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Studienkurs-07-2021-Gruppenbild
am Mittwoch, 28.07.2021 - 12:53 (Jetzt kommentieren)

Ob es das Ende oder der Anfang ist, kommt ganz auf die Perspektive an: In der Vergangenheit fiel in der Heimvolkshochschule Barendorf traditionell der Startschuss für den Niedersächsischen Studienkurs. Dieses Jahr fand hier, coronabedingt, der Zieleinlauf für uns Studienkursler statt - zumindest der erste Teil. Hier also der letzte Bericht des 17. Studienkurses Niedersachsen.

Moin, liebe Hofhelden!

Wenn Studienkursler eines lernen, dann ist es sich selbst vorzustellen und damit fange ich gleich mal an: Moin, ich bin Jan Christoph Weseloh, 30 Jahre alt und auf einem Schweinemast- und Biogasbetrieb in der Lüneburger Heide aufgewachsen. Neben der 2-jährigen Fachschule in Celle habe ich in Osnabrück Landwirtschaft studiert. Seit 2016 arbeite ich auf dem elterlichen Betrieb und bin seit 2019 ehrenamtlich im Vorstand des Beratungsringes aktiv.

Studienkurs-07-2021-Christoph

In der Vergangenheit fiel in der Heimvolkshochschule Barendorf der Startschuss für den Studienkurs. Dieses Jahr begann, Corona bedingt, hier der Zieleinlauf für uns Studienkursler.

Warum die Dänen so glücklich sind

Studienkurs-07-2021-Vortrag

An dem sonnigen Sonntagnachmittag ging es dann auch gleich richtig rund. Passend zu unserer Unterkunft bekamen wir einen Einblick in die Geschichte der Heimvolkshochschulen (HVHS) und warum Dänen das glücklichste Volk der Welt sind. Dr. Peter Buhrmann, Geschäftsführer des Verbandes der Bildungszentren, erzählte uns von revolutionären Bildungsansätzen der Dänen, die befeuert durch eine Landeskrise vor über 150 Jahren, zu den heutigen HVHS geführt haben. Der Däne Grundvig hatte schon damals entscheidende Ideen: 

  • Gleichheit unter den Schülern wahren und so einen Austausch über die „Gesellschaftsklassen“ hinweg ermöglichen
  • Prüfungen machen Lernzusammenhänge kaputt und trennen zwischen „guten“ und „schlechten“ Schülern, Kontrolle ist gut, Vertrauen ist billiger
  • Schüler tragen Verantwortung für die Lerninhalte: der Mensch, der nicht lernen will, den gibt es nicht
Peter Buhrmann hat uns in kurzer Zeit von den Besonderheiten der HVHS im Bildungssystem überzeugt und warum die Ideen bis heute wirken. Das wichtigste: Grundvig hat die Identität der Dänen geprägt. Nach dem Vortrag wollte jeder von uns ein wenig Däne sein!
Studienkurs-07-2021-Abendgarderobe

Nach dem informativen Teil folgte der gesellige Teil am Abend, wie aber im Studienkurs üblich mit Trainingseinheit. Wir wurden aufgefordert in Abendgarderobe zu erscheinen, um in einem Rollenspiel an einem Abendempfang teilzunehmen. Unter den Augen unserer Trainerin Dr. Susanne Gewe durften wir in der Rolle eines Amtsträgers das Überreichen von Präsenten mit angemessenen Worten üben. Zudem gab es auch erste Feedbacks zu unseren Outfits. Abgerundet wurde das Abendprogramm von einem festlichen Abendessen, bei dem wir unsere Tischetikette auf die Probe stellen konnten.

Netflix für Zeitschriften?

Der zweite Teil unserer Reise hat uns nach Hannover geführt. Highlight dort war der Besuch bei der Land und Forst. Besonders beeindruckt hat uns, dass Verlage ähnlich wie landwirtschaftliche Betriebe einen großen Wandel vollziehen. Gedruckte Formate weichen den Elektronischen. Aus unserer Runde kam dann auch schnell die Frage: „Wie soll im Verlagswesen zukünftig Geld verdient werden?“. Wir haben dann ganz unternehmerisch Strategieansätze und zukünftige Pläne diskutiert. Gerade bei Abo-Modellen gab es Gesprächsbedarf. Gibt es in Zukunft ein Netflix für Zeitschriften?
Besonderen Spaß hat uns dann der Dienstagabend gemacht: Junge Engagierte im Dialog. Angesetzt war ein entspannter Austausch in Kleingruppen mit den Jungen Liberalen, der Jungen Union, die Grüne Jugend und den Jusos. Leider konnten weder die Grüne Jugend noch die Jusos an dem Austausch teilnehmen und haben uns Abgesagt. Gerade auf kritischen Austausch hatten wir uns gefreut.
Zeit für kritischen Austausch blieb uns dann aber bei dem Treffen mit Herrmann Hesseler, Vorstand der Agravis Raiffeisen AG. Dreh- und Angelpunkt des Gespräches war der Einfluss von Landwirten und Ehrenamt in einem Großunternehmen. Wir kritisierten die Marktmacht und diskutierten Tendenzen zur Monopolbildung. Und natürlich die Frage: Wie soll das Ehrenamt den Überblick halten, über komplizierte Firmengeflechte? Uns ist bewusst, dass große Unternehmen effizienter und günstiger Arbeiten können. Passend dazu wurde festgestellt, dass das Ehrenamt in gleicher Form professionell aufgestellt sein muss.

Danke für eine tolle Zeit

Für uns endet nun ein toller Kurs mit vielen Höhen und Tiefen aber es beginnen neue Freundschaften und Verbindungen. Ich bin gespannt, wie ich die gewonnenen Erfahrungen einsetzen kann und möchte mich bei den anderen Teilnehmern bedanken, dass ihr trotzt Corona den Kurs durchgezogen habt. Besonders möchte ich Berndt und Christine danken, dass ihr „die Fahne oben gehalten habt“.

Mit freundlichen Grüßen aus der Lüneburger Heide

Christoph

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