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Blog Janne

DIY: Verkaufsstand für Gemüse selber bauen

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am Samstag, 02.10.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Janne möchte ihr Gemüse im Dorf an einem Verkaufsstand anbieten. Den baut sie einfach selbst - teilweise aus alten, weggeworfenen Materialien. Upcycling kann so viel Spaß machen!

Hallo liebe Hofhelden,

ich habe hier schon länger nichts mehr von mir hören lassen, was aber nicht bedeutet, dass im Gemüsegarten nichts passiert wäre. Ganz im Gegenteil – dort ist super viel passiert. Meine Ernteerwartungen von Gemüsekulturen wurden teilweise übertroffen und teilweise nicht ansatzweise erfüllt. Insekten und Krankheiten haben verschiedene Pflanzen befallen. Ich konnte meine Anzahl an Gemüsekisten-Abonnenten erhöhen und habe für den Gemüseverkauf an der Straße im Dorf einen ordentlichen Stand gebaut, der meinen provisorischen Tisch abgelöst hat.

Genau davon möchte ich heute berichten: vom Bau meines Gemüsestands.

DIY Gemüsestand - Was darfs denn sein?

Eine wichtige Basis meiner Direktvermarktung ist - neben den Abokisten - ein kleiner Verkaufsstand für das Gemüse. Da ich mein Gemüse samstags und sonntags anbiete, war klar, dass es eine mobile Variante sein muss, die relativ einfach auf- und abzubauen bzw. zu transportieren ist. Daher stellte die Europalette das Grundgerüst dar. Aus einem Umbau waren viele OSB-Platten übrig, die ich verwenden konnte. Ansonsten musste ich tatsächlich nicht viele Materialien kaufen. Und wo möglich, habe ich versucht, alte oder weggeworfene Dinge zu verwenden. Das spart Kosten und Müll - Upcycling also.

Die Materialliste für den eigenen Gemüsestand

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  • 1 Europalette
  • OSB-Platten
  • Winkel
  • Schrauben
  • Dachlatten
  • Dachpappe
  • Holzlasur
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Ob ich einen genauen Plan hatte, wie es werden soll? Ja. Im Ansatz zumindest. Ich habe mir vorher viele Gedanken gemacht und im Internet nach Inspiration gesucht, meine Vorstellung mit Maßen aufgezeichnet, angefangen zu sägen und zu schrauben und meinen Plan wieder über Bord geworfen. :D Oft merkt man erst beim Bauen, ob die Abmessungen - beispielsweise von den Zwischenebenen, auf denen das Gemüse dann präsentiert werden soll - praktikabel sind oder nicht. So musste eine geplante Ebene ausgelassen werden, da das Gemüse zu versteckt gewesen und das Herausnehmen zu umständlich geworden wäre.

So habe ich meinen mobilen Gemüsestand gebaut

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Nachdem die Eckpfosten und das Gerüst aus den Dachlatten standen, habe ich die OSB-Platten zugesägt und angeschraubt. Dann kamen die PLatten für das Dach drauf. So langsam ließ sich das Ziel erkennen und ich war sehr zufrieden mit dem Zwischenergebnis! Auf das Dach habe ich Dachpappe genagelt, um den Marktstand besser gegen Regen zu schützen zu. Nachdem auch die Ebenen, also die Zwischenablagen, ihre endgültige Position gefunden hatten, habe ich die Kanten mit der Flex abgerundet.

Anschließend habe ich alles mit Holzlasur gestrichen. Das hat den Vorteil, dass das Wasser besser abperlt.

Et voilà. Im Grunde fertig. Dazu hatte ich noch eine geniale Idee für eine Resteverwertung: Als Preisschilder habe ich die Schieferplatten, die vom Garagenabriss übriggeblieben sind, angebaut. Man kann sie mit Kreidestiften immer wieder neu beschriften. Das ist nötig, da sich mein Sortiment je nach Saison und Verfügbarkeit eigentlich wöchentlich ändert. Und schön aussehen tut es auch!

Fertig ist mein selbstgebauter Verkaufsstand!

Der DIY-Gemüsestand steht im Dorf am Grundstücksrand der Familie meines Freundes. Unter der Woche darf er unter Dach wohnen und ich fahre ihn samstags mit dem Gabelstapler an die Straße. Da der Stand recht zentral im Ort ist und viele Nachbarn ihn im Blick haben, funktioniert auch die Bezahlung per Vertrauenskasse sehr gut. Ein großer Vorteil vom Standort des kleinen Marktstandes ist, dass dieser auf einem Schacht steht (und somit waagerecht ist) und die Rückseite zur Südseite zeigt, sprich das Gemüse befindet sich den ganzen Tag im Schatten. Der Schatten sorgt dafür, dass das Grün des Gemüses nicht so schnell welkt und die Ware länger frisch und knackig bleibt. Außerdem kommt der Wind und Regen meistens aus Süd-West, vor dem das Gemüse ebenfalls gut geschützt ist.

Frisches Gemüse für das Wochenende

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Verfügbar ist mein Gartengemüse samstags und sonntags, woran sich das Dorf gewöhnt hat. Samstags vormittags ernte ich mein Gemüse, wasche und bündle oder portioniere es für meine Gemüse-Abokisten und den Gemüsestand. Gegen Mittag lege ich das Gemüse im Stand aus und liefere anschließend meine Gemüsekisten aus. Oftmals sind eine Stunde später, wenn ich meine Tour beendet habe, die ganz beliebten Dinge wie Buschbohnen, Radieschen und Gurken bereits stark reduziert oder sogar schon ausverkauft. Die Resonanz und das Feedback von meinen Kunden sind durchweg positiv.

Es freut mich wahnsinnig, solch eine Wertschätzung für mein Gemüse zu erfahren. Das ist genau das, wovon Direktvermarktung und kleinere Strukturen profitieren und auch das, was dem ein oder anderen in der klassischen Landwirtschaft fehlt: ein dankendes Lächeln und bestärkende kleine Gesten. Sie zeigen mir, dass das, wofür ich meine Energie und Leidenschaft investiere, eine entsprechende Wertschätzung und Freude erfährt. Dafür liebe ich, was ich tue, und es bestärkt mich, diesen Weg des Market Gardenings weiter zu verfolgen.

Erzählt doch mal; welche kleinen Dinge bedeuten euch viel oder was motiviert euch?

Bis demnächst,

Eure Janne

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