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Blog Fräulein Deere

Ab wann spricht man eigentlich von ‚Starkregen‘ und ‚Unwetter‘?

Selfie von Julia Schmid
am Mittwoch, 14.07.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Dieses Jahr haben Landwirte mit eher ungewohnten Wetterextremen zu kämpfen. Regen und Unwetter haben Trockenheit und Dürre der letzten Jahre abgelöst. Fräulein Deere macht sich dazu Gedanken.

Hallo meine Lieben,

heuer ist wettertechnisch gesehen auch wieder ein besonderes Jahr. Auch, wenn uns Landwirten nachgesagt wird, dass wir am Wetter immer etwas auszusetzen haben: es ist heue einfach zu nass und kalt.

Dunkle Wolken am Himmel

Schon der Mai hat’s in sich gehabt; es hat sich angefühlt wie im Herbst. Erst letztens habe ich gelesen, dass der längere Winter und das nasskalte Frühjahr in unseren Breitengraden die Vegetation um zwei bis vier Wochen verzögert hat. Jetzt, Ende Juni/Anfang Juli, kam es nach der wärmeren Zeit zu vermehrtem Starkregen und Unwetterereignissen.

Unwetter sind zeitlich und örtlich klar begrenzt

Wusstet ihr, dass es eine Definition für Unwetter und Starkregen gibt? So ist ein Unwetter in der Meteorologie ein Sammelbegriff für extreme Wetterereignisse wie …

  • … Sturm oder Orkan,
  • … großer Hagel,
  • … Starkgewitter,
  • … Blitzeis,
  • … Starkniederschläge,
  • … Schneestürme, etc.

Diese sogenannten Extremwetterereignisse sind zeitlich und örtlich klar begrenzt und haben sehr starke Auswirkungen auf den Lebensraum des Menschen. Sie können Schäden verursachen und sogar lebensbedrohlich sein.

Starkregen: diese 3 Stufen gibt es

Bei Starkregen sind die Niederschlagsmengen genau definiert. Der Deutscher Wetterdienst warnt vor Starkregen in 3 Stufen:

  • Regenmengen 15 bis 25 l/m² in 1 Stunde oder 20 bis 35 l/m² in 6 Stunden (Markante Wetterwarnung)
  • Regenmengen > 25 bis 40 l/m² in 1 Stunde oder > 35 l/m² bis 60 l/m² in 6 Stunden (Unwetterwarnung)
  • Regenmengen > 40 l/m² in 1 Stunde oder > 60 l/m² in 6 Stunden (Warnung vor extremem Unwetter)

Folgen von Starkregen und Unwetter für Ackerkulturen

Bei uns gab es heuer nach dieser Definition zum Beispiel unter anderem einmal ein extremes Unwetter: über 62 l mit Hagel und gut Wind. Und das Problem besteht ja nicht nur im Moment des Starkregens beziehungsweise des Unwetters. Solche Wetterereignisse ziehen auch negative Folgen in der Ernte mit sich. Angeschlagene Ähren sind nicht nur beim Dreschen ärgerlich, sondern führen auch zu Mengen- und Qualitätsverlusten beim Erntegut. Darüber hinaus haben es Schädlinge und Pflanzenkrankheiten durch die widrigen Umstände leichter, den Bestand zu befallen.

Wetterschäden im Haferfeld

Wir haben unsere Bestände gegen Hagelschäden versichert. So brauchen wir uns zumindest um den finanziellen Schaden durch ausgeschlagene oder verfaulte Körner keinen Kopf machen. Neben Hagel könnte man sich zum Beispiel auch gegen Starkregen oder Dürre absichern.

Welches Extremwetter habt ihr dieses Jahr schon erlebt? Und setzt ihr auf Versicherungen im Ackerbau? Erzählt doch mal!

Bis zum nächsten Mal,

Eure Fräulein Deere

Was Fräulein Deere sonst noch so beschäftigt? Hier erfährst du es!

Wetter: Junglandwirte zeigen ihre Schäden

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