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Blog Christina

Hofnachfolge: Bankkauffrau oder Agrarunternehmerin?

01-Christina
am Dienstag, 30.04.2019 - 09:18 (Jetzt kommentieren)

Während ihrer Ausbildung zur Bankkauffrau und ihres BWL-Studiums hat Christina regelmäßig auf dem Betrieb ihrer Eltern angepackt. Lange dachte sie, dass die Hofübernahme für sie nicht in Frage kommt. Doch dann war da dieser eine Moment während eines Seminars...

Hallo ihr fleißigen Hofhelden,

nachdem es im ersten Blogeintrag vor allem um mich ging, will ich Euch nun den Betrieb vorstellen, auf dem ich aufgewachsen bin und auf dem – möglicherweise – auch meine Kinder aufwachsen. Also auf zur Beantwortung der Frage, was macht die Bankkauffrau eigentlich zur Agrarunternehmerin?

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Meine Eltern haben sich vor zwanzig Jahren dazu entschlossen, die Sonderkulturen Spargel und Erdbeeren nicht nur anzubauen, sondern auch direkt in einer zum Restaurant umgebauten Scheune anzubieten. Ganz dem Trend folgend „Spargelessen beim Erzeuger“. In den Jahren danach hat sich der Betrieb immer weiterentwickelt und nun gibt es neben den 30ha Landwirtschaft und dem Restaurant auch ein Hofcafé, einen Hofladen und Gästezimmer. „Nebenbei“ vermarkten wir unsere Produkte auch über den Lebensmitteleinzelhandel.

Betriebsübernahme?? Lächeln und Winken!

Meine ältere Schwester Kathrin (von der ihr hier auch noch einiges erfahren und lesen werdet) hat sich schon früh gegen eine Nachfolge entschieden und trotzdem haben mir meine Eltern in der Nachfolgefrage keinen Druck gemacht. Denn unsere Eltern haben uns von Anfang ermutigt, unseren eigenen Weg zu gehen. Sie sind der Ansicht: „Nur weil wir uns für diesen Weg entschieden haben, heißt das nicht automatisch, dass das auch euer Weg ist.“ Für diese Großzügigkeit bin ich wirklich dankbar, denn sie ist sicher auch ein Grund dafür, dass ich mir nun heute mit 26 Jahren die Nachfolgefrage überhaupt stelle.

Knapp 3 Jahre habe ich also in Münster studiert und die Freiheiten des Studierendenlebens genossen. Trotzdem bin ich fast jedes Wochenende heimgefahren und habe meine Eltern unterstützt. Dabei haben mich nicht selten Gäste gefragt „Und du übernimmst einmal den Betrieb?“. In solchen Momenten hatte ich das Motto „Lächeln und Winken“. Denn eigentlich war die Übernahme nach wie vor kein Thema. Aber eben nur eigentlich… 😀obergers Erben.

Denn erst in meinem vorletzten Unisemester kam eine Wendung. Ich belegte den Kurs „Führen von Mitarbeitern / Konfliktmanagement“, welcher damit begann, dass wir uns die Frage: „Wie sieht mein Alltag heute in 10 Jahren aus?“ stellen sollten. Der Fokus sollte darauf liegen, sich so detailliert wie möglich vorzustellen, wie der Ablauf eines üblichen Alltages aussehen könnte. Nichtsahnend schloss ich also meine Augen und zack, da war er: Der Betrieb meiner Eltern und ich als Nachfolgerin. OMG!

Der entscheidende Moment

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Und dies war der einschneidende Moment. Denn vorher kam die Nachfolge für mich doch nicht in Frage. War dies etwa eine voreilige Entscheidung gewesen? Was hatte ich eigentlich getan, um diese Frage für mich zu klären? Kann man so eine Entscheidung überhaupt rational angehen? Wie trifft man eine solche Entscheidung, was braucht man dafür? Damit begann für mich die Phase, in der ich mich systematisch damit befasst habe, was für und was gegen eine Nachfolge spricht. Wohin mich dieser Weg geführt hat und welche tollen Menschen ich dabei kennen gelernt habe, erzähle ich euch in meinem nächsten Beitrag!

Eure Christina

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