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Blog Brina

Ackerstriegel: Mechanische Unkrautbekämpfung für alle Betriebe?

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am Freitag, 26.11.2021 - 10:00 (Jetzt kommentieren)

Immer mehr Landwirte befassen sich mit dem Thema Ackerstriegel. Warum und wie man den Striegel einsetzen kann, das erklärt Bloggerin Brina.

Hey Hofhelden,

egal, ob ihr einen konventionellen oder biologischen Betrieb habt: Mit dem Thema Ackerstriegel sollte sich meiner Meinung nach in der heutigen Zeit jeder befassen. Dazu möchte ich Euch heute ein paar Punkte aufzählen, was positiv an der Arbeit mit einem Ackerstriegel ist und wann man ihn einsetzen kann.

Was kann der Ackerstriegel?

Prinzipiell wird der Striegel eingesetzt, um den Unkrautdruck im Bestand zu reduzieren:

  • Er reißt Unkraut aus dem Boden, das dann bei Sonnenschein und bei Abschluss von Wasser an der Oberfläche vertrocknet.
  • Er verschüttet kleine Unkräuter. Somit stehen ihnen weder Sauerstoff noch die Wärme und das Licht der Sonne zur Verfügung und sie haben keine Chance mehr, zu wachsen.
  • Der Striegel regt das Wachstum der Ackerfrucht an.
  • Er belüftet die Wurzeln.

Was ist beim Einsatz vom Striegel zu bedenken?

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Wer einen Ackerstriegel in der Landwirtschaft einsetzen will, der sollte die Ackerfrucht bestenfalls dreimal striegeln:

  1. Vor dem Auflaufen.
  2. Wenn die Unkräuter keimen.
  3. Im 3. bis 4. Blattstadium.

Um die Kruste des Bodens zu brechen, ist es ratsam, vor der Überfahrt mit dem Unkrautstriegel zu walzen oder zu eggen.

In welchen Kulturen kann ich den Ackerstriegel einsetzen?

Manche Kulturen vertragen den Einsatz des Ackerstriegels besser als andere:

  • Hohe Verträglichkeit: Weizen, Dinkel, Ackerbohnen, Hafer
  • Mittlere Verträglichkeit: Triticale, Gerste, Mais, Sonnenblumen
  • Geringe Verträglichkeit: Roggen, Erbsen

Warum ist der Striegel gerade im biologischen Ackerbau so wichtig?

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In der biologischen Landwirtschaft darf kein chemischer Pflanzenschutz eingesetzt werden, was gerade die Unkrautregulierung erschwert. Der Ackerstriegel ist als mechanische Unkrautregulierung eine enorme Erleichterung und wirkt in vielen Kulturen wirklich gut. Eine weitere Möglichkeit ist, dem Unkraut mit einem Rollstriegel Herr zu werden. Das hat zum Beispiel mein Blogger-Kollege Leo ausprobiert. Er stellt seinen Betrieb gerade auf Bio um und hatte einen Rollstriegel von Einböck zusammen mit agrarheute auf Herz und Nieren getestet.

Warum sollten sich auch konventionelle Betriebe mit dem Thema befassen?

In der heutigen Zeit sind Pflanzenschutzmittel in der Bevölkerung sehr umstritten. Zum einen aufgrund der Unwissenheit und zum anderen leider auch wegen Kollegen, die unsachgemäß und unprofessionell damit umgehen beziehungsweise umgegangen sind.

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Ich persönlich bin der Meinung, dass es nicht komplett ohne Pflanzenschutzmittel geht, aber man diese auch nicht zu viel anwenden sollte. Eben so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Weil immer mehr Landwirte so denken, setzen auch konventionelle Betrieben immer mehr Ackerstriegel ein, da man erstens so Unkraut zum Teil bekämpfen und zweitens umweltschonender arbeiten kann. Letztendlich muss aber jeder Betrieb für sich selbst entscheiden, wie er mit dem zunehmenden Druck in Sachen Pflanzenschutzmittel umgeht.

Bis zum nächsten Mal,
Eure Brina

Video-Ratgeber: So den Striegel für Ackerbohnen richtig einstellen

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