Landespolizeidirektion Steiermark.

Zu diesem Zweck versenkte er einen sogenannten "Güllemixer", betrieben durch den Motor eines Traktors, in der rund 1,30 Meter tiefen Grube.

Bekannter und Frau entdecken Schuh in Güllegrube

Ein Bekannter, der vorbeischaute, um dem 53-Jährigen bei der Arbeit zu helfen, konnte den Landwirt nicht finden. Zusammen mit der Frau des Landwirts suchten sie nach dem Vermissten. Dabei entdeckten die beiden einen Schuh des 53-Jährigen. Er schwamm in der Güllegrube.

Sie verständigten umgehend die Feuerwehr via Notruf. Die Einsatzkräfte suchten schließlich mit einer Stange in der Güllegrube. Sie konnten den Mann nur noch tot bergen. Der 53-Jährige dürfte ausgerutscht und in die Güllegrube gefallen sein, erklären die Beamten.

Lebensgefahr: Vorsicht im Umgang mit Gülle

Bei der Arbeit mit Gülle ist stets große Vorsicht geboten. Unachtsamkeit kann hier schnell lebensgefährlich werden. Nicht nur der rutschiger Untergrund, auch Gase können im Außenbereich zum Problem werden.

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) weist auf die Vergiftungsgefahr durch Güllegase hin.

Vergiftungsgefahr durch Güllegase

Neuere Unfallgeschehen verdeutlichen, dass Güllegase auch im Außenbereich eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellen und in tödlicher Dosis auftreten können. Neben Kohlendioxid, Ammoniak und Methan geht die Gefahr vor allem von Schwefelwasserstoff aus. Das Gas ist schwerer als Luft und riecht in geringerer Konzentration nach faulen Eiern. Gefährlich wird es besonders dann, wenn man das Gas nicht mehr riecht.

Schon ab einer Konzentration von etwa 200 ml/m3 (200 ppm) lähmt das Gas den Geruchssinn. Ab einer Konzentration von 500 – 700 ml/m3 wirkt es stark toxisch und kann nach wenigen Atemzügen zur Bewusstlosigkeit und zum Tod führen.

Beim Bewegen der Gülle wird Schwefelwasserstoff freigesetzt

Während Methan und Ammoniak kontinuierlich freigesetzt werden, bleibt Schwefelwasserstoff in der Gülle gelöst und wird erst beim Bewegen freigesetzt. Vorsicht ist daher immer dann geboten, wenn Gülle abgelassen, gerührt oder umgepumpt wird.

Sind Gruben während des Rührens oder Ablassens geschlossen, steigt die Gaskonzentration unweigerlich an. Auch beim Öffnen solcher Grubendeckel besteht Vergiftungsgefahr, wie ein aktuelles Unfallereignis gezeigt hat.

Vorsicht bei Güllezusätzen

Zahlreiche Faktoren können die Entstehung von Schwefelwasserstoff begünstigen. Grundsätzlich ist bei eiweißreicher Fütterung in der Mast mit einem höheren Potential für die Entstehung von Schwefelwasserstoff zu rechnen. Futterzusätze wie Rapsöl oder sulfathaltiges Brunnenwasser können die Bildung von H2S begünstigen. Güllezusätze, die die Gülle mit Ammoniumstickstoff oder Schwefel anreichern sollen, können die Schadgasfreisetzung ebenfalls erhöhen.

Beim Einsatz solcher Zusätze sind deshalb unbedingt die Hinweise des Herstellers zu beachten.

Vorsicht bei warmen Temperaturen

Hohe Temperaturen fördern biologische Prozesse. Der mikrobielle Abbau der Gülle wird dadurch beschleunigt, die so erhöhten Umsetzungsprozesse steigern die Schadgasbildung. Deshalb bei warmem und windstillem Wetter besonders aufpassen!

Die Außenlagerung der Gülle in einer Güllegrube ist grundsätzlich der Lagerung im Stall unter dem Spaltenboden vorzuziehen. Beim Ablassen, Rühren oder Spülen der Güllekeller müssen sich Personen dem Gefahrenbereich fernhalten. Alle Personen, die Umgang mit Gülle haben, müssen eingehend unterwiesen werden.

Mit Material von Landespolizeidirektion Steiermark, Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG)

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