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Blog Brina

4 Tipps für trockenes Heu - Hofheld-Special 1. Schnitt

Brina geht zu ihrem Traktor
am Mittwoch, 09.06.2021 - 09:43 (Jetzt kommentieren)

Brina setzt für ihre Schafe auf Heu statt Silage. Sie erklärt, worauf beim Trocknen des Heus zu achten ist.

Hey Hofhelden,

überall, wo ich hinschaue, sehe ich Schlepper mit Mähwerken, Schwadern oder Pressen und es fängt bei mir an in den Fingern zu kribbeln… Allerdings dauert es bei uns etwas länger, bis wir mit dem 1. Schnitt anfangen, denn wir machen Heu anstatt Silage.

Wann mäht man das Gras für Heu?

Der beste Zeitpunkt, um das Gras für Heu zu mähen ist, wenn die meisten Gräser blühen. In diesem Stadium enthalten die Gräser die höchste Menge an verdaulichen Nährstoffen und können somit vom Körper des Tieres am besten aufgenommen werden. Doch man muss aufpassen, dass das Gras nicht zu überständig und somit strohig wird.

Wie bekomme ich das Heu trocken?

Traktor beim Ballenwickeln

Das allerwichtigste ist selbstverständlich trockenes Wetter mit Sonnenschein. Ein leichter Wind fördert ebenfalls, dass das Gras gut trocknet. Prinzipiell sind folgende Schritte für das Trocknen nötig:

  • Natürlich ist der erste Schritt das Mähen (dabei bitte auf Rehkitze achten, Gastblogger Fritz hat darüber ja schon einen Beitrag geschrieben). Hat das Mähwerk einen Aufbereiter kann man sich den nächsten Schritt sparen.
  • Als nächstes wird mit dem Wender gezettet. Dabei fährt man in einem niedrigen Gang aber mit einer hohen Zapfwellendrehzahl, damit die Gräser im grünen Zustand angeschlagen werden und schneller trocknen.
  • Falls es nötig ist, wird im dritten Schritt gewendet. Wir sagen immer, dass man dabei „Luft" in das Gras heben und mit dem Wender leichte Schwaden legen muss. Dabei fährt man in einem hohen Gang mit geringer Drehzahl. So bleiben die Blätter, die wir im Heu haben wollen, noch an den Grasstengeln dran.
  • Als letztes, wenn das Gras trocken ist (höchstens 15-20 Prozent Feuchtigkeit), wird es gepresst. Bei Rundballen ist es am besten, wenn diese einen Weichkern haben. So können sie auslüften und die Restfeuchte kann noch entweichen.

Warum Heu statt Silo?

Wir füttern hauptsächlich Heu, da es durch die Entfernung von Betrieb und Flächen die einfachste und wirtschaftlichste Form der Futterwerbung und -bergung ist, ohne dass wir zusätzliche Arbeitskräfte benötigen. Außerdem hat man bei der Silage oft die Gefahr, dass sich Schimmel bildet, wenn die Ballen mit der Ballenzange gepackt werden, und Schafe können nicht so gut damit umgehen. Ein Spruch, den wir dabei immer im Kopf haben, ist:

Von schlechtem Heu ist noch kein Schaf gestorben, von schlechtem Silo schon.

Ich hoffe, ihr versteht damit, was ich meine. Und jetzt wollen wir Mal langsam loslegen mit der Heuernte.

Grüße,

Brina

Was Landwirtin und Schäferin sonst noch so bewegt, liest du hier.

Grünlandschnitt: Rehkitzrettung mit Drohne

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