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Blog Leo

Betriebsmittelkosten: Wie die Preisspirale Ackerbauer Leo betrifft

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am Mittwoch, 08.12.2021 - 15:04 (Jetzt kommentieren)

Junglandwirt Leo macht als Ackerbauer vor allem der gestiegene Preis von Diesel zu schaffen. Und anders als in anderen Branchen kann er seine Mehrkosten nicht einfach an die Kunden weitergeben. Also muss er andere Wege finden, um mit der Preisexplosion der Betriebsmittel umzugehen.

Liebe Hofhelden,

alles wird teurer. Diesen Satz hört man jetzt vermehrt überall. Traditionell zum Jahreswechsel werden die Preise im Handel angepasst, nicht nur in der Landwirtschaft. Doch dieses Jahr ist vieles anders. Nicht nur, dass die Preise gestiegen sind und teilweise schon unterm Jahr angehoben wurden, nein, auch die Verfügbarkeit von vielen alltäglichen Betriebsmitteln wird und wurde schon knapp.

Ackerbau: Bei welchen Betriebsmittel steigen die Kosten am stärksten an?

Während bei den Tierhaltern die hohen Kosten für Futter am meisten zu spüren sind, macht uns als Ackerbauern der Diesel die größten Kopfschmerzen. Im Laufe des Jahres sind die Kosten für den Kraftstoff um bis zu 50 Prozent angestiegen. Damit verbunden sind auch höherer Preise für Öle und Schmierstoffe (davon brauchen wir an der Biogasanlage auch viel) und auch die Waren, die mit hohem Energieeinsatz erzeugt werden. Das sind bei uns überwiegend Düngemittel oder Verschleißteile.

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Und so zieht sich der Faden dann weiter: gestiegene Kosten für Kundendienste, Dienstleistungen und Ersatzteile. Die Liste könnte ich noch fortführen bis ins Büro, wo die Druckertinte eine Preisexplosion erfahren hat ;)

Wie kann man den hohen Preisen entgegenwirken?

Da wir auf all diese Dinge angewiesen sind, können wir nicht drauf verzichten und auch nur bedingt Mengen einsparen. Momentan bestellen wir nicht einfach bei unseren Stammhändlern, sondern vergleichen vorher die Preise noch intensiver oder lassen uns bezüglich Alternativen beraten. Klar, zum Diesel gibt’s keine Alternative, aber hier hilft es schon, täglich die Preise zu beobachten, da hier die Sprünge derzeit recht groß sind.

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Bei Betriebsmitteln für den Ackerbau habe ich für die kommende Saison auf den Frühbezug gesetzt. Nicht nur, um die Versorgung sicher zu stellen, sondern auch, weil wir für den zukünftig ökologischen Landbau andere Betriebsmittel brauchen und ich da die Lieferketten noch nicht so gut kenne.

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Für andere Dinge des täglichen Betriebsbedarfs, zum Beispiel Öle und Schmierstoffe, lasse ich mir nun Angebote für den Jahresbedarf von verschiedenen Händlern machen. Auch so lassen sich die Kosten besser kalkulieren und sind planbarer.

Was machen bei Engpässen in der Lieferkette?

Mehr und mehr kommt es auch bei unseren Betriebsmitteln zu Lieferengpässen, längeren Lieferzeiten und Ausfällen bei der Lieferung. Die Ursachen dafür sind vielfältig und für mich nicht immer nachvollziehbar. Kurzfristige Bestellungen und vor allem Lieferungen sind fast nicht mehr möglich, deshalb muss ich hier jetzt besser planen.

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Ich muss teilweise meine Lagerhaltung ausweiten und noch vorausschauender bestellen - ähnlich wie meine Bloggerkollegin Mara. All das kostet natürlich Zeit und erfordert viel Disziplin. Aber bis jetzt ist uns noch kein Betriebsmittel komplett ausgegangen.

Wie können wir der Kostenspirale entgegenwirken?

Einen großen Haken hat die ganze Kostenspirale allerdings noch. So wie andere Branchen ihre Mehrkosten einfach an den Kunden weiterreichen, können wir das nicht machen. Unsere Preise sind fix vorgegeben und da kann man nicht dran rütteln, die Vergütung für unseren Strom haben wir auf 20 Jahre fest. Auch auf die Preise beim Getreideverkauf haben wir wenig Einfluss und wir müssen das Annehmen was der Handel vorgibt. Einzig bei unseren Dienstleistungen wie das Trocknungsgeschäft oder die Lohnarbeiten können wir die Preise etwas anpassen, aber das ist wie ein Tropfen auf den heißen Stein.
Bis Bald, dann hoffentlich wieder mit erfreulicheren Themen.
Euer Leo

Wie stellen Sie sich und Ihren Betrieb auf die immer weiter steigenden Betriebsmittelkosten ein?

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