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Blog Christina

Hofübergabevertrag und Süßkartoffelchips: Christinas Ziele für 2022

Selfie von Jungunternehmerin Christina Ingenrieth.
am Freitag, 21.01.2022 - 08:00 (Jetzt kommentieren)

Die ruhigere Winterzeit nutzt Jungunternehmerin Christina, um Prozesse zu überdenken und neue Projekte für das kommende Jahr anzupacken. So hat sie bereits die Grundsteine für die Verarbeitung der hofeigenen Süßkartoffeln sowie für den Hofübergabevertrag gelegt.

Hallo ihr fleißigen Hofhelden,

erholt und motiviert komme ich gerade aus einer Woche Urlaub auf der spanischen Insel Teneriffa mit meinem Freund Philipp zurück. Diejenigen unter euch, die Berührungspunkte mit einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Schwerpunkt von Sonderkulturen haben, wissen, dass der Winter die beste (und meist einzige!) Zeit ist, Urlaub zu machen. Auch wenn es hier naheliegen würde, in den Schnee zu fahren und damit meinen skifahrenden Freund sehr glücklich zu machen, konnte ich ihn für vieeel Wärme und Sonne begeistern. Mit mehr als 7 h Sonne pro Tag und durchschnittlich 20°C, konnten wir unser Vitamin-D-Haushalt mehr als auffüllen und freuen uns nun auf die Dinge die da kommen werden.

Strategie und Prozesse weiterentwickeln

„Die Dinge die da kommen werden“, sind in diesem Blogbeitrag genau mein Stichwort. Denn heute möchte ich davon berichten, wie die Monate Januar und Februar im GeHo eigentlich genau aussehen. Von außen (real und virtuell) mag es nämlich so wirken, dass es bei uns aktuell etwas ruhiger ist und es wenig zu tun gibt. Aaaber der Schein trügt! Denn vielmehr besteht die Zeit aus vielen Gesprächen innerhalb der GeHo-Führung (meine Mutter als Chefin für den gastronomischen Part des GeHos, mein Vater als Chef für den landwirtschaftlichen Part sowie Yannik und meine Expertise als Nachfolgerin).
Aber auch mit externen (Geschäfts-)Partnern suchen wir das Gespräch. Dazu zählt auch der Austausch mit dem LEH (Lebensmitteleinzelhandel), in den wir unsere Produkte liefern und nachhaken möchten, was gut läuft und wo unsere Prozessabläufe noch verbessert werden können, wie auch mit den Beratern der Landwirtschaftskammer NRW. Denn auch im Hinblick auf die Hofübernahme möchten wir stets ein Stückchen weiterkommen.

Ziel: alle Produkte der eigenen Ernte verarbeiten

Die Gespräche unter uns vieren finden häufig vormittags statt und dauern 1-2 Stunden an. Bewusst halten wir die Gespräche nicht allzu lang, denn natürlich müssen die alltäglichen Aufgaben, wie die Auslieferung unserer Produkte, weiterhin bewerkstelligt werden. Gleichzeitig ermöglicht uns ein zeitlich begrenzter Austausch aber auch, dass die Themen punktuell behandelt werden und jeder für sich das Besprochene noch einmal verarbeiten kann. Dabei versuchen wir uns u.a. noch stärker mit dem Thema der „Produktveredlung“ im Sinne der Nachhaltigkeit zu beschäftigen. Ziel dahinter ist, alle Produkte unserer Ernte zu verarbeiten.
Dabei überlegen wir uns, wie wir unsere kleineren Süßkartoffeln, die leider nicht der „Norm“ entsprechen und damit im LEH keinen Abnehmer finden, so verarbeiten können, dass sie beim Kunden landen. Hier wäre beispielsweise die Idee, diese Sortierungen zu GeHo-Chips oder GeHo-Pommes weiter zu verarbeiten. Da eine solche Produktweiterverarbeitung aber natürlich nicht von heute auf morgen umgesetzt werden kann, bedarf es vielen Gesprächen, Informationen, erneuten Gesprächen, Abwägungen, Berechnungen, Absatzwegsuchen und Einschätzungen. Noch ist die finale Entscheidung, inwiefern wir uns weiterentwickeln möchten, nicht gefallen. Ihr dürft gespannt sein :)

Hofübergabevertrag ausarbeiten

Das Gespräch mit den Beratern der Landwirtschaftskammer war ebenfalls spannend. An einem Vormittag Ende letzten Jahres haben wir uns nämlich Zeit genommen, uns mit den für Generationswechsel spezialisierten Beratern zusammenzusetzen. Auch wenn die finale Übergabe erst für Juli 2023 geplant ist, möchten wir den Hofübergabevertrag so gut ausarbeiten, dass alle Familienmitglieder sich damit identifizieren können. Dabei war es enorm wichtig, dass 1. meine Schwester Kathrin dabei war, die über die Feiertage ohnehin vor Ort war und wir damit zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen konnten und 2. wir uns im Vorfeld als Familie schon einmal intensiv mit diesem Vertrag befasst und uns lose Gedanken über Themen wie „Abfindung weichender Erben“, „Altenteil-Leistungen“ und „Rückübertragungsansprüche“ machen konnten.
Immer wieder haben wir dabei unabhängig voneinander festgestellt, dass unser oberstes Ziel die Familie und das Verstehen untereinander ist. Kein Geld der Welt darf das gute Verhältnis, welches wir untereinander haben, kaputt machen. Natürlich merken auch wir, dass die Erstellung eines solchen Hofübernahmevertrages nicht immer einfach ist und viele Hürden bereithält. Aber unsere lange Vorbereitungszeit (im Dezember 2020 hatten wir unseren ersten Termin mit der Kammer zu diesem Vertrag) ermöglicht es uns, immer wieder mit den einzelnen Punkten innerhalb des Vertrages ein bisschen vertrauter zu werden und ein Gefühl dafür zu bekommen, was wirklich wichtig und nötig ist und was nicht.
Es ist und bleibt ein spannender Prozess, auf dem ich euch gerne weiterhin mitnehme. Dazu passt wohl am besten, der auch bald entscheiden Blogbeitrag meines Vaters, in dem er seine Sicht auf die „Betriebsleitersuche“ beschreiben wird.
Bleibt gesund,
Eure Christina

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