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Dorf und Familie

Höhere Preise - weniger Prämie? Probleme mit Ministern und der Jagd zur Ernte

Externer Autor ,
am
03.08.2012

Führen die hohen Getreidepreise dazu das den Landwirten Prämien gekürzt werden? Wie gefährlich ist die Jagd bei der Ernte? Und Entgleisungen eines Ministers.

Höhere Getreidepreise - Kürzung von Förderungen ?
 
Die Ernte und die aktuellen hohen Preise sorgen für allerhand Diskussionsstoff, Immenfreund schreibt: "Momentan steigen ja die Getreidepreise. Nun erzählte mir ein Lokalpolitiker dass in Oppositionskreisen darüber diskutiert wird aufgrund der zu erwarteten Mehreinnahmen in der Landwirtschaft eine Eingabe auf Kürzung der Agrarförderungen zu stellen. Andere "Bedürftige" hätten bei Mehrverdienst auch keinen Anspruch mehr auf volle Leistungen. Nun, die Opposition hat ja nichts zu melden, aber was läuft denn da? Ich denke, falls sich die Getreidepreise auf einem höheren Niveau verfestigen, dann wird es früher oder später auch höhere Pachtpreise geben. Zudem machen sich bestimmt verschiedene Produzenten und Händler die Situation zunutze und erhöhen überproportional. Wer am Schluss der Dumme ist, und wer mehr davon hat wird sich bald zeigen. Was meint ihr zu dem Ganzen?" blane meint dazu: "Sommertheater von Politikern die ansonsten unbemerkt Ihr Mandat absitzen" RROTERBARON schreibt: "wenn der Getreidepreis steigt ziehen die Dünger und Pflanzenschutzmittel mit am Ende läufst auf den alten Füßen weiter und hast nur ne höhere Zahl beim Umsatz aber der Gewinn bleibt nur mit Glück gleich" christiannds sieht es ganz radikal: "Ich bin absolut für die Abschaffung, ohne Wenn und Aber, alternativ wäre für mich noch eine Kopplung denkbar, das hat aber nix mit Planwirtschaft zu tun. Die Kopplung wäre natürlich um den 1.10 und die Auszahlung wäre später, z.B. 20.12.. Planwirtschaft geht für mich anders herum. Wenn der Auszahler, die EU, irgendetwas regelt, hat die WTO kaum was dagegen zu sagen, das Argument halte ich eher für nebensächlich. Die Prämien versickern sowieso in den Bereichen: Maschinen, Betriebsmittel und nicht zuletzt in der Pacht(e), bzw. werden schlecht wirtschaftende Betriebe damit über Wasser gehalten..."

Jäger verfehlt Mähdrescherfahrer nur knapp

Ein weiteres Thema zur Getreideernte spricht Lemmy aufgrund eines aktuellen Zeitungsberichtes an: "Ich schreibe dieses Thema an, weil mir letzten Herbst Gott sei dank nur Schrottkugeln an die Schlepperscheibe geflogen sind. Wann bekommt der letzte Jäger endlich mit, wenn eine Maschine fährt bzw arbeitet ist ein Fahrer bzw der Bediener nicht weit weg sein kann. Also bitte last das Schiesseisen in solchen Situationen nicht einfach unten." Cuxman meint: "Ist zum Glück ein bedauernswerter Einzelfall der untersucht und für die Zukunft verhindert gehört. Die allermeisten Jäger gehen doch verantwortlich mit ihren Waffen um. Hoffentlich steht der Verursacher auch zu seinem Fehlverhalten und der Landwirt bleibt nicht auf seinem Schaden hängen." bjoernpoettker schreibt: "Wir erleben beim Maishäckseln die unterschdlichsten Situationen, z.B. Jäger die am Vorgewende direkt vor den Reihen stehen, im Mais stehen, Jäger im Dunkeln auf dem Feld, ... Haben schon oft genug Glück gehabt, dass dort nichts passiert ist!!! Darum wäre ich dafür das Jagen während der Erntearbeiten bzw. auf dem Acker zu verbieten! Ich habe nichts gegen das Jagen aber in diesem Fall steht für mich die Sicherheit unserer Fahrer UND DER JÄGER im Vordergrund!" Dem entgegnet allerdings Notill: "Also ich lege beim Maisdrusch wert darauf das Jäger dabei sind, zumindest wenn der begründete Verdacht nahe liegt, das Wildschweine da sind. Bisher hatte ich nur mit einem Jäger probleme, der sich zu nah an den Mais stellte, so das ich ihn fast in den Pflücker bekommen hütte, aber nachdem seine Kollegen ihn ins gebet genommen hatten, tat er mir fast leid, so das ich dann nix mehr gesagt hab. gab dann auch keine Probleme mehr. einen Querschläger hatte ich auch schon an der Scheibe... ok, kommt vor, und wird akzeptiert, sowas macht am Sicherheitsglas keinen Schaden und der Schreck ist nur kurz. In unserer Region ist man als Landwirt um jede geschossene Wildsau froh, letztes jahr haben sie aber nur rund 2000 erwischt, also nicht mal den zuwachs..."

