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Höfe ohne Bauern, halbe Flächenprämien und Legehennenhaltung

Schafe im Schnee
Matthias Ludwig/agrarheute
am
16.12.2016

Lässt die Mechanisierung den Bauern aussterben? Was würde bei einer Halbierung der Flächenprämien passieren? Und ist ein Einstieg in die Legehennenhaltung sinnvoll?

Der Hof der Zukunft braucht keinen Bauern mehr

Ru präsentiert eine provokante These: "Eine provokante Prognose stellt die Schweizer Handelszeitung auf: Der Hof der Zukunft braucht keinen Bauern mehr! Bald könnte die Landwirtschaft vollautomatisch ablaufen. Das Ziel: Mehr Nahrung für eine wachsende Weltbevölkerung. Doch der Siegeszug der Roboterfarmen beschleunigt das Aussterben der Bauern. Autonome Traktoren, Drohnen und Ernteroboter: Die Zukunft des Bauernhofs liegt in der Automatisierung. Moderne Technologie soll helfen, zu tieferen Preisen mehr Nahrung für eine wachsende Weltbevölkerung zu produzieren und gleichzeitig die Umwelt zu schonen, etwa durch geringeren Wasserverbrauch."

Rottalboy meint dazu: "Ein Lobgesang auf die Technik. Wie viel der einzelne Salatkopf im Vergleich zum herkömmlich erzeugten kostet, steht leider nicht im Artikel. Wenn es kosteneffizienter ist, wird es sich durchsetzen, wenn nicht... So Ansätze gab es immer wieder mal, aber meistens kommt ein unsanfter Aufschlag auf den Boden der Realität. "

Und tyr schreibt: "Wenn die Technisierungskosten die Kosten einer menschlichen Arbeitskraft übersteigen, und das werden sie, dreht sich die Technisierung auch schnell wieder um. Man hat schon in den Siebzigern vom automatisierten Arbeitsfeld phantasiert; trotz der technischen Machbarkeit sind menschenleere Fabriken immer noch die Ausnahme, weil die Kosten einfach zu hoch sind, und solche Systeme nicht auf Unabwägbarkeiten reagieren können."
Der Hof der Zukunft braucht keinen Bauern mehr

Halbierung der Flächenprämie - Was würde passieren?

Sir79 fragt: "Was würde passieren, wenn die staatlichen Flächenprämien von derzeit ca. 280 - 300 € ha halbiert würden? Mal schauen, was die Leute hier für eine Meinung dazu haben."

nurich meint: "Ein riesen Aufschrei der Landwirte. Die Frage ist: in welchem Zeitraum willst du absenken? Eine schnelle Absenkung würde sicher bei Einigen Turbulenzen bei der Liquidität aufwerfen. Einzelne würden aus versch. Gründen, mehr oder weniger freiwillig, aufhören. Und dann stellt sich die Frage, wo Landwirte die Mindereinnahmen einsparen werden."

Und andi24 antwortet: "Wieso halbieren??? Am besten ganz abschaffen. Dann kommen 5 schwere Jahre, wer dann gut wirtschaftet, überlebt sie und die anderen eben nicht. Denn mit den Prämien wird die wirtschaftliche Lage der Betriebe auf lange Sicht nur schlechter. Aber da brauchen wir uns eigentlich keine Gedanken drüber machen. Denn die Prämien sind ja eh nur da, damit sie uns besteuern können, so wie sie wollen!!"

The_Fox schreibt: "...dann würde ich nach Steuern 1800 Euro weniger im Jahr verdienen. Das wäre zwar schade, aber ohne Weiteres für mich verkraftbar. Wie es bei den Austragsbauern aussehen würde, die ihr Einkommen zu gleichen Teilen aus ihrer spärlichen Rente und den Pachteinnahmen von ihren ehemaligen Betriebsflächen bestreiten müssen, steht auf einem anderen Blatt.
Halbierung der Flächenprämie - Was passiert

Einstieg in die Legehennenhaltung

LukasF möchte Folgendes wissen: "Ich als Hoferbe meines Onkels, der sich momentan im 3. Lehrjahr Landwirt befindet, steht nun davor, den Betrieb erfolgreich weiterzuführen. Momentan ist der Betrieb verpachtet. Tierhaltung, sprich Stallungen, sind alt. Nun war ich bei einer Betriebsberatung der LWK und da wurde mir ans Herz gelegt, in die Legehennenhaltung zu investieren, wenn ich investieren wolle. Generell bin ich dem Ganzen nicht abgeneigt, denn ich denke es ist ein Produktionszweig der Zukunft - gerade wegen des geringen Selbstversorgungsgrades und dem steigendem Eierverbrauch. Geplant wäre eine Einheit von 15.000 Legehennen mit 6ha Auslauf, da es sich hierbei noch um landwirtschaftliches Bauen handelt. Nun meine eigentliche Frage: Wie stehen aktive Legehennenhalter zu dem Thema? Seht ihr eine Zukunft? Desweiteren: wie hoch ist die realistische Arbeitsdauer/Arbeitskraft für so einen Stall? Und ist es möglich, durch so einen Betriebszweig ein ausreichendes Einkommen zu erzielen?"

maxp antwortet: "Hängt von der Vermarktung ab. Erfolgreiche Betriebe sehen Neueinsteiger nicht gern."

Und The_Fox gibt wertvolle Tipps: "Ich bin vor vier Jahren in die ökologische Legehennenhaltung eingestiegen - mit 6.000 Stück. Meiner Meinung nach, eignet sich die Hühnerhaltung außerordentlich gut für Neueinsteiger. Ein großer Vorteil ist, dass man allein mit Bücherwissen, im Gegensatz zur Rinder- oder Schweinehaltung, sehr weit kommen kann. Den Rest lernt man während des ersten Durchgangs.
Was die monetäre Seite anbelangt, dürften 15.000 Stück für ein ausreichendes Einkommen genügen (was ich allerdings nicht durch Zahlen untermauern kann). Ich kann von meinen 6000 Biohühnern jedenfalls sehr gut leben..."
Einstieg Legehennhaltung

 

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