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Blog Christina

Hofübernahme: Deadline setzen

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am Montag, 27.05.2019 - 11:11 (Jetzt kommentieren)

Christina steht vor der Frage, ob sie den elterlichen Betrieb übernehmen soll. Ihre Beraterin hat ihr empfohlen, einen klaren Termin für die Entscheidung zu setzen.

Hallo ihr fleißigen Hofhelden,

nun habt ihr neben unserem Hof in Brüggen auch kurz DIE Wendung während meines Studiums (wenn nicht sogar meines Lebens – wir werden sehen) in Bezug auf die Nachfolge kennengelernt. Nun stellt sich die Frage aller Fragen: Wie bekomme ich all meine Fragen in meinem Kopf beantwortet, um zu einer fundierten Entscheidung zu kommen?

Gespräch mit den Hofübergebern suchen

Die Beantwortung der Frage der Hofnachfolge ist natürlich nicht innerhalb kurzer Zeit zu entscheiden. Besonders dann nicht, wenn es, wie bei mir, so unverhofft zum Thema wird. Direkt nach dem Seminar, in dem ich das „Hof-Bild“ vor Augen hatte, bat ich meine Schwester Kathrin um Rat. Was sollte ich tun? Dem Gedanken nachgeben und „weiter forschen“ oder dies als eine unnütze Idee verwerfen? Schließlich hatte ich keinerlei landwirtschaftliche Erfahrung oder Ausbildung. Gemeinsam entschieden wir uns, in die Offensive zu gehen und das Gespräch mit unseren Eltern zu suchen.

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Diese waren natürlich sehr offen und schlugen vor, einen gemeinsamen Beratungstermin mit der Landwirtschaftskammer zu vereinbaren, genauer mit dem Referat Landservice, das Betriebe in der Erwerbskombination begleitet und berät. Denn wer, wenn nicht die Berater dort, hätten uns weiterhelfen können?

Hofübernehmerberatung nutzen

Gesagt, getan. So haben wir im Herbst 2017 mit einer Beraterin der Kammer zusammengesessen, die sich schwerpunktmäßig mit dem Generationenwechsel von landwirtschaftlich-gärtnerischen Familienbetrieben beschäftigt und auch eine Coaching Ausbildung hat. Sie hörte sich erst einmal an, was ich während des Studium-Seminares erlebt hatte und wie meine Eltern sich Ihre Zukunft vorstellten. Mein Vater war zu diesem Zeitpunkt 59 Jahre jung und wollte noch ca. 5 Jahre gemeinsam mit meiner Mutter (56 Jahre) den Hof betreiben. Die Beraterin empfahl uns, die Nachfolge innerhalb der nächsten ca. 2 Jahren geklärt zu haben, um danach noch ca. 3 Jahre gemeinsam auf dem Hof arbeiten und eine geordnete Übergabe umsetzen zu können.

Um den Prozess für alle zu verdeutlichen und zu strukturieren, haben wir direkt bei diesem Termin ein Datum im Jahr 2020 festgelegt, zu dem die „große Frage“ für alle Beteiligten geklärt sein soll.

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Aus diesem Termin sind wir alle mit sehr spannenden Hausaufgabenfragen gegangen. So darf ich bis zum Tag X im Sommer 2020 entschieden, ob ich die Nachfolge antreten und wie ich den GeHo 2.0 gestalten möchte (Ja, ihr habt richtig gelesen, ich DARF entscheiden).Aber auch meine Eltern haben in dieser Zeit die Möglichkeit, sich mit den Fragen „Was wäre, wenn Christina es wirklich macht?“ und auch sehr wichtig für alle Beteiligten „Wie sieht unsere (wohnliche) Zukunft aus, wenn Christina sich gegen die Hofnachfolge entscheidet?“ zu beschäftigen.

Hofübernahme ja oder nein?

Puuuh, ich hatte also noch genau 2 Jahre, um mich mit der Entscheidung „Nachfolge oder keine Nachfolge?“ auseinander zu setzen. 2 Jahre, 730 Tage, 17.520 Stunden und noch mehr Minuten. Zeit satt, oder? Oder vielleicht doch nicht? Hilfe, wo und wie soll ich denn überhaupt anfangen? Und was, wenn ich keine Entscheidung treffen kann? Der Moment nie kommt, in dem ich mich „sicher“ fühle?

Wie ich mir selbst Step by Step geholfen habe und welche Rolle dabei dann doch wieder das Seminar gespielt hat, erfahrt ihr beim nächsten Mal.

Hofübergabe auf neuseeländisch

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