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Blog Karina

6 Tipps, wie Wanderer Weidetieren auf der Alm begegnen sollten

Karina Selfie auf der Alm
am Freitag, 09.07.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Wie verhält man sich als Wanderer am Besten, um Kuhangriffe zu vermeiden? Bergbäuerin Karina gibt Tipps.

Hallo an alle Naturliebhaber!

In meinem letzten Beitrag habe ich ja schon über das Thema Kuhangriffe berichtet. Diesmal möchte ich ein paar Punkte aufzählen, wie man sich am Besten im Umgang mit Weidetieren verhält. Man muss keine Angst haben, aber dafür Respekt vor den Tieren, die schließlich in der Gegend wohnen, in der wir unsere Freizeit verbringen.

Hier sind einige Regeln für die Alm, auf die ich im weiteren Text näher eingehe:

  • Auf markierten Wanderwegen bleiben
  • Abstand zu den Weidetieren halten
  • Rindern nicht den Rücken zukehren
  • Tore wieder schließen
  • Kühe nicht erschrecken
  • Für den Notfall einen Stock oder ähnliches mitführen, um sich zu verteidigen

Wie sollte man sich als Wanderer im Umgang mit Rindern verhalten?

Zuerst mal ist es nicht automatisch erlaubt, jede Weide einfach so zu betreten. Im Gegensatz zum  Wald dürfen nämlich landwirtschaftliche Grundstücke grundsätzlich nur mit Zustimmung des Eigentümers beziehungsweise des Bewirtschafters betreten werden. Am besten fragt man vorher um Erlaubnis oder hält sich an markierte Wanderwege. Blockiert aber gerade ein Tier den Weg, bitte großräumig umgehen.

Wenn man beim Wandern auf einem öffentlichen Wanderweg eine Weide durchquert, gilt: Vor allem dem Tier mit einer gewissen Vorsicht begegnen. Das gilt nicht nur für Mutterkuhherden, sondern auch für Jungviehherden und Milchkuhherden. Bei Mutterkuhherden muss man allerdings besonders aufpassen, da Kühe ihre Kälber beschützen wollen. Grundsätzlich sind Rinder friedliche Tiere, man darf sie aber nicht unterschätzen!

Hier ist das Gebot der Stunde: Abstand halten! Eine Weide ist kein Streichelzoo. Die Tiere also nicht anfassen, füttern und auch keine Selfies mit den Rindern schießen. Und unter keinen Umständen das „ach so niedliche“ Kälbchen streicheln, damit provoziert man den Beschützerinstinkt der Mutterkuh! Am besten ist es, man geht mit einem großzügigen Abstand leise und ruhig an der Herde vorbei.

Den Tieren sollte man nicht unbeobachtet den Rücken zukehren und immer auf Anzeichen von Unruhe oder Aggressivität bei den Rindern achten. Zum Beispiel sind Scharren, Senken oder hektisches Schwenken des Kopfes und Brüllen klassische Anzeichen von Drohgebärden. Bei den ersten Anzeichen von Unruhe oder sogar Drohgebärden muss man den Abstand zum Tier unbedingt vergrößern und die Weide zügig verlassen.

Weidezugang auf der Alm

Um sich im Notfall verteidigen zu können, sollte man einen zum Beispiel einen Stock mitführen. Außerdem sollte man unbedingt darauf achten, die Tiere nicht zu erschrecken. Denn die Tiere können in ihrer Panik sich oder andere verletzen oder auch in den Verteidigungsmodus umschalten und angreifen.

Falls man die Weide durch ein Tor betritt oder verlässt, muss man dieses auch gewissenhaft wieder schließen. Für mich hört sich das zwar selbstverständlich an, ist es für viele jedoch leider noch nicht.

Sicher mit dem Hund auf der Alm

Falls man mit seinem Vierbeiner unterwegs ist, gelten nochmal ein paar besondere Regeln. Meine Empfehlung wäre, nach Möglichkeit die Route so zu planen, dass man keine Weiden queren muss, beziehungsweise nicht durch Mutterkuhweiden wandert. Vor allem sehr unruhige und laute Hunde sollten möglichst keine Weiden queren. Wenn das nicht möglich ist, müssen die Hunde unbedingt an der kurzen Leine geführt werden.

Rind mit gesenktem Kopf

Bei Anzeichen eines Angriffes empfehle ich aber, den Hund sofort von der Leine zu lassen. Da das im Notfall schnell gehen muss, sollte die Leine beispielsweise nicht um die Hüfte gewickelt werden. Das ist deshalb so wichtig, weil Rinder in den meisten Fällen nur die Hunde als Gefahr sehen und nicht den Menschen. Allerdings werden „Hindernisse“, die sich zwischen Herde und Hund befinden, niedergetrampelt, was tödlich für Menschen enden kann. Außerdem kann der Hund schneller rennen und eher flüchten. Um seinen Hund braucht man sich also darum weniger Sorgen in solchen Situationen machen. Was man keinesfalls machen darf, ist, seinen Hund auf den Arm zu nehmen und so beschützen zu wollen.

Und der Vollständigkeit halber: Um das Naturerlebnis auch für andere nicht zu trüben, nimmt man seinen Müll und die Hinterlassenschaften seines Hundes mit.  Das wären die wichtigsten Verhaltensregeln, um seine Wanderung möglichst ohne unangenehme Zwischenfälle genießen zu können. Dann steht dem Naturerlebnis auch nichts mehr im Wege.

Bis zum nächsten Mal,

Eure Karina

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