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Blog Leo

Warum Ackerbauer Leo auf Grünland setzt - Hofheld-Special 1. Schnitt

Leo bei der Ernte 2021
am Montag, 07.06.2021 - 13:30 (Jetzt kommentieren)

Ackerbauer Leo hat dem Grünland früher nur wenig Beachtung geschenkt. Das hat sich mittlerweile geändert - aus guten Gründen.

Liebe Hofhelden,

als viehloser Ackerbauer schenkt man meistens dem vorhandenen Grünland wenig Aufmerksamkeit, so war das früher auch bei uns. Doch mit der Nutzung des Aufwuchses in der Biogasanlage haben die Wiesen wieder mehr Bedeutung bekommen.

Von der „Eh da“-Fläche zurück ins Betriebskonzept

Nach dem Ende der Tierhaltung auf unserem Betrieb wurde das Grünland nur mehr extensiv genutzt und Pferdeheu verkauft. Für uns kein zukunftsfähiges Konzept. Mit dem Bau der Biogasanlage wurde der Aufwuchs dann siliert und zu Biogas verarbeitet. Neben Strom und Wärme haben wir auch Dünger bekommen.

Grassilage

So haben wir damit begonnen, auf ehemaligen Brachflächen Kleegras anzubauen, um hier Substrat für unsere Biogasanlage zu gewinnen. Und auch benachbarte Betriebe wollten entweder ihr überschüssiges Grünland verwertet haben oder haben Kleegras in ihre Fruchtfolge integriert. So haben wir immer mehr Grassilage als Einsatzstoff bekommen und den Anteil an Getreide und Mais reduziert.

Grünland: Erntekosten im Blick

Einen großen Nachteil hat diese Art der Substraterzeugung jedoch für uns. Die vielen kleinen und weit verstreuten Flächen haben sehr hohe Erntekosten. Da wir selbst keinerlei Grünlandtechnik besitzen und hier auf Dienstleister angewiesen sind, sind die Maschinenkosten hier ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit.

Anfangs haben wir alle Flächen mit einem Schwadmäher mähen lassen und sind sämtliche Flächen mit dem Feldhäcksler abgefahren. Dieses Verfahren ist super für die Produktion von Biogassubstrat, man hat sehr wenig Futterverschmutzung und durch den Häcksler sehr kurzes Futter, welches viel Gaspotenzial hat. Auch gelangen so wenig Störstoffe in den Fermenter. ABER es ist sehr teuer und gerade bei wenig Aufwuchs leidet die Schlagkraft extrem!

Schwader auf Grünland

Mittlerweile mähen wir einen Teil der Flächen selbst und schwaden diese. Auch ist ein Kurzschnittladewagen mit in der Erntekette, der Flächen einfährt, die für den Häcksler schwer zu erreichen sind. So konnten wir die Schlagkraft um durchschnittlich 20 Prozent steigern.

Mit Optimierungen die Wertschöpfung der Flächen erhöhen

Ein weiterer logischer Schritt war dann, dass wir die Erträge sowohl beim Kleegras als auch beim Dauergrünland steigern wollten. Ich habe mich dazu mit den Themen Sanierung der Grünlandnarbe und der Düngung beschäftigt.

Wiesenengel und Grünlandstriegel

Seit drei Jahren ist die Nachsaat mit einem Grünlandstriegel fester Bestandteil der Arbeit auf den Wiesen. In extremen Fällen können wir noch auf weitere Technik zurückgreifen, um zum Beispiel Schwarzwildschäden zu beseitigen. Für besonders intensive Grünlandsanierung kommt der „Wiesenengel“ zum Einsatz.

Güllefass auf Wiese

Bei der Düngung achte ich darauf, die Bestände ausgewogen zu „ernähren“. Neben den Gärresten, die die Grunddüngung sind, ergänze ich mineralisch noch die fehlenden Nährstoffe. Beispielsweise habe ich mit der Schwefeldüngung sehr gute Erfahrungen gemacht.

Wie geht’s weiter mit dem Grünland?

Die Dauerwiesen habe ich mittlerweile auf ein gutes Ertragsniveau anheben können, auch beim Kleegras zeigt der eingeschlagene Weg positive Ertragssteigerungen.

Leos Erntekette

Zukünftig möchte ich im Grünland noch die Artenvielfalt und damit die Biodiversität steigern. Das Kleegras soll die nächsten Jahre ackerbaulich auch eine noch größere Rolle spielen. Doch dazu zu gegebener Zeit mehr.

Bis Bald,

Euer Leo

Alle Beiträge von Blogger Leo Rösel findet ihr auf seiner Autorenseite hier bei agrarheute.

1. Schnitt: Diese Grünlandtechnik nutzen die Landwirte

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