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Blog Christina

#instagramverbindet: Wie Netzwerken zu Partnerschaften führt

Christina und Peter vor dem Hofladen des Genholter Hofs
am Mittwoch, 21.04.2021 - 09:30 (Jetzt kommentieren)

Netzwerken war nicht immer Christinas Ding. Doch sie hat gemerkt, wie wertvoll Offenheit und gute Kontakte sind, um ihren Betrieb weiterzuentwickeln. So konnte sie ihr Hofladen-Sortiment vor Kurzem um ein ganz besonderes Produkt erweitern.

Hallo ihr fleißigen Hofhelden,

im letzten Beitrag habe ich schon angedeutet, dass wir uns von der Frühjahrsunsicherheit nicht haben unterkriegen lassen und uns neuen Projekten gewidmet haben. Deswegen möchte ich Euch heute von einer ganz tollen Kooperation erzählen, die einzig und allein durch ein gutes Netzwerk entstanden ist. Die Vorstellung der beiden tollen Persönlichkeiten kommt von Herzen und unterliegt keinerlei bezahlter Kooperation.

Vorab: Netzwerken heißt übersetzt, sich ein gutes „Netz“ aus – häufig beruflichen – sozialen Kontakten aufzubauen. Das hat in der Regel zwei Ziele:

  • der Austausch untereinander
  • und die gegenseitige Hilfe.

Ein guter Weg zur Identifikation geeigneter Netzwerkkontakte ist es, sich Kontakte oder Accounts (bspw. bei Social Media) anzuschauen, die sich mit ähnlichen oder verwandten Themen befassen. Wichtig dabei ist es, den Schritt der Kontaktaufnahme zu gehen und in den aktiven Austausch zu kommen. Nur so kann das Netzwerk einen Mehrwert generieren. Hier passt folgender Spruch:

"Es gibt 2 gute Gründe Menschen zu treffen. Entweder Sie verändern Dein Leben. Oder Du veränderst ihres."

Netzwerken will gelernt sein

Mir persönlich fällt das Netzwerken mittlerweile recht leicht. Dies war nicht immer so, denn erst mit meinen Erfolgen habe ich gemerkt, welchen Mehrwert mir eine offene Art in diesem Bereich bringt und mir dann sogar Spaß macht.

Beim Scrollen durch Instagram bin ich über den Account von Friederike Greilich als die.bauernhof.va gestolpert. Als die „virtuelle Bauernhof Assistentin“ unterstützt Friederike direktvermarktende Landwirte in ihrer Marketing- und Kommunikationsarbeit, damit diese wieder mehr Zeit für Familie, Gäste, Tiere und natürlich sich selbst haben.

Wichtig ist Friederike dabei, dass der Landwirt das große Thema rund um Social Media nicht als ein unbekanntes, schwarzes Loch sieht sondern erkennt, dass dies eine Möglichkeit ist, mit bestehenden aber vor allen Dingen auch neuen Kunden in Kontakt zu kommen. Und dass es gerade für Direktvermarkter mittlerweile fast schon ein Muss ist, sich auf diesen Wegen zu zeigen.

Augen und Ohren stets offen halten – digital wie analog

Dass die digitale Öffnung der Hoftore für die Betreiber nicht immer schnell und leicht ist, weiß Friederike nur zu gut. Schließlich ist sie als älteste von drei Geschwistern auf einem Bauernhof im südlichen Münsterland aufgewachsen. So steht sie beispielsweise ihrem Bruder Johannes, der den elterlichen Hof übernommen hat, in allen Fragen rund um die Kommunikation über die Facebook- und Instagramseiten zur Seite. Und genau diese Kommunikation hat mich beeindruckt, sodass ich kurzerhand Kontakt zu ihr aufgenommen und wir einen Videotermin vereinbart haben.

In diesem haben wir dann gemeinsam festgestellt, dass es sehr wichtig ist, stets die Augen und Ohren für neue Ideen offen zu halten. Dabei erzählte sie mir Näheres vom elterlichen Hof Schulze-Blasum ihres Bruders und dass es einen jungen Mann in der Nachbarschaft gibt, der mit 14 Jahren sein erstes eigenes Eis hergestellt und verkauft hat und dieses Eis nun durch die Decke gehen würde.

Hofladen-Sortiment dank Social Media erweitern

Da wurde ich hellhörig – selbstgemachtes Eis? Und das noch von jemandem, der damit seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat? Spannend! Ich wollte schnellstmöglich nicht nur das Eis kennenlernen, sondern auch die Person, die hinter dieser Geschichte steckt: Peter Telgmann. Also habe ich mich auf die Suche gemacht und die Social-Media-Kanäle durchforstet und ihn unter Eis.Berger gefunden.

