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Blog Studienkurs Niedersachsen

Was macht eigentlich das Institut für Lebensmitteltechnik?

Die Teilnehmer des Studienkurs Niedersachsen vor dem DIL.
am Samstag, 19.03.2022 - 07:00 (Jetzt kommentieren)

Im letzten Kursblock verschlug es den Studienkurs Niedersachsen unter anderem ins Deutsche Institut für Lebensmitteltechnik (DIL). Junglandwirt Cedrik erklärt, was dessen Aufgaben sind.

Hallo Hofhelden,

ich bin Cedrik aus dem Landkreis Diepholz mit einem familiengeführten Milchviehbetrieb und bin dieses Jahr ebenfalls Teilnehmer des 18. Studienkurses in Niedersachsen. Dieses Mal startete unser dreitägige Kurblock in Oesede und wir fuhren von dort über Quakenbrück nach Hannover.

Bindeglied zwischen Wissenschaft und Lebensmittelherstellung

Ein großer Teil des Blocks war der Besuch beim Deutsches Institut für Lebensmitteltechnik (DIL). Die meisten von uns wussten bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal, dass es dieses Institut überhaupt gibt, geschweige denn, was dort gemacht wird. Aber genau das machte es für uns alle noch viel interessanter.

Begrüßt wurden wir von Clemens gr. Macke und Clemens Hollah. Letzterer stellte uns das Institut erst einmal vor. Das DIL gibt es seit 39 Jahren und ist seither das Bindeglied zwischen der Wissenschaft und der Praxis bei der Produktentwicklung sowie der Herstellung von Lebensmitteln. Außerdem unterstützen sie die Lebensmittelwirtschaft bei der Entwicklung wettbewerbsfähiger Produkte und der dazugehörigen Prozessführung, sodass das Hauptaugenmerk auf der Produktentwicklung und der Verfahrenstechnik liegt. Dem DIL gehören mehr als 150 Unternehmen als Mitglieder an, die aus unterschiedlichen Bereichen stammen, wie zum Beispiel der Lebensmittelproduktion, Maschinenbau, Messtechnik, Verfahrenstechnik etc.

Außerdem haben wir bei dem Rundgang über verschiedene Projekte gesprochen, wie zum Beispiel dass aus winterhartem Getreide Proteine dem Speiseeis hinzugefügt werden, um das Kristallisieren nach leichtem Auftauen zu verhindern und somit das Eis länger schmackhaft zu halten. Außerdem erhielten wir noch einen Einblick in die Produktion von verschieden Produkten und haben dabei gelernt unter anderem gelernt, dass rote Beete als roter Farbstoff in Kinderwurst verarbeitet wird.

DIL: Forschung Hand in Hand mit der Praxis

Für alle ein sehr interessanter Einblick, woraufhin es auf den Betrieb von Clemens gr. Macke weiterging. Hier wurde uns der Betrieb vorgestellt und ebenso ein Projekt, das das DIL auf dem Betrieb durchführt: EVELIN. Dort werden Larven von der schwarzen Soldatenfliege gehalten, um diese nachher als Hühnerfutter zu nutzen. Auch wenn das Projekt noch nicht beendet ist, sieht man bereits die ersten positiven Erkenntnisse am volleren Federkleid. Doch um genauere Erkenntnisse für die Zukunft festzuhalten, wird das Projekt anhand verschiedener Geschichtspunkte analysiert, sodass Wissenschaft und Praxis in Einklang gebracht werden können. Um uns das Ganze zu veranschaulichen, sahen wir einen Imagefilm, den ich euch ans Herz legen kann. Zudem bekamen wir noch einige Tipps, um zum Beispiel ein Fernsehteam bei uns auf den Hof begrüßen zu können oder für unsere mögliche zukünftige Arbeit im Ehrenamt.

Emotionen zum Schluss

Am letzten Tag dieser Reise wurde es sehr emotional. Helmut Bleckwenn, ehemaliger Vorsitzender des Dachverbands Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ), war zu Gast bei uns. Er berichtete über seine Arbeit beim DNZ aber auch über seinen besonderen Draht zur Ukraine. Da es für uns alle gerade ein wichtiges und zugleich sehr trauriges Thema ist, das uns in nächster Zeit wahrscheinlich noch sehr beschäftigen wird, hat uns der Vortrag natürlich auf eine besondere Art und Weise mitgenommen.

Somit war auch der vorerst letzte Block für uns beendet, was für uns alle ein Grund war, Dankeschön an unseren Kursleiter Bernd Tietjen zu sagen. Er hat uns all die interessanten Einblicke überhaupt erst ermöglicht und war stets mit der Planung beschäftigt, was die besondere Coronasituation natürlich erschwert hat. Als Dankeschön haben wir Bernd einen Präsentkorb zusammengestellt, zu dem jeder Kursteilnehmer ein regionales Produkt beigesteuert hat, sodass er aus den unterschiedlichsten Ecken Niedersachsens Erinnerungen bekam. Auch an dieser Stelle noch einmal Vielen Dank!

Unser aller letzter Block unseres Studienkurses findet nun hoffentlich im Juni statt, sodass ihr noch einmal von uns hören werdet.

Bis dahin!

Euer Cedrik

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