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Blog Julia G.

Brauchtum: Die Bedeutung des Leonhardiritts

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am Donnerstag, 11.11.2021 - 14:38 (Jetzt kommentieren)

Auch in diesem Jahr musste der Leonhardiritt in Julias Wohnort ausfallen. Die Junglandwirtin erklärt, was hinter diesem Brauch steckt und warum sie im Sinne der Landwirtschaft hofft, dass er im nächsten Jahr wieder stattfindet.

Hei Hofhelden,

am letzten Sonntag durften meine Schwestern und ich die Standarte mit Fahne zur Kirche für die Messe zu Ehren des Heiligen Leonhard reiten. Leider fand - wie auch schon letztes Jahr - kein anschließender Leonhardiritt statt, aber wir hoffen alle, dass es nächstes Jahr wieder soweit ist. Bis dahin erkläre ich einfach mal, was es mit dem Leonhardiritt eigentlich auf sich hat.

Was hat der Heilige Leonhard mit Pferden zu tun?

Der Heilige Leonhard von Limoges wir meist mit Abtstab, Kette und Buch dargestellt. Sein Urpatronat ist der Schutz der Gefangenen, wobei die Kette für die Gefangenen steht. Vor allem in Bayern gilt der Heilige Leonhard aber auch als Nothelfer des bäuerlichen Lebens und wird als Schutzpatron für das Vieh verehrt, besonders für die Pferde. Daher wird der Bauerngott, wie er im Volksmund oft bezeichnet wird, gerne mit Pferd und Rind zu seinen Füßen abgbildet. Zu seinen Ehren findet jedes Jahr um den 6. November finden in vielen bayerischen Orten Leonhardiritte und -fahrten statt, an denen das Vieh gesegnet wird.

Landwirtschaft braucht Schutzpatron mehr denn je

Auch in den heutigen Zeiten, in denen gefühlt alles rund um die Landwirtschaft verrückt spielt, ist so ein Schutzpatron vielleicht gar nicht mal so verkehrt. Die Futtermittelpreise sind explodiert. Gleichzeitig ist die Milchproduktion im Vergleich zum Vorjahr um rund 3% zurück gegangen. Und auch für kommendes Jahr gehen wir unsicheren Zeiten entgegen. Die Düngemittelpreise sind stark gestiegen und viele Landwirte überdenken aktuell ihre Düngestrategie mit Mineraldünger. Wird weniger Dünger eingesetzt sind allerdings auch niedrigere Erträge zu erwarten, was widerum den Preis beeinflusst, es wird weniger verfüttert und die Milchproduktion geht eventuell noch weiter zurück.

Heiliger Leonhard, der Bauerngott

julia-leonhardiritt

Irgendwie hängt alles zusammen und wir befinden uns scheinbar in einem endlosen Teufelskreis. Sind wir Landwirte etwa zu den Gefangenen des Systems geworden? Manchmal hilft wohl nur noch beten und hoffen, dass der heilige Leonhard seinen Dienst als Nothelfer des Bauernstandes ernst nimmt.

Haltet die Ohren steif, denn immerhin folgt auf Regenwetter irgendwann auch wieder Sonnenschein.
Bis bald,
Eure Julia

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