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Blog Leo

Ein Feldtag im Zeichen des Humus

Selfie von Leo
am Dienstag, 06.07.2021 - 13:48 (Jetzt kommentieren)

Leo hat sich rund um das Thema Humus informiert. Und zwar nicht wie zurzeit gewohnt digital, sondern live und in Farbe.

Liebe Hofhelden,

endlich wieder ein Feldtag! Und das nicht digital vorm PC im Büro, sondern wirklich draußen auf dem Acker, so wie es sich für einen Feldtag gehört.

Während in Deutschland keine größeren Feldtage geplant waren, beziehungsweise abgesagt wurden, haben verschiedene Firmen und Vereine aus Österreich es gewagt und sich zusammengetan, um den Humus Feldtag für Mitte Juni zu planen. Mit Erfolg, denn der Tag konnte wirklich wie geplant durchgeführt werden.

Das war Grund genug für mich, mich zusammen mit einem Kollege auf den Weg nach Österreich zu machen. Haibach an der Donau war das Ziel.

Was gab es bezüglich Corona zu beachten?

Selbstverständlich wurde vom Veranstalter ein ausgefeiltes Hygienekonzept erstellt. Für uns aus deutschen Gäste war ein negativer Corona Test Pflicht. Bei der Anfahrt zum Gelände wurden wir schon im Auto einer festen Gruppe zugewiesen, die den ganzen Tag zusammen war und die anderen Gruppen nicht getroffen hat.

Programm Humus Feldtag

In einer Gruppe waren ca. 25 Personen. Das weitläufige Gelände war in 6 Stationen aufgeteilt, jede Gruppe hatte ein festes Zeitfenster für die jeweilige Station. Da alles draußen stattgefunden hat, war Abstand halten kein Problem. Und sogar für Brotzeit und Getränke wurde eine Lösung gefunden.

Was war am Feldtag geboten?

Das Thema des Feldtages war Humus. Es wurden alle Themen rund um Humusaufbau, Pflanzenbau, Hilfsstoffe und auch Landtechnik abgedeckt. Die Referenten kamen überwiegend aus der Praxis oder der Beratung, sodass alle Themen so aufbereitet waren, dass sie einen hohen Nutzen für den Praktiker hatten.

Die einzelnen Stationen des Humus Feldtags

Station 1 hatte das Thema Bodenanalyse und Humuszertifikate. Nur wer seinen Boden kennt, weiß wie er ihn behandeln muss, um stabile Erträge und gesunde Pflanzen zu bekommen. Beeindruckend waren die Zahlen und Fakten zum Humusaufbau in der Ökoregion Kaindorf.

Maschinen auf Feldtag

Die Stationen 2 und 3 waren geprägt von Bodenhilfsstoffen wie Fermenten, Zwischenfrüchten, Begleitsaaten und dem Humusaufbau in der Praxis. Ganz praxisnah wurde die Verdunstung von kostbarem Wasser auf nacktem Boden im Vergleich zur Mulchauflage demonstriert. Eine Station wurde von einem Bekannten von mir geleitet, den ich hier endlich persönlich kennenlernen konnte.

Landwirte beobachten einen Verdunstungsversuch

Auf Station 4 wurde es Technisch. Die Demonstration einer Bodenfräse zum einarbeiten von Zwischenfrüchten. Ein Teil der Fläche wurde einige Tage vorher bearbeitet, um die Wirkung einer Flächenrotte mit Fermenten zu zeigen.

Ackerbohnenbestand auf Feldtag

Station 5 zeigte Kulturen, vor allem Cash Cops, die beides können, Humus aufbauen und wirtschaftliche Erträge einfahren. Auch wurden auf zwei Feldern zur selben Zeit die gleiche Mischkultur (Ackerbohne, Triticale und Wicken) ausgesät. Während auf der humusreichen Fläche die Ackerbohne dominierte, war auf dem kargen Boden mehr Triticale im Bestand. Hier wurde auch anhand einer Wurzelgrube gezeigt wie die Mischungen unter der Oberfläche „arbeiten“.

Gernot Bodner steht an einem Tisch.

Die letzte Station führte uns in eine Agroforstfläche. Hier ist sofort ein anderes Klima in der Fläche, das hat man am eigenen Körper gespürt und auch an dem Pflanzenbestand gesehen. Hier hat uns ein echter Profi; Manuel Winter, die Grundlagen zum Weidemanagement nach dem Mob Grazing System erklärt. Und Bodenprofi Gernot Bodner hat uns anschaulich demonstriert, wie die Wurzeln der Pflanze zum Humusaufbau beitragen.

Mein persönliches Fazit

Alle Einzelheiten zu den doch sehr umfangreichen Themen kann ich euch hier leider nicht schreiben. Aber es waren viele Themen dabei die ich zu Hause am Betrieb schon umsetze, zum Beispiel die Flächenrotte. Auch habe ich viele neue Ideen mitgenommen, die ich ausprobieren will, besonders beim Anbau von Mischkulturen. Davon werde ich euch hier oder auf Instagram gerne mehr berichten.

Es war großartig zu sehen was alles möglich ist beim Humusaufbau, toll auch zu sehen, dass man schon vieles daheim umsetzt. Aber am besten hat mir gefallen, dass man mal wieder Leute persönlich treffen konnte, Gespräche geführt hat und ein Stück Boden in die Hand nehmen konnte.

In diesem Sinne, bis Bald!

Euer Leo

Alle Beiträge von Blogger Leo Rösel findet ihr auf seiner Autorenseite hier bei agrarheute.

Humus-Check per App: Ist das Ackerbau der Zukunft?

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