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Blog Felix

Nachgärer: Mehr Leistung rausholen aus der Biogasanlage

Hofheld Felix Schwenk erklärt, warum er einen Nachgärer an seine Biogasanlage gebaut hat.
am Dienstag, 28.06.2022 - 08:00 (Jetzt kommentieren)

Hofheld Felix erweitert seine Biogasanlage um einen Nachgärer. Was der kann und wo der Vorteil gegenüber einer Anlage nur mit Fermenter liegt, erklärt der Agrarblogger in seinem neuesten Blog.

Wie viele von euch wahrscheinlich schon wissen, haben wir ja seit einiger Zeit eine 75 kW-Biogasanlage in Betrieb, die wir ausschließlich mit Gülle und Festmist betreiben – so holen wir auch noch aus unserer Gülle den maximalen Nutzen heraus und können mit der Abwärme unser Haus heizen. Außerdem wird die Gülle so geruchsärmer und bei der Ausbringung als weniger belästigend von den Anwohnern empfunden.

Unsere Biogaserweiterung

Im letzten Jahr haben wir uns entschieden, unsere Anlage nochmal zu erweitern – und zwar um einen Nachgärer. Dieser Nachgärer ist aufgebaut wie der Fermenter, der der eigentliche Bioreaktor der Biogasanlage, in dem der Gärprozess statfindet. Der Nachgärer stellt dann die zweite Stufe des Gärprozesses dar und ist somit die zweite Stelle der Biogasproduktion. Denn erst nach dem Gärporzess im Fermenter wird das Gärsubstrat in den Nachgärer gepumpt. Ihr seht also, dass dieser Behälter nicht zwingend notwendig ist, um eine kleine Biogasanlage zu betreiben.

5 gute Gründe für den Nachgärer

Wir haben uns aber aus den folgenden Gründen für den Bau dieses Behälters entschieden:

  • Durch die Erweiterung können wir das Gas länger speichern.
  • Die Gülle kann länger ausgasen, somit wird das Potential der Gülle und des Festmistes besser nutzbar.
  • Die Schwefelbakterien bekommen mehr Oberfläche -> dadurch haben wir weniger Schwefel im Gas, was dessen Qualität verbessert.
  • Somit läuft der Biogasmotor ruhiger und wir haben hier weniger Verschleiß.
  • Längere Lagermöglichkeit des Gärsubstrats.

Unseren Behälter haben wir nun seit Anfang 2022 im Einsatz und haben bis jetzt noch keine negativen Aspekte erkannt. Im Gegenteil: Nach kurzer Zeit konnten wir bereits beobachten, wie die Menge des Gases zunahm, eben dadurch, dass wir die Gülle und des Festmist länger ausgasen lassen können. Hier haben wir vor dem Bau des Nachgärers wahrscheinlich einiges an potenziellem Gas verschenkt.Um jedoch eine Verbesserung der Gasqualität festzustellen, ist dieser Zeitraum wahrscheinlich noch nicht aussagekräftig genug. Im Großen und Ganzen sind wir bis jetzt aber zufrieden. Wir werden sehen wie sich die Leistung und die Langlebigkeit unserer Biogasanlage verändern werden.

Bis dahin, viele Grüße

Euer Felix

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