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Blog Mara

Mein Hofladen online: was eigenes oder per Onlineportal?

Jungwinzerin Mara in ihrem Weinlager
am Mittwoch, 23.06.2021 - 09:00 (Jetzt kommentieren)

In Teil III ihres Blogs zum Onlineverkauf überlegt Jungwinzerin Mara, ob sie ihren Shop allein aufstellt oder ob es besser ist, wenn sie eine Verkaufsplattform nutzt.

Liebe Hofhelden!

Weiter geht’s hier mit meiner Reihe zum Onlineshop, während wir im Weinberg doch warten, dass es mal „loswächst“.

Ich habe euch schon erzählt, was die Vorteile eines Onlineshops sind und von unserer Odyssee mit Wirecard. Heute geht’s um die Frage „Einen eigenen Shop aufsetzen oder sich an ein Portal anbinden?“

Diese Vorteile bieten Verkaufsplattformen

In der Weinbranche gab es schon vor Corona Plattformen, über welche die Weine von mehreren Betrieben zu kaufen waren. Besonderheit ist, dass diese Plattformen kein eigenes Lager haben, sondern die Betriebe den Wein direkt an den Kunden verschicken. Somit ist die Plattform ein Mittler und bekommt für ihre Leistungen (Homepage stellen, aktuell halten, Bestellungsabwicklung, Kundenkontakt) eine Gebühr. Dies sieht zumeist so aus, dass der Winzer dem Portal einen Nachlass (zwischen 15 und 40 Prozent auf den Listenpreis) gibt und die Weine zu ähnlichen Preisen wie beim Winzer ab Hof angeboten werden.

Vorteil ist für den Winzer, dass er sich selbst nicht um Programmierung, Bestellungs- und Zahlungsabwicklung, die  meisten rechtlichen Angaben etc. kümmern muss. Schwierig ist, dass der Winzer jedoch selbst immer noch die Produkte aktuell halten muss und (je nach Portal) die Adressen der Kunden nicht für seine eigene Datenbank erhält. Weiterhin muss auch der Preisnachlass berücksichtigt werden.

Das kann ein eigener Shop

Alternativ kann der Betrieb selbst einen Shop aufsetzen. Wie wir das umgesetzt haben, hab ich euch schon erläutert. Herausforderung ist hier, dass der Betrieb von Anfang bis Ende verantwortlich ist und so ein kleiner Shop eher selten durch Zufall gefunden wird.

Egal ob man es selbst einrichtet (auch ich selbst habe einen Stundenlohn!) oder es an eine Firma vergibt, gibt’s zu Beginn ordentliche Kosten und man hat noch nichts verkauft.

Onlineportal oder Shop - Entscheidungsmatrix

Ich würde euch den Verkauf über ein Onlineportal empfehlen wenn:

  • Ihr keine Technikfans seid
  • Ihr ungern Zeit mit scheinbar endlosen Problemen der Programmierung verbringt
  • Ihr gern Bereiche komplett an kompetente Partner abgibt
  • Eure Preise so kalkuliert sind, dass der gewünschte Preisnachlass möglich ist
  • Ihr euch auf großen Plattformen neben Kollegen präsentieren wollt

Ich würde euch hingegen einen eigenen Shop empfehlen wenn:

  • Ihr euch alle Möglichkeiten offen halten wollt und schnell auch z.B. virtuelle Produkte anbieten wollt
  • Ihr gern den direkten Kundenkontakt habt
  • Ihr Lust am Programmieren und Einrichten von Homepage/Shops habt
  • Ihr gern alles selbst in der Hand habt
  • Ihr bereit seid, euch auch in die rechtlichen Themen zuverlässig einzuarbeiten

 

Winzer und Landwirte haben verschiedene Wünsche

Weil meine Welt sich ja vor allem um Wein dreht, beziehe ich mich hier jetzt auf reine „Wein-Portale“. Dort kann man Wein und zum Teil noch Destillate bestellen.

Anders liegt die Sache dann aber wieder bei Portalen, die verschiedenen Produkte im Angebot haben. So sind wir z.B. bei der Münsterländer Bauernbox dabei. Dort gibt’s neben unserem Wein auch noch viele andere Produkte von LandwirtInnen aus der Region Münster und der Wein ergänzt das Angebot. Da ist das „Portal“ für uns super!

Wer hat von euch Erfahrungen mit Portalen? Hat sich jemand schon an den eigenen Shop gewagt? Ich freue mich, mich mit euch auszutauschen! Gern direkt hier oder im Instagram-Channel von hofheld!

Viele Grüße, Mara

Wenn ihr mehr über Mara und ihren Online-Weinhandel erfahren wollt, besucht sie auf ihrer Autorenseite hier bei agrarheute.

 

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