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Blog Karina

Als Landei zum Studium in die Stadt: Ob das gut geht?

Karina im Garten des Studentenwohnheims
am Montag, 19.04.2021 - 08:05 (Jetzt kommentieren)

Karina ist ein bekennendes Landei und konnte sich nie vorstellen, in der Stadt zu leben. Als sie jedoch im Herbst mit ihrem Agrarstudium anfing, musste dann doch eine Wohnung in Wien her. Ob das die richtige Entscheidung war?

Hallo Ihr Lieben,

die letzten Monate waren für mich ziemlich chaotisch. Kennt Ihr den Spruch: „Es kommt immer anders als man denkt?“ Das würde es wohl für mich ganz gut beschreiben, denn ich habe ein landwirtschaftliches Studium in Wien begonnen und eine Wohnung gesucht, obwohl ich mir immer gesagt habe, dass ich sicher niemals in einer Stadt leben möchte. Ich als absolutes Dorfkind konnte mir das Leben in der großen Stadt nie für mich vorstellen.

Das Schloss Schönbrunn ist eines der Wahrzeichen in Wien.

Aber es erschien mir wie der einzig logische Schritt, nachdem ich die Zusage für meinen Studienplatz erhalten hatte. Immerhin machen das doch alle und fürs Pendeln wohne ich zu weit weg – das waren damals meine Überlegungen. Eine Wohnung war auch schnell gefunden und zwei Tage vor Beginn des Wintersemesters zog ich in mein Zimmer in einem Studentenwohnheim ein.

Der Blick aus Karinas Zimmer im Studentenwohnheim.

Die ersten Tage waren für mich wirklich furchtbar. Ich wusste nicht, womit ich mich beschäftigen sollte und ich hatte auch wirklich Heimweh. Mir fehlten die Ruhe, die Natur, meine Freunde und Familie und natürlich die Tiere. Ich würde es so beschreiben: Für meinen Geschmack gibt es in Wien zu viele Autos und zu wenig Kühe. Als ich dann meine Studienkollegen und -kolleginnen kennenlernte, wurde es etwas leichter für mich. Das Studium gefällt mir sehr gut und das hat mich auch etwas abgelenkt.

Eine Fahrt durch Wien mit dem Auto.

Anfang November kam mir dann Corona in die Quere. Das Studium wurde auf reine Onlinelehre umgestellt und plötzlich war meine Wohnung überflüssig. Und so war ich nicht mehr nur an den Wochenenden, sondern jeden Tag zu Hause. Zur Wohnung fuhr ich aus verschiedenen Gründen nur mehr selten. Von zu Hause aus zu studieren machte mir aber erstaunlicherweise nicht viel aus, abgesehen von der katastrophalen Internetverbindung.

Und als ich Ende Februar aus meiner Wohnung ausziehen konnte, war ich ehrlich gesagt ziemlich erleichtert, dieses Kapitel endlich abschließen zu können. Auch wenn ich mir das Studieren anders vorgestellt hatte, ist es gut so, wie es ist. Wenn ich Zeit habe, kann ich einfach am Betrieb mithelfen oder in den Stall gehen, was für mich ein toller Ausgleich zum theoretischen Input ist.

Ich bin und bleibe einfach ein absolutes Landei, auch wenn ich einige Dinge an der Stadt durchaus zu schätzen gelernt habe. Beispielsweise die Öffis, Lieferservices und natürlich eine super Internetverbindung  Aber lustigerweise schätze ich durch diese Erfahrung mein Leben auf dem Land und unserem ziemlich abgelegenen Hof umso mehr.

Was ich mache, wenn das Studium wieder in Präsenz stattfindet, weiß ich noch nicht genau. Wahrscheinlich werde ich Pendeln, auch wenn das sicher nicht einfach ist. Aber das entscheide ich, wenn es so weit ist. Das letzte Semester hat mir gezeigt, dass man derzeit nicht unbedingt besonders viel planen kann. Und diesmal such ich nach der Möglichkeit, die mir am besten gefällt und nicht nach der, die sonst üblich ist.

Ist es jemandem von Euch auch schon mal so ergangen? Und wie habt Ihr das gemeistert?

Bleibt gesund,

Eure Karina

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