Blog der Woche

kommt wieder einmal vom Chefredakteur des DLZ-Agrarmagazines Detlef Steinert:
 
Nils Schmid im Fettnapf
Der trommelt nicht, haut aber ganz schön auf die Pauke 

Die Meldung, wie BaWüs Wirtschaftsminister Nils Schmid die ländlichen Räume sieht, haben sicher viele gelesen. Wenn nicht, hier noch mal ein paar Links dazu.
[dlz.agrarheute.com]
[www.agrarheute.com]
Hier mein Kommentar dazu:(online auf: [dlz.agrarheute.com]
Schmid: Der trommelt nicht, haut aber ganz schön auf die Pauke
Liebe Leserinnen, liebe Leser, ich weiß nicht wie es ihnen dabei geht, aber mir grummelt es immer öfter im Magen, wenn ich so durch die Reihen der Politik schaue. Ganz egal, ob im Bund oder den Ländern. Vielleicht täuscht mein Eindruck, ich habe es nie nachgezählt. Gefühlt wirken die Politikerreihen aber auf mich immer mehr so, dass da schon einige einfach das Arbeitsleben überspringen, frisch und fröhlich direkt von der Hochschule in verantwortliche Positionen flutschen, zum Beispiel als Familienministerin, oder als Wirtschaftsminister. Beides nicht gerade nachrangige Ressorts. Zu der Garde gehört auch Nils Schmid, SPD-Chef in Baden-Württemberg und dort Wirtschaftsminister. Vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr war über ihn zu lesen, er sei kein Trommler oder Lautschläger; und es gäbe niemand seriöseren in der Finanzpolitik als ihn. So schreibt zumindest die Wochenzeitung „Die Zeit“ in ihrer Online-Ausgabe. Ganz verkehrt ist das wohl nicht – wenn man es denn auf die Steuerpolitik beschränkt. Hat Schmid doch bei Ferdinand Kirchhof seinen Doktortitel gemacht, einem anerkannten Finanz- und Steuerrechtler. Übrigens: Nicht zu verwechseln mit dessen Bruder Paul Kirchhof, der einstmals für eine radikale Reform des deutschen Steuerrechts stand. Mag sein, dass diese Radikalität im Denken des Bruders via Ferdinand Kirchhof auf dessen Schüler Schmid abgefärbt hat. Nur bedauerlicherweise halt eben ohne einen profunden eigenen Erfahrungsschatz aus Leben, Arbeitswelt oder Wirtschaft im Rücken. Wenn Nils Schmid nun in der Stuttgarter Zeitung große Töne geblasen hat, es käme auf einen Bauern mehr oder weniger im Schwarzwald nicht an oder es könne dort auch mal ein Tal zu wachsen, dann zeugt das nicht bloß von landwirtschaftlichem Un-Sachverstand, sondern erst recht von gesamtwirtschaftlicher Ignoranz.
lesen Sie weiter:              http://agrarheute.landlive.de/blogs/entries/5465/

