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Maisbeulenbrand - was tun?

Maisbeulenbrand_portrait-friderike
am Freitag, 15.10.2021 - 10:40 (Jetzt kommentieren)

Hofheldin Friderike freut sich wie jedes Jahr tierisch aufs Silieren. Doch was ist das? Fiese dicke Knubbel an den Maisstängeln - Maisbeulenbrand! Was man nun tun kann und wieso der Pilz in Mexiko sogar als Delikatesse gilt, erklärt Friderike in ihrem Blog.

Liebe Hofhelden,

Dieses Jahr ist der Mais bei uns etwas später reif, als wir es aus den letzten Jahren gewohnt waren. Wir hatten unseren Termin auf den 25.9. gelegt aber dann noch mal nach hinten verschoben. Als wir also unsere Flächen abfuhren um den Reifegrad zu bestimmen ist uns aufgefallen,dass vermehrt Maisbeulenbrand oder auch Maisbrand vorhanden ist.

Ab und zu hatten wir den schon Mal im Bestand drin, aber so stark wie dieses Jahr war es noch nicht. Auch unser Berater bestätigte, dass es vehement in unserer Region auftritt.

Der Pilz ist silbergrau und kann bis zu Kindskopfgröße heranwachsen.

Woher kommt der Maisbeulenbrand?

Unser Mais musste im Frühjahr starke Wetterschwankungen ertragen, dies bedeutet Stress für die Pflanze und somit eine höhere Anfälligkeit für die Sporen. Diese werden über Wind, Wasser oder Insekten verbreitet und können bis zu 10 Jahre im Boden verweilen.

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Unser Mais war hauptsächlich an den Kolben betroffen, diese sind die Pflanzenteile mit dem höchsten Nährstoffgehalt, und daher für uns Landwirte besonders ärgerlich. Doch grundsätzlich kann der Pilz jeden Teil der Pflanze betreffen, der noch aktiv im Wachstum ist.

Worauf muss man achten, wenn man Maisbeulenbrand entdeckt?

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Beim Silieren wird erstmal nichts anders gemacht, man sollte allerdings über den Einsatz eines Siliermittels nachdenken. Zudem sollten man auf ausreichende Verdichtung achten, damit die Gärung gelingt. Denn bei sehr hohem Befall, können sich vermehrt Hefen, andere Pilze und Gifte im Silo bilden. Dies würde sich dann auch auf die Futterverwertung auswirken und auf die Haltbarkeit. Das bedeutet, die Silage konnte schneller warm werden und somit an Qualität verlieren.

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So können bei starkem Befall aber auch die Schmackhaftigkeit sinken und die Nährstoffgehalte sinken. Dies wäre für die Fütterung der Kühe ein großes Problem. Ganz so schlimm war es dann Gott sei Dank bei uns nicht. Studien haben ergeben bei einem Befall von bis zu 20 Prozent sind keine Beeinträchtigungen des Futterwertes zu bemerken. Auch auf die Gesundheit der Kühe, gibt es keine negativen Auswirkungen.

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Doch komisch aussehen tun diese Geschwülste schon. Daher ist es für mich schwer vorzustellen, dass diese Pilze in México, woher diese Pilz auch stammt, eine Delikatesse ist und gerne gegessen wird. Es gibt zahlreiche Rezepte, Tipps und Tricks im Internet wie er besonders schmackhaft zubereitet werden kann. Für mich ist das glaube ich nichts, da habe ich den Mais doch lieber ins Silo für unsere Kühe gefahren.

Die Ernte verlief sonst ganz ohne Problem zum richtigen Zeitpunkt. Gut, dass wir es noch verschoben haben. So konnten wir bei bestem Wetter häckseln. Ich bin gespannt wie es nächstes Jahr aussieht mit dem Mais.
Damit bleibt gesund und munter
Eure Friderike

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