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Blog Janne

Market Gardening: Was darf im Gemüsegarten nicht fehlen?

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am Dienstag, 26.10.2021 - 10:16 (Jetzt kommentieren)

Jannes Sommerrückblick: Stürme, Insekten, Naschereien - in ihrer ersten Saison in ihrem Market-Gardening-Gemüsegarten konnte Janne viele Erfahrungen mit Sorten und Arten sammeln. Sie teilt ihre Learnings und überlegt sich, wie sie ihr Gemüsebeet im nächsten Jahr gestaltet.

Moin liebe Hofhelden,

draußen stürmt es, ich sitze mit einem heißen Kaffee am Schreibtisch und lasse mein erstes Gemüsejahr Revue passieren. Mitte Oktober habe ich meine 21. und letzte Gemüsekiste für diese Saison ausgeliefert. Im Garten wachsen spärlich noch die ein oder anderen hartgesottenen Kulturen, die ich noch eine Weile in meinem Gemüsestand anbieten kann.

So ein Saisonrückblick führt einem nochmal die verschiedensten Situationen vor Augen – gute sowie harte Momente. Heute möchte ich euch gerne an den Learnings und Erfahrungen teilhaben lassen, die ich in meinem Gemüsegarten gesammelt habe. Für mich war diese Saison eine wahre Herausforderung, denn ich hatte insgesamt über 30 verschiedene Gemüsearten und -sorten im Garten. Wow!

Was pflanze ich wann im Gemüsegarten an?

Mehr oder weniger jede von ihnen hat spezielle Ansprüche an:

  • Temperatur,
  • Wasserversorgung,
  • Saattiefe
  • und Abstände zueinander.

Ganz zu schweigen von den Krankheiten und Schädlingen, die sie befallen können. Das alles in meiner Anbauplanung zu berücksichtigen, war gar nicht so einfach. Wie gestalte ich mein Gemüsebeet? Welche Pflanzen vertragen sich? Wann soll ich welches Gemüse pflanzen? Aber darüber hatte ich euch ja bereits Anfang der Saison berichtet.

Gemüsebeet: Witterung kann Pläne durchkreuzen

Aufgrund der verschiedenen Ansprüche wollte ich Erfahrungen sammeln, wie welche Kultur bei mir wächst und sich verhält. Daher habe ich so viele verschiedene Kulturen ausprobieren wollen, um für das kommende Jahr effizienter und genauer planen zu können.

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Natürlich spielt die Witterung eine elementare Rolle, die nicht so einfach beeinflusst werden kann und einem immer noch einen Strich durch alle Pläne machen kann. Trotz allem kann ich kann jedenfalls behaupten, dass ich mit den verschiedenen Kulturen vertrauter geworden bin und diese nun besser einschätzen kann.

Radieschen besser im März anpflanzen

Beginnen wir mal bei den Radieschen. Ein klassisches Gemüse für den Hobbygarten und für Hochbeete, da sie schnell wachsen und in wenigen Wochen erntereif sind. Meinen ersten Radieschen-Satz habe ich Anfang März ausgesät. Geerntet habe ich diese Anfang Mai. Die Sorte Cherry Belle sah gigantisch gut aus, ohne Bissstellen oder Wurmstiche. Den zweiten Satz Radieschen habe ich mit bunten Radieschen Anfang April gewagt. Dieser ging nach dem ersten Radieschen-Erfolg leider völlig in die Hose. Ernten konnte ich Ende Mai vielleicht 20 %, da mit den wärmeren Temperaturen auch die Insekten aktiver geworden sind und ich deswegen sehr viele Larven in den Radieschen hatte. Dieser Trend ebbte bei der Ernte des dritten Satzes Radieschen glücklicherweise wieder ab.

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Fazit: Die bunten Sorten habe ich danach nicht wieder versucht und bin meiner Cherry Belle treu geblieben. Diese ist recht scharf, was bei den meisten Kunden gut ankommt.

Steckrüben und Kohlrabi fielen Erdflöhen zum Opfer

Steckrüben habe ich Anfang April ausgesät und mit einem Vlies abgedeckt. Die Keimlinge haben es gar nicht erst geschafft und wurden gleich von den Erdflöhen verspeist. Ebenfalls hatte der Kohlrabi, den ich als Jungpflanzen gekauft habe, mit diesen kleinen schwarzen Tieren zu kämpfen.

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Ich hatte gelesen, dass Roggenmehl Erdflöhe vom Kohlrabi fernhalten könnte. Bei mir hat es leider nicht geklappt und so musste ich alle Pflanzen auf dem Kompost entsorgen. Die Erdflöhe haben die jungen Blätter gefressen, Larven haben sich durch die Wurzel in die Knolle gefressen und Mehltau an den Blättern hat den Pflanzen den Rest gegeben.

Fazit: Im Herbst habe ich mich nicht überwinden können, einen zweiten Versuch zu starten. Vielleicht im kommenden Frühjahr.

Zuckererbsen: Sorte Norli ertragreicher als Nairobi

Kommen wir von den Kreuzblütlern zu den Leguminosen. Zuckererbsen hatte ich gesät und mich riesig darauf gefreut. Die Sorte Norli wurde Mitte März ausgesät. Eine zweite Aussaat mit der Sorte Nairobi erfolgte Mitte Mai. Zum Glück waren an den Pflanzen so viele Schoten, sodass ich trotz meiner Nascherei ausreichend Ernte für meine Gemüse-Abo-Kisten und für den Stand an der Straße ernten konnte :)

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Fazit: Im Nachhinein würde ich ausschließlich die Sorte Norli verwenden, da die Schoten schlanker waren und die Pflanzen deutlich ertragreicher.

Physalis nur in den Folientunel pflanzen

Noch ein Liebling in meinem Garten sind die Physalis für mich! Ich liebe diese säuerlichen orangen Kugeln, bin aber nicht bereit, so viel Geld im Supermarkt dafür zu zahlen. Und auch das Herkunftsland ist meistens auf der anderen Seite der Welt. Gelesen hatte ich, dass es schwierig ist, die Physalisernte vor dem Frost zu schaffen – ich wollte es trotzdem versuchen und säte Ende Januar neun Samen aus. Die Pflänzchen wohnten bis Mitte Mai in meinem warmen WG-Zimmer und kamen dann in den Garten. Vier pflanzte ich in den Folientunnel, fünf nach draußen - wovon vier eingegangen sind. Da es im Tunnel windgeschützt und deutlich wärmer als im Freiland war, konnte ich Ende August die ersten wenigen Physalis ernten. Wohooo! Und ja, ich habe sie sofort gegessen! :D

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Bis Ende September hat es dann gedauert, bis so viele Früchte erntereif waren, dass ich nicht alle sofort vernaschen konnte und endlich ein paar in die Gemüse-Abo-Kisten geben konnte. Eine Schale mit Physalis war über das Wochenende im Stand an der Straße übrig geblieben. Ich habe mich noch nie so sehr über etwas gefreut, was nicht verkauft wurde…hihi.

jannes-physalis-im-folientunnel

Fazit: Die Pflanzen im Tunnel fühlten sich sichtlich wohl und nehmen mittlerweile einen großen Teil in Anspruch.

Insektenbefall im Gemüsebeet: Möhren hui, Grünkohl pfui

Okay, damit hier jetzt nicht der Eindruck entsteht ich würde alles selbst essen, kann ich von meinen Möhren berichten, dass diese ohne Insektenfraß geerntet werden konnten, die Zwiebeln gut gewachsen sind, der Knollensellerie, den ich im Frühjahr im Zimmer vorgezogen hatte, entwickelte sich super und es gab keine Verluste zu beklagen. Auch gab es massig Zucchinis (wer kennt es nicht), gegen die Petersilie komme ich nicht an und auch die Snackpaprikas werfen reichlich Ernte ab.

jannes-snackpaprika

Allerdings wurde der Schnittlauch von Rost befallen, die Rote Bete und der Mangold wachsen nicht so üppig wie ich es aus dem Hobbygarten aus dem letzten Jahr kannte und der Grünkohl ist aufgrund der Insekten mein Sorgenkind.

Ab 100 km/h kann der Folientunnel nicht mehr standhalten

Neben dem Gemüse hat mir das Wetter das ein oder andere Mal reichlich Nerven gekostet. Meine Saison fing sehr stürmisch an, die Folie meines nagelneuen Tunnels konnte nicht standhalten und musste semiprofessionell repariert werden. Das Frühjahr war sehr kühl, weshalb meine Ernteplanungen in Verzug gerieten. Dafür musste ich im Sommer nicht viel wässern. Das hat die Natur übernommen. Teilweise zwar etwas übertrieben und gleich den Tunnel geflutet und meine Maispflanzen in Schieflage gebracht, aber größere Schäden hatte ich nicht zu beklagen!

jannes-beschwerter-folientunnel

Draußen pfeift der Wind ordentlich, in Böen „nur“ 80 km/h. Ab 100 km/h ist mein Tunnel der Schwächere. Das weiß ich jetzt zumindest. Über Winter werde ich die Folie jedenfalls abnehmen – sicher ist sicher.

Habt’s fein, macht es euch gemütlich und bis bald,

Eure Janne

>>> Mehr zu Jannes erster Market-Gardening-Saison gibt's auf ihrer Autorenseite hier bei agrarheute! <<<

Hochbeet bepflanzen im März: Schritt für Schritt Anleitung

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