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Blog Leo

Meine Maisernte: viele Tonnen, viele PS

Leo im Mais
am Sonntag, 10.10.2021 - 05:00 (3 Kommentare)

Hofheld Leo schwärmt vom Maissilieren. Dabei hat er als Verantwortlicher für die gesamte Erntekette ganz schön viel Stress. Doch von Kindesbeinen an steht für Leo fest: Maishäckseln gehört zu den faszinierendsten Tätigkeiten ever.

Liebe Hofhelden,

normalerweise beginnt sie bei uns Mitte September, heuer etwas später: die Maisernte! Für viele Landwirte, Helfer und Landtechnikbegeisterte die fünfte Jahreszeit. Und für Lohnunternehmer oft die stressigste Zeit und Haupteinnahmequelle vom ganzen Jahr. Was diese Zeit so besonders macht, welche Gedanken ich dabei habe und welche Vorkehrungen ich treffe, will ich euch in diesem Blog versuchen zu erklären.

Warum die Maisernte so besonders ist.

Silos 1996

Während ich die Vorbereitungen zur Maisernte 2021 treffe, gehen mir viele Gedanken durch den Kopf. Zum Beispiel wie ich als Kind der Maisernte entgegengefiebert habe. Damals noch für unsere Mastbullen, haben wir drei Tage lang Mais gehäckselt. Es kam extra ein Lohnunternehmer mit einem Pflückhäcksler, so konnten wir hohe Energiedichten in der Silage erreichen.

Ich weiß es noch wie heute, mein Opa mit dem Radlader im Silo, mein Vater zum Abfahren mit Traktor und 8-t-Kipper. Und ich als kleiner Bub mittendrin. Ohne mich ging damals nichts. Und wenn die Ernte nicht aufs Wochenende fiel, dann wurde hart verhandelt, nicht in den Kindergarten zu müssen oder wenigstens abgeholt zu werden, um direkt zum Hof und Richtung Silo zu kommen.

Einfach schöne Erinnerungen

Pflückhäcksler 1996

Mit dem Ende der Bullenmast ist auch das Maishäckseln weggefallen. Für mich ein großer Verlust, der erst mit dem Bau der Biogasanlage ein Ende nahm. Die drei Tage Maisernte sind geblieben, allerdings ernten wir jetzt, rund 25 Jahre später, mehr als die dreifache Menge an Mais in dieser Zeit. Die Maschinen sind größer geworden und ich bin vom Beifahrer- auf den Fahrersitz gewechselt!

Maisernte heute bei uns

Silos heute

Mittlerweile sind meine Aufgaben bei der Maisernte nicht mehr Beifahrer sein oder Brotzeit machen. Nein, mittlerweile organisiere ich die komplette Erntekette, erstelle Erntekarten, teile die Maschinen ein und fahre selbst mit ab. Die Verantwortung ist gewachsen, die Gedanken an die Maisernte sind nicht mehr pure Vorfreude auf Maschinen. Es ist jetzt viel Verantwortung und es sind starke Nerven gefragt.

Ernte heute

Es sind einfach immense Erntemengen, die in kurzer Zeit bewegt werden. Es sind viele große und auch fremde Fahrzeuge unterwegs. Manchmal werden Wege blockiert und verschmutzt oder es gibt Lärm bis in die Nacht. Es sind lange und unheimlich anstrengende Tage für alle Beteiligten, da bleibt Ärger oft nicht aus. Aber wir sorgen vor und informieren die Anwohner rechtzeitig.

So haben wir die letzten Ernten gut und meist ohne Ärger oder Probleme einfahren können. Und so hoffe ich auch heuer, dass wieder alles gutgeht und die Silos voll werden. Und während ich diesen Blog schreibe, muss ich doch etwas grinsen und bekomme strahlende Augen, wenn ich an die Ernte denke. Den Zauber und dieses besondere Gefühl wird es wohl auch mit zunehmenden Alter immer noch geben!

Euch allen eine unfallfreie Ernte und viele besondere Erntemomente!

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