Kurzerhand schrieb ich Peter über Instagram an, stellte mich und den GeHo vor und bat um Auskunft, ob der Kreis Viersen (in dem der GeHo liegt) auch zu einem seiner möglichen Liefergebiete zählen könnte oder ob dies einfach zu weit wäre. Schließlich liegen zwischen uns und Peter schlappe 140km …

Doch schon am gleichen Abend hatte ich folgende Antwort als Sprachnotiz von Peter im Postfach: „Schönen guten Abend Christina, vielen Dank für deine nette Nachricht. Am besten telefonieren wir einfach mal, dann können wir persönlich besprechen, wie wir unser Eis zu euch auf den Hof bekommen…“ :-O

Ich war völlig geflashed, dass es so unkompliziert und vor allen Dingen schnell ging. So telefonierten wir ein paar Tage später und waren direkt auf einer Wellenlänge. Peter erzählte mir voller Eifer von seiner Leidenschaft, Eis „ohne Firelanz und Schnickschnack“ (seine Worte!) herzustellen und riss mich mit dieser Freude vollkommen mit.

Und genau das ist es, was ich im Hofladen nach vorne bringen möchte: Produkte mit Hintergrundgeschichten, bei denen ich als Direktvermarkterin die Erzeuger im besten Fall noch persönlich kenne! Denn nur mit solchen Nischenprodukten, hinter denen der Produzent und auch ich zu 100% stehen, kann ich mich als Hofladenbesitzerin von den Produktsortimenten der Edekas, Rewes und Aldis der Welt abheben.

Das Netzwerk trägt Früchte – beziehungsweise Fruchteis

Da der Kontakt im Herbst entstanden ist, machte eine sofortige Produkterweiterung aber wenig Sinn. Deswegen haben wir vereinbart, im kommenden Frühjahr noch einmal Kontakt aufzunehmen und uns auch persönlich kennenzulernen.

So kam es, dass wir uns im Februar dieses Jahres dann endlich auch live und in Farbe kennenlernten. Das Treffen war toll! Die Chemie stimmte sofort und tja, was soll ich sagen? Das Eis ist der Wahnsinn – wir haben direkt am Abend innerhalb der Familie fast alles verspeist. Sein Milcheis ist zu 70% aus feiner Landmilch :-O, sein Fruchteis zu 100% vegan, gluten- und laktosefrei :-O.

Peter und Christina im Hofladen des Genholter Hofs

Peters Philosophie ist nicht nur, dass er seine Leidenschaft zum Eis zum Beruf gemacht hat, sondern auch explizit selbst auswählt, wo dieses Eis verkauft wird. Nach fast 4 Stunden Eisprobieren und Kennenlernen verständigten wir uns darauf, kurz vor Beginn der Spargelsaison mit unserer Kooperation zu starten. Und dort stehen wir nun: Ende März haben wir angefangen, das superleckere Eis bei uns im Hofladen zu verkaufen.

Kommunikation auf allen Kanälen führt zum Erfolg

Nicht zuletzt durch die aktive Kommunikation auf allen Kanälen und die Hervorhebung, dass das Eis selbstgemacht und das Fruchteis auch vegan ist, sind wir von der Nachfrage total begeistert. Es macht große Freude, die Lust am Eisgenuss bei unseren Kunden zu wecken und tolles Feedback zu erhalten – welches wir mit noch größerer Freude dann direkt an Peter weiterleiten.

Ihr seht also, was ein gutes Netzwerk alles hervorbringen kann, wenn man seinen Blick auch einmal über seinen eigenen Tellerrand schweifen lässt. Ich weiß, dass das nicht allen liegt. Aber gerade die sozialen Medien können einem die erste Kontaktaufnahme erleichtern. Mir hilft dabei immer der Gedanke daran, dass auf der anderen Seite auch Menschen sind, die ebenso viel Leidenschaft für gute, authentische Produkte haben wie ich und dass die Kontaktaufnahme deswegen wahrscheinlich für beide Seiten ein Gewinn ist.

Vielleicht probiert ihr es einfach mal. Und wenn wir schon beim Probieren sind: Solltet ihr einmal im Kreis Viersen sein, kommt gerne bei uns im Hofladen vorbei Dann könnt ihr euch gerne selbst von Peters Eis überzeugen!

Frühlingshafte Grüße aus Brüggen,

Eure Christina

Finde hier heraus, welche Gedanken und Pläne Christina rund um die Hofübernahme sonst noch hat.

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