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Blog Studienkurs Niedersachsen

Was Greenpeace und Landwirte gemeinsam haben

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am Freitag, 12.11.2021 - 09:00 (Jetzt kommentieren)

Der Studienkurs Niedersachsen startete mit dem traditionellen Besuch bei Greenpeace. Teilnehmer Philipp berichtet, welche Gedanken er sich im Vorfeld gemacht hat und was den Kurs letztendlich erwartete.

Hallo Hofhelden,

endlich war es soweit: die erste gemeinsame Woche des 18. Studienkurs Niedersachsens. Ich - Philipp Rund, 30 Jahre alt, Landwirt aus der Lüneburger Heide - nehme daran teil, um viele neue Leute kennenzulernen und mich über aktuelle Themen der Landwirtschaft auszutauschen. Ich reiste mit großer Aufregung und viel Neugierde zur Auftaktwoche nach Barendorf im Landkreis Lüneburg. Was wird mich erwarten? Wer sind die anderen Kursteilnehmer? Welche Persönlichkeiten lernen wir kennen?

First Time – First Love: Der Studienkurs-Start in Barendorf

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Kurz zusammengefasst: Wir hatten großen Spaß. Die Stimmung war super und wir hatten ein abwechslungsreiches Programm. Diskussionen rund um Themen der Landwirtschaft von der aktuellen Tierhaltungsdebatte, über Engagement im Ehrenamt, bis hin zum Umgang mit Banken komplettierten das Erlebnis. Und das alles mit netten Leuten aus ganz Niedersachsen. Von Ostfriesland, über Weser/Ems, von der Stader Geest über die Lüneburger Heide bis in die Hildesheimer Börde waren alle Niedersachsen vertreten. Die Vielfalt unserer Gruppe ist eine wahre Stärke.

Greenpeace: Strickpullover? Wollsocken? Vollbärte?

Mein persönliches Highlight in der Woche war der Ausflug nach Hamburg zu Greenpeace. Wahnsinn! Ihr könnt euch vorstellen wie gespannt wir alle waren, was uns dort erwartet. Klischees füllten meinen Kopf. Strickpullover? Wollsocken? Vollbärte? Kein Verständnis für unsere Probleme und nur eine geringe Gesprächsbereitschaft? Das Gegenteil war der Fall. Gleich acht Vertreter von Greenpeace haben uns empfangen. Ich fand es schon erstaunlich, dass wir so beachtet wurden. Auf mich wirkten alle insgesamt kompetent, gut informiert und waren in der Thematik gut eingearbeitet.

Tierhaltungs-Debatte mit Aktivisten

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Die Debatten waren hitzig. Gerade die Tierhaltung wurde sehr heiß diskutiert. Wie soll ein Umbau der Tierhaltung finanziert werden? Ist es überhaupt möglich? Wie viel Fleisch darf jeder noch zu sich nehmen und wer entscheidet darüber? Aber auch Lebensmittelpreise und der Lebensmitteleinzelhandel waren ein großes Thema. Wie soll das mit der Forderung nach 100% Öko-Landwirtschaft funktionieren? Über all dem schwebte die Frage, wie diese Vorstellungen mit der Umwelt und dem Klima übereinzubringen sind.

Landwirtschaft muss sich besser verkaufen

Wir haben viel mitgenommen. Auch Gemeinsamkeiten gefunden. Sowohl die Greenpeace-Aktivisten als auch wir Landwirte haben mit Vorurteilen zu kämpfen. Auch Sie kämpfen täglich leidenschaftlich für Ihre Ziele und erfahren dabei häufig Ablehnung. Am Ende sind sie jeden Tag wieder auf der Suche nach Mitstreitern und stehen im Wettbewerb innerhalb ihrer Branche. Greenpeace lebt von Kampagnen, auch die Landwirtschaft muss lernen sich besser zu verkaufen.

Gespräch mit Greenpeace und Co. suchen

Obwohl wir in vielen Punkten nicht einer Meinung waren, haben wir dennoch viel gelernt. Wir Landwirte müssen mit Organisationen wie Greenpeace ins Gespräch. Man kann einiges voneinander lernen und weiß den gegenüber besser einzuschätzen und seine Motivation zu verstehen. Nur so kann man auch auf Forderungen reagieren und mit Vorurteilen aufräumen.
Seid gespannt, was es vom nächsten Kursblog Spannendes zu berichten gibt,
Euer Philipp

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