Preise für Braugerste

visifx möchte Wissen: "Habt Ihr schon konkrete Preise für BraugersteErnte 2012? - Mir ist 215,-- €/t geboten worden."  Xenoth schreibt: "Hab noch nix gelesen hab meine in Frühjahr für 225€ to netto verkauft, bin gespannt wie sich der Markt entwickelt. Diesen Preis würde mir ein befreundeter Schweinemäster zur zeit auch zahlen" Tebe meint: "Futtergerste kostet doch schon 190-220€, je nach Region. Ausserdem kann man im Internet lesen, dass Braugerste mindestens 240€ wert ist." Darauf visifix: "Natürlich ist die Braugerste 240 € wert - die Frage ist wer das tatsächlich bezahlt? Es geht hier ja um Einkaufspreise des Getreidehandels. Nachdem die Terminnotierungen letzte Woche kräftig gefallen sind, gehe ich davon aus, dass sich das auch in den Großhandelsnotierungen ab morgen entsprechend niederschlagen wird und von diesen Notierungen geht dann noch die Handelsspanne runter.  Ich bin aber für jeden Hinweis auf einen konkreten Abnehmer, der 240 € bezahlt, sehr dankbar." Das kommentiert Biobauer: "such dir einen Schweinmäster, verkauf sie ab Feld über Fuhrwerkswaage, da kommste wahrscheinlich am besten weg."

Jungrinder auf die Weide

toystory88 schreibt: "Will mein gesamtes Jungvieh, so etwa ab 3. Monaten auf die Weide stellen. Dabei zwei Gruppen machen, eine ohne Bulle, die andere mit Bulle. Verspreche mir hier durch geringer Kosten, weniger Arbeit und gesündere Tiere. Wie denkt hier darüber wie man dies am einfachsten lösen kann, den der Bereich soll fest eingezäunt werden und wie viel Fläche ist nötig für 70 Jungrinder von 3 Monaten bis zum EKA mit 25 Monaten?" staubfee gibt den Tipp: "dann tu das doch. Der Bauer wo ich war hat seine Jungtiere schon seit Mai draussen. Musst halt nur gegen Lungenwürmer und andere Parasiten die sich im Gras befinden behandeln in regelmässigen Abständen. Kraftfutter musst natürlich auch täglich geben und für wirklich genügend Grünfutter sorgen und Wasser." Paula antwortet: "Anfangs hatten wir die Tiere auch ab diesem Alter auf der Weide, weil Tiefstreu im Altgebäude im Sommer alles andere als ideal war. Die Kleinen bis knapp 1 Jahr haben wir schon nach einigen Jahren dann unter einer Anschleppung untergbracht , weil sie besonders bei schlechterem Wetter sehr schlecht wachsen (trotz der Möglichkeit sich auf der Weide unter zu stellen und dem Zufüttern von Mais). Seit 2005 der neue Rinderstall fertig ist, sind nur noch einige (14-16) niedertragende Rinder + Deckbulle auf der Weide. Dieses Jahr aber auch nur für ca. 8 Wochen, dann wird getauscht, da sie trotz zufütterns bei weitem nicht die Entwicklung zeigen wie die welche im Stall bleiben. Positiv ist das der Bulle auf der Weide gesünder lebt als beim decken auf Spaltenboden und die Rinder beim Kalben weniger Probleme haben (bessere Muskulatur, niedrigers Risiko zu verfetten). Negativ ist besonders in nassen Jahren das die Tiere sich erheblich langsammer entwickeln als die im Stall (stundenweise Weidegang). Ich denke 25 Monate EKA können da schon schwierig werden." Und auch Matthias rät ab: "Wenn du 25 Monate Erstkalbealter erreichen möchtest wirst du auf der Weide keine Arbeit und kein Geld groß einsparen. Bis zum 10./11. Monat musst du füttern wie die Milchkühe (Leistungsgruppe) , bedeutet das du ohne Zufütterung nicht auskommst. Dazu kommen extreme Wetterbedingungen (Nässe Trockenheit) auf die man reagieren muss. Danach kommen sie ins besamungsfähige Alter, macht auf der Weide in der Regel auch mehr Arbeit, ok du möchstest einen Bullen einsetzen aber der kostet auch."
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