Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Blog Studienkurs Niedersachsen

Medientraining für Junglandwirte

Gruppenbild Studienkurs Niedersachsen
am Freitag, 18.12.2020 - 13:32 (Jetzt kommentieren)

Der 17. Studienkurs geht in die Vollen – mit entsprechenden Maßnahmen konnte der zweite Block in Präsenz stattfinden, unter anderem mit einem Medientraining. Kursteilnehmer Max berichtet, was er dabei über sich selbst gelernt hat und was Landwirtschaft und Kampfsport gemeinsam haben.

Hallo Hofhelden,

mit Maske und viel Abstand fand der 2. Studienkursblock in Nienburg, Hannover und Walsrode statt. Ich möchte Euch einen kurzen Einblick in eine gelungene Woche geben, in der ich vieles über mich selbst und die anderen Teilnehmern gelernt habe. Zum Glück konnte dieser zweite Block in Präsenz stattfinden, nachdem der erste Block den Umständen entsprechend digital stattgefunden hat.

Max auf seinem Betrieb

Mein Name ist Max Alvermann, ich bin 21 Jahre alt und aktuell studiere ich an der Universität Hohenheim in Stuttgart Agrarwissenschaften. Gebürtig komme ich aus dem Kreis Uelzen in Niedersachsen von einem Ackerbaubetrieb. Ich will bei dem Kurs meine persönlichen Fertigkeiten rund um öffentliche Auftritte, Selbstdarstellung und Verhandlungen verbessern – und der zweite Block hat mir dabei auf jeden Fall geholfen.

Aufbruch ins Unbekannte

Um Niedersachsen und seine (landwirtschaftlichen) Strukturen zu verstehen, braucht es einen Einblick in die Geschichte des Landes. Daher nahm uns Dr. Angelika Kroker gleich am ersten Tag des Kursblocks mit auf eine Reise durch die Geschichte Niedersachsens. Vom Sachsenstamm bis hin zur Gegenwart des Bundeslandes Niedersachsen, von Ritterschaften bis zur Personalunion. Sie hat uns kompakt und mit persönlichen Anekdoten angereichert in die Historie des Flächenlandes geführt, das nach dem zweiten Weltkrieg durch die Vereinigung des Landes Hannover mit den Freistaaten Braunschweig, Oldenburg und Schaumburg-Lippe entstanden war.

Unsere Heimat

Am nächsten Tag haben wir alle ein Stück Heimat mitgebracht und unsere Heimatorte in kurzen Präsentationen vorgestellt. Bei dieser Gelegenheit konnten wir das erste Mal im Kurs Rhetorik und Auftritt zeigen. So wurden wir alle auch gefordert Leistung in den Kurs mitzubringen. Anfangs merkte ich dabei, dass ich erst warm werden musste, wieder vor einer Gruppe Menschen zu stehen und zu reden. Generell war es schön zu sehen, dass der Kurs aus einer großen Vielfalt an Herkunft und Hintergründen besteht und vor allem auch besticht.

Auf Augenhöhe mit dem Landvolkvorsitzenden

Am Mittwochnachmittag haben wir mit dem Studienkurs die Chance bekommen mit dem frisch ins Amt gewählten Präsidenten des Landvolk Niedersachen, Dr. Holger Hennies, auf Augenhöhe zu diskutieren.

Stephan Westrup und Dr. Holger Hennies

Wir haben ihm unsere Fragen, die uns auf dem Herzen rund ums Ehrenamt und öffentliche Funktionäre liegen, knallhart gestellt. Es ging uns auch um die aktuellen Agrarpolitischen Ereignisse in der Bundespolitik (beim DBV) und Europapolitik. Stark im Vordergrund war der „Niedersächsische Weg“. Diesen hat Herr Hennies schon früh mitbegleitet und steht voll dahinter:

"Bei den Verhandlungen zum Niedersächsischen Weg hatten wir die Prämisse: Wir stehen als letzte vom Tisch auf!" – Dr. Holger Hennies

Dieser eingeschlagene Weg stellt für mich und die anderen Kursler die Weichen Richtung Zukunft.

Fit für Öffentliche Auftritte

Ein Training der Extraklasse erwartete uns am Donnerstag und Freitag. Eberhard Breuninger (Medientrainer) und Florens Goldbeck (Dr. in Psychologie) haben uns viele Tipps gegeben, um unseren persönlichen Auftritt zu verbessern. Wir sind direkt mit einer etwas unkonventionellen, sehr persönlichen Vorstellungsrunde in den Tag gestartet. Bei dieser haben wir auch Dinge zum Besten gegeben, die andere so noch nicht wussten und haben uns so auch auf emotionaler Ebene untereinander geöffnet und kennenlernen dürfen.

Studienkursteilnehmer halte eine Präsentation

Eine weitere Aufgabe war, uns gegenseitig konstruktives Feedback zu unserem Auftreten in Vorträgen sowie unserer Wirkung auf andere Menschen zu geben.Wahrnehmung, Wirkung und Wunsch lauteten dabei die Zauberworte. Ich selbst muss zum Beispiel während meiner Vorträge das Publikum stärker einbeziehen (in die Runde schauen) und mehr auf meine Körperhaltung achten.

Medientrainer Eberhard Breuninger

Im zweiten Teil des Trainings arbeiteten wir dann an unserer Schlagfertigkeit und probten mithilfe einer Videoaufzeichnung- und analyse den Medienauftritt. Und auch am rhetorischen Fünfsatz haben wir uns mit kurzen Statements probiert:

  1. Warum spreche ich?
  2. Was ist?
  3. Was soll sein?
  4. Wie lässt es sich erreichen?
  5. Apell

„Ich wollte kämpfen, Liegestütze machen, mich raufen…“

Am Donnerstagabend wurden wir selbst zu Showmastern. Freya und ich haben mit den beiden Gästen eine Talkshow gemacht. Dabei ging es um Literatur mit Herrn Breuninger aber auch um Kampfkunst und wie diese uns hilft, in einem angespannten Lebensalltag zurecht zu kommen. Es gibt dabei viele Parallelen zwischen dem Ziel hinter dem Kampfsport und dem Engagement in der Landwirtschaft. In beide Situationen will man die optimale Leistung aus sich selbst herausholen. Dazu muss man sich selbst vertrauen und trauen können. Die Grenzen werden erprobt und gelebt.

Talkrunde Studienkurs Niedersachsen

Ich konnte diese Woche wieder mit dem Auftritt in einer kleinen Gruppe warm werden und habe jetzt Feedback, das ich in künftigen Präsentationen aufgreifen kann. Alle Kursteilnehmer freuen sich schon auf ein ebenso gutes drittes Zusammenkommen im Februar, wenn die Regeln es dann wieder zulassen.

Fürs Erste ein Frohes Weihnachtsfest Euch allen,

Max

Finde hier alle Beiträge rund um den Niedersächsischen Studienkurs und seine Teilnehmer!

Kommentare

agrarheute.comKommentare werden geladen. Bitte kurz